Handball NLA
HSC Suhr Aarau findet gegen den BSV Bern nicht zur erforderlichen Frische

Der HSC Suhr unterliegt gegen den BSV Bern-Muri nach einer schwachen Leistung mit 16:22. Der Hauptgrund war die mangelnde Effizienz im Abschluss. Die Niederlage hatte aber auch etwas Gutes: Die Youngster Manuel Zehnder und Andrin Steiner konnten Erfahrung sammeln.

Jörg Greb
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Patrick Romann hatte beim HSC noch die beste Abschlussquote.

Patrick Romann hatte beim HSC noch die beste Abschlussquote.

foto-net / Alexander Wagner

Das Verdikt gegen den HSC Suhr Aarau war deutlich. Nie lag das Heimteam in Führung. Und ausser beim Anpfiff und bis zum ersten Gegentor nach 65 Sekunden gab es auch keinen Gleichstand. Die Spannung war rasch verflogen. Nach nur gut zwölf Minuten hiess es 5:2 für die Gäste aus Bern. Am Ende unterlag der HSC 16:22.

Und dabei wäre es in dieser Partie um einiges gegangen. Die Berner sind in der Tabelle auf Position fünf klassiert gewesen, nur einen Punkt vor Suhr Aarau. Mit einem Sieg also hätte der Aufsteiger am Widersacher vorbeiziehen können im drittletzten Meisterschaftsdurchgang. Diese Perspektive galt es aber rasch zu begraben. Zu eindeutig war das Kräfteverhältnis. Zu wenig offensive Durchschlagskraft kam vom HSC. Zu wenig liess sich der Siegeswille sehen.

«Drehten uns im Kreis»

«Es war für uns wirklich schwierig», sagte HSC-Coach Misha Kaufmann nach der Partie. Und er brachte das Erlebte mit den Worten «wir drehten uns irgendwie im Kreis» auf den Punkt. Für ihn kam dieses durchzogene Spiel nicht überraschend. Immer stärker beginnt sich die kräfteraubende Saison bemerkbar zu machen.

Für Misha Kaufmann lag der Grund für die Niederlage in der mangelnden Effizienz der HSC-Spieler.

Für Misha Kaufmann lag der Grund für die Niederlage in der mangelnden Effizienz der HSC-Spieler.

foto-net / Alexander Wagner

Als Aufsteiger gab es keine einfachen Partien. Immer «alles aus sich herausholen», hiess die Devise. Und weil gerade im Vergleich mit den Bernern weniger Breite im Kader und weniger körperliche Robustheit vorhanden ist, liefen sich die Spieler des HSC immer wieder fest in der Berner Defensive. «Der Schlüssel für diese klare Niederlage muss nicht lange gesucht werden», sagte Kaufmann. Die Angriffsquote entsprach mit 16 Treffern aus 39 Angriffen nicht dem Erforderlichen. Die Bilanz des Gegners entsprach mit 22 Toren aus 41 Angriffen doch schon höherer Qualität.

Kritik üben an der mässigen Darbietung liesse sich alleweil. Nur, viel Sinn machte dies kaum. Das sah auch der erfolgshungrige Kaufmann so. Zwar enervierte er sich bei seinem ersten Timeout nach 33 Minuten gehörig. Mit lauter Stimme und eindeutiger Gestik versuchte er auf seine Akteure einzuwirken. Einen Umschwung zu bewirken, verstand er aber nicht. Vor allem die Rückraumspieler verfügten nicht über die Energie, um für jedes Tor hart und lange zu arbeiten.

Rookies kamen zu Einsatzzeit

Die persönlichen Bilanzen von Tim Aufdenblatten, Patrick Romann, Ilan Baumann, Raphael Rohr und Manuel Zehnder unterstreichen dies. Abschlussquoten von 60 Prozent (Romann) 44 (Aufdenblatten), 30 (Rohr) und erfolglose oder keine Schüsse (Zehnder/Baumann) sind zu wenig. Widerspiegelt ist dieser Fakt auch durch die gute Paradenzahl von BSV-Torhüter Patrick Rosenberg (50 Prozent). Da nützte es auch nichts, dass die HSC-Deckung – im 5:1, zuletzt im 4:2 – einen ordentlichen Job verrichtete. «So schlecht verkauften sich meine Spieler hinten nicht, und vor allem verstanden sie es weitgehend, Gegenstosstore zu vermeiden», so Kaufmann.

Als Folge von dieser Angriffsbaisse und des Kräftemangels kam der erst 17-Jährige Manuel Zehnder zu rund 30 Minuten Einsatzzeit. Was den jungen Spielmacher überraschte: «Bereits nach 10 Minuten schickte mich Misha aufs Feld.» Konzentriert versuchte er seinen Auftrag umzusetzen, das Spiel schnell zu machen und Lücken für seinen Mitspieler zu generieren. Ansprechend ist ihm das geglückt, sodass er in der zweiten Hälfte zu noch grösseren Spielanteilen kam.

«Es bot sich heute die Gelegenheit, diesen jungen Spielern Einsatzzeit zu ermöglichen», sagte Kaufmann und dachte dabei vor allem noch an Andrin Steiner. Wertvolle Erfahrung sammeln konnten die beiden Youngster trotz der Niederlage. Und das Publikum schien das zu honorieren, blieb es doch bis zum Schluss dem Heimteam wohlgesinnt.

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