HSC Suhr Aarau
HSC-Flügel Beau Kägi nach seinem erneuten Kreuzbandriss: «Es ist so unreal»

Der 25-Jährige hat sich am Donnerstag zum zweiten Mal innert anderthalb Jahren das Kreuzband im rechten Knie gerissen. Noch hat der linke Flügel nicht so richtig realisieren können, wie hart es ihn erneut getroffen hat.

Dean Fuss
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HSC-Flügelspieler Beau Kägi hat sich erneut einen Kreuzbandriss im rechten Knie zugezogen und fällt monatelang aus.

HSC-Flügelspieler Beau Kägi hat sich erneut einen Kreuzbandriss im rechten Knie zugezogen und fällt monatelang aus.

Zur Verfügung gestellt

Die Lichterreihen an der Decke der Aarauer Schachenhalle gehen der Reihe nach aus. Der mit Luft befüllte Plastikadler steht in der Ecke des Spielfeldes bereit. Die Musik dröhnt aus den Boxen. Die Augen der 804 Zuschauerinnen und Zuschauer folgen gebannt dem Scheinwerferlicht, das die Spieler des HSC Suhr Aarau nacheinander auf die Platte geleiten wird. Eigentlich ist alles wie immer.

Dann endlich geht es los: Torhüter Dario Ferrant und Rückraum-Spieler Tim Aufdenblatten werden vom Speaker gemeinsam begrüsst. Und damit ist es auch vorbei mit dem «alles wie immer». Denn die beiden Co-Captains des HSC tragen gemeinsam das Trikot von Beau Kägi in die Halle.

Wer es nicht schon am Samstagmorgen bei der offiziellen Bekanntmachung mitbekommen hat, erfährt es in diesem Moment: Der 25-Jährige hat sich erneut eine schwere Knieverletzung zugezogen und wird seinem Klub monatelang fehlen.

«Es ist wie ein Replay des ersten Mals»

Der linke Flügel hat sich am Donnerstag das Kreuzband gerissen. Erneut im rechten Knie, erneut ist es im Training passiert: «Es war wie ein Replay des ersten Mals. Dieselbe Auslösung, dieselbe Abfolge, dieselbe Täuschung, derselbe Ort. Es war und ist wie in einem schlechten Film», sagt Kägi.

Besagtes «erstes Mal» liegt mittlerweile rund anderthalb Jahre zurück. Es war im Frühling 2017, als sich Kägi einen Kreuzband- und Meniskusriss im rechten Knie zuzog. Nach monatelangem Wiederaufbau und intensiven Therapien hatte er sein Comeback auf der Platte zum Auftakt der Playoff-Viertelfinal-Serie gegen die Kadetten Schaffhausen (0:3 Siege) gegeben. Und nun ist er nur 175 Tage danach bereits wieder zum Zuschauen verdammt.

Niederlage verkommt zur Randnotiz

Am frühen Samstagabend muss er mitansehen, wie sein HSC Suhr Aarau das erste Heimspiel der Saison verliert. Gegen den HC Kriens-Luzern (25:29) leisten sich seine Teamkollegen über die gesamte Spieldauer zu viele technische Fehler und vor allem verwerfen sie zu viele hochkarätige Möglichkeiten – inklusive vier (!) verschossener Siebenmeter.

HSC-Topskorer Milan Skvaril im Abschluss.
12 Bilder
HSC-Trainer Misha Kaufmann (r.) bespricht sich mit Flügel David Poloz.
HSC-Spieler Nikola Isailovic (l.) im Abschluss.
HSC-Spieler Mathias Müller (M.) setzt sich gegen zwei Gegenspieler durch.
HSC-Co-Captain Tim Aufdenblatten (l.) im Zweikampf.
HSC-Flügel Timothy Reichmuth (M.) verwertet einen Siebenmeter.
Impressionen von der Partie HSC Suhr Aarau - HC Kriens-Luzern
HSC-Topskorer Milan Skvaril (r.) im Zweikampf.
HSC-Trainer Misha Kaufmann schwört sein Team ein.
Die beiden Co-Captains Dario Ferrante (l.) und Tim Aufdenblatten führen die Mannschaft mit dem Trikot des verletzten Beau Kägi auf die Platte.
Co-Captain Tim Aufdenblatten versucht sich im Abschluss.
HSC-Kreisläufer Martin Slaninka im Abschluss.

HSC-Topskorer Milan Skvaril im Abschluss.

Fabio Baranzini

Dass der Heimauftakt in der Aarauer Schachenhalle mit der 25:29Niederlage nicht wie gewünscht, sondern vielmehr sehr enttäuschend verläuft, verkommt angesichts des unglaublichen Pechs von Kägi fast schon zur Randnotiz.

Noch nicht wirklich realisiert

Kägi ist gerührt von der Botschaft, die sein Team mit der Präsentation seines Trikots aussendet: «Das bedeutet mir sehr viel. Es ist extrem schön, die Unterstützung des gesamten Vereins zu spüren. Eigentlich hatte ich für diese Saison ganz andere Pläne: Ich habe mir Einiges vorgenommen, wollte mich für die Unterstützung in den vergangenen anderthalb Jahren bedanken. Jetzt bin ich wieder in dieser Situation...»

Kägi wird noch etwas Zeit brauchen, um sein riesiges Pech verarbeiten zu können, «Ich fühle eine Leere in mir. Es ist so unreal. Ich kann es irgendwie noch gar nicht so richtig fassen», sagt Kägi. Er hofft, dass er vom ersten Kreuzbandriss immerhin insofern profitieren kann, als dass er bereits weiss, wie der Weg zurück auf die Platte aussieht, was alles auf ihn zukommt.

Bis auf weiteres befindet sich sein Platz während der Partien des HSC nun aber auf der Tribüne. So auch am kommenden Samstag, wenn der HSC auswärts auf den RTV Basel (Anpfiff: 18.00 Uhr) trifft.

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