NLA-Handball

HSC Suhr Aarau holt mit 23:23-Unentschieden auswärts beim angeschlagenen Wacker Thun einen Punkt

Manuel Zehnder (l.) war mit sechs Treffern, allesamt vom Siebenmeterpunkt, der erfolgreichste Werfer des HSC Suhr Aarau.

Manuel Zehnder (l.) war mit sechs Treffern, allesamt vom Siebenmeterpunkt, der erfolgreichste Werfer des HSC Suhr Aarau.

In der 12. Runde der NLA muss sich der HSC Suhr Aarau auswärts bei Wacker Thun mit einem 23:23-Unentschieden begnügen. Obwohl seine Mannschaft das Skore über weite Strecken der Partie dominiert hat, muss das Team von Trainer Misha Kaufmann in den Schlusssekunden noch einmal um den Punkt zittern. Für die Berner Oberländer endet damit eine Serie von fünf Niederlagen in Folge.

Dass in Partien zwischen dem HSC Suhr Aarau und Wacker Thun immer wieder viele Emotionen drin sind, zeigt sich bereits nach rund anderthalb Spielminuten ein erstes Mal – noch bevor die ersten Treffer gefallen wären: Nach einem harten Einsteigen von Stefan Huwyler, dem Endinger in Thuner Diensten, gegen HSC-Portugiese João Ferraz, das von den Schiedsrichtern mit einer Zweiminutenstrafe geahndet wird, kommt es zu einer kleinen Rudelbildung. Damit ist der Ton für das Duell gleich in der Startphase gesetzt.

Spielerisch verläuft der Auftakt in die Partie ausgeglichen. Nach zehn Minuten steht es 3:3, obwohl die Gäste aus dem Aargau bis zu diesem Zeitpunkt bereits drei Mal in Überzahl haben agieren dürfen. Allerdings können sie daraus in der Startphase noch kein Kapital schlagen.

HSC schafft ausgerechnet in Unterzahl erstmals Distanz

In der 15. Minute geht der HSC erstmals in dieser Partie mit zwei Toren (6:4) in Führung. Nachdem sich die Mannschaft von Trainer Misha Kaufmann zuvor in Überzahl schwer getan hatte, gelingt das ausgerechnet in Unterzahl.

Kurz nach Ablauf der Zweiminutenstrafe gegen Martin Slaninka fasst Huwyler nach einem erneuten Angriff auf Ferraz bereits seine zweite persönliche Zweiminutenstrafe, womit ihm bereits der Restausschluss droht. Derweil bauen die Gäste ihre Führung noch vor Ablauf der 16. Minute auf 7:4 aus. Keine drei Minuten später liegen sie sogar erstmals mit vier Treffern (9:5) vorne.

In der 26. Minute verhindert Dario Ferrante, der inzwischen beim HSC anstelle von Dragan Marjanac zwischen den Pfosten steht, mit seiner ersten Parade, dass der Vorsprung der in Unterzahl spielenden Gäste auf einen Treffer schmilzt. Und er setzt gleich noch einen drauf: Drei Minuten vor der Pause pariert Ferrante den Siebenmeter von Lukas von Deschwanden. Im Gegenzug ist es Ferraz, der zum 12:9 für den HSC trifft.

Früher Restausschluss gegen Wackers Huwyler

Knapp 50 Sekunden vor der Pause kassiert Huwyler tatsächlich bereits seine dritte Zweiminutenstrafe und damit verbunden den Restausschluss. Und das wegen eines vollkommen unnötigen Nachschlagens gegen HSC-Rückraumspieler Manuel Zehnder. Am Skore ändert sich bis zur Pausensirene nicht mehr viel und so geht der HSC mit einer 13:10-Führung in die Kabine.

Timothy Reichmuth, der in Abwesenheit des am Sprunggelenk verletzten Diogo Oliveira das Topskorer-Trikot beim HSC trägt, macht ebendiesem Trikot alle Ehre und ist in der ersten Halbzeit mit drei Treffern der erfolgreichste Werfer seines Teams – ex aequo mit Aufdenblatten.

HSC missglückt Auftakt nach der Pause

Der Auftakt in die zweite Halbzeit missglückt dem HSC. Noch vor Ablauf der 37. Minute müssen die Gäste den 14:14-Ausgleich hinnehmen. Ermöglicht haben das gleich fünf erfolglose Aargauer Angriffe in Serie: zwei Technische Fehler, ein von Wacker-Torhüter Marc Winkler parierter Wurf und zwei Fehlwürfe.

Immerhin: Den nächsten Angriff verwertet Ferraz. Mit seinem dritten persönlichen Treffer stellt der 30-jährige Portugiese auf 15:14 und sorgt dafür, dass der HSC, bei dem mittlerweile wieder Marjanac im Kasten steht, weiterhin vorlegt.

Eine gute Viertelstunde vor Schluss liegt Suhr Aarau wieder mit drei Treffern (19:16) vorne. Manuel Zehnder hat mit seinen persönlichen Treffern Nummern drei und vier (alle vier vom Siebenmeterpunkt) einen nicht unwesentlichen Anteil daran.

Die Gäste können nicht vorentscheidend davon ziehen

Ziemlich genau zehn Minuten vor der Schlusssirene bezieht HSC-Trainer Kaufmann beim Stand von 20:18 sein zweites Team-Timeout. Den nächsten Angriff schliesst Zehnder nach einem Foul an Ferraz erneut mit seinem fünften Treffer vom Siebenmeterpunkt zum 21:18 ab.

Gleichwohl gelingt es den Gästen nicht, das Heimteam vorentscheidend abzuschütteln. Ganz im Gegenteil: Nach einem Fehlwurf Zehnders aus dem Spiel heraus verkürzt Wacker das Skore fünfeinhalb Minuten vor Schluss auf 20:21 und liegt wieder nur noch einen Treffer zurück. Und in der 56. Minute muss der HSC nach einem Fehlwurf von Ferraz in der Offensive den erneuten Ausgleich (21:21) hinnehmen.

Heisse Schlussphase

Gute zwei Minuten vor der Sirene läutet Zehnder mit seinem sechsten Treffer vom Siebenmeterpunkt zum 23:22 die Schlussphase so richtig ein. Es folgt der Ausgleich im Gegenzug, ebenfalls mittels Siebenmeter, zum 23:23.

54 Sekunden vor dem Ende des Spiels bezieht HSC-Trainer Kaufmann beim Stand von 23:23 sein drittes Team-Timeout und skizziert seiner Mannschaft den Weg zum Erfolg. Die Gäste ersetzen ihren Torhüter und greifen mit sieben Feldspielern an – doch das geht schief. Der Wurf von Co-Captain Aufdenblatten wird von Wacker-Goalie Winkler pariert und so haben die Thuner nun noch die Chance, sich den Sieg zu sichern.

Thun-Trainer Martin Rubin bezieht 17 Sekunden vor der Sirene ebenfalls sein letztes Team-Timeout und weist nun seinerseits seiner Mannschaft den Weg zum Sieg. Doch auch das geht schief. Dann wird Marjanac zur wichtigen Figur: Erst kommt sein Pass für den schnellen Gegenstoss und letzten Angriff der Gäste nicht an, dann pariert er den letzten Abschluss der Thuner und hält so den einen Punkt fest. Das Spiel endet schliesslich 23:23.

Ferraz: «Jeder Punkt ist gut»

«Jeder Punkt ist gut», sagt Ferraz, der nach der Partie als bester Spieler seiner Mannschaft ausgezeichnet wird, gegenüber «WackerTV». «Unseren, letzten Angriff haben wir etwas überhastet gespielt, dann wurde es noch einmal sehr hektisch», fasst der Portugiese die Schlusssekunden zusammen.

Für die Berner Oberländer ist es nach fünf Niederlagen in Serie der erste Punktgewinn. Nicolas Raemy, der als bester Spieler Wackers ausgezeichnet wird, zeigt sich trotz der Chance auf einen Vollerfolg in den letzten Sekunden zufrieden: «Ein Punkt ist schön, darauf können wir nun aufbauen», sagt er.

Sie haben die Partie verpasst? Schauen Sie sie sich hier in der Aufzeichnung des Livestreams an:

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