FC Aarau
Hitzköpfe von Le Mont lassen nach Niederlage die Sau raus

Der FC Le Mont zeigte sich nach der 1:2-Niederlage im Brügglifeld als schlechter Verlierer. Aaraus Trainer Schällibaum bleibt jedoch ganz gelassen.

Ruedi Kuhn
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Alessandro Ciarrocchi ist vor Le Mont-Spieler Lucas am Ball.

Alessandro Ciarrocchi ist vor Le Mont-Spieler Lucas am Ball.

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Nehmen Sie die Söldnertruppe des FC Le Mont – und Sie haben die optimale Besetzung für einen billigen Western. Nein! Geschossen wurde am Samstagabend im Brügglifeld nicht! Aufgehängt wurde auch keiner! Schliesslich wachsen auf dem grünen Rasen des Stadions noch keine Bäume. Aber was sich der Trainer und die Spieler des Waadtländer Klubs nach dem Schlusspfiff geleistet haben, war unter der Gürtellinie. Weit unter der Gürtellinie!

Es mag sein, dass die Enttäuschung und der Frust über das 1:2 gegen den FC Aarau gross waren. Aber das rechtfertigt nicht, dass Trainer John Dragani in und neben der Coaching-Zone jegliche Anstandsregeln über Bord wirft. Und es rechtfertigt auch nicht, dass Draganis Vorgänger Claude Gross auf der Haupttribüne wie ein Verrückter tobt.

Es mag auch sein, dass Bertrand Ndzomo von einem Aarauer provoziert, ja gar in seiner Ehre und in seinem Stolz verletzt worden ist. Aber auch das rechtfertigt nicht, dass sich der bullige Captain des FC Le Mont und einige seiner Teamkollegen nach dem Schlusspfiff wie wilde Tiere aufführen, ja sogar die Garderobe des FC Aarau stürmen wollen.

Es fehlte tatsächlich wenig, und das unrühmliche Schauspiel wäre eskaliert! Nun brauchts zum Streiten immer zwei Parteien. Und die Spieler des FC Aarau sind alles andere als fromme Lämmer, aber diesmal waren die andern die Bösen. Mal schauen, ob die Ausraster von Dragani, Gross, Ndzomo und Co. für den FC Le Mont Folgen haben werden oder nicht. Wer sich als Gast so aufführt, der müsste eigentlich bestraft werden.

Markaj, der Pechvogel

Einer aber blieb cool, ruhig und friedlich. Marco Schällibaum! Der als Heisssporn bekannte Trainer des FC Aarau hielt sich fernab vom Getümmel. «Ich wollte nicht zusätzlich Öl ins Feuer giessen», sagt er. «Meine Aufgabe ist es, in solch heissen Situationen besonnen zu bleiben.» Gut so! Eine ruhige Nacht verbrachte Schällibaum aber trotzdem nicht. Das ist allerdings keine Ausnahme, das ist die Regel.

«Nach den Spielen sind meine Emotionen viel zu gross, um richtig schlafen zu können», fügt er hinzu. «Das Adrenalin ist jeweils ganz oben.» Kam hinzu, dass der Trainer mit dem Auftritt seines Teams nicht zufrieden war. «Die Leistung war nicht gut», sagt Schällibaum. «Aber es gibt Spiele, da muss man auch mal einen dreckigen Sieg einfahren. Und das haben wir geschafft.» Lassen wir diese Aussage mal so im Raum stehen!

Nach dem hektischen Samstag war die Welt des FC Aarau am Sonntag schon wieder in Ordnung. Nach dem Auslaufen gegen Mittag haben die Spieler den Montag frei. Am Dienstag folgt die Kurzanalyse des «Dreckspiels». Danach beginnen die Vorbereitungen auf die Cuppartie am Freitag beim Berner Promotion-League-Verein FC Breitenrain. Bleibt aus Sicht des FC Aarau die bittere Nachricht, dass sich nach Daniele Romano (Meniskusoperation) auch Denis Markaj arg verletzt hat. Schon wieder!

Der FCA-Verteidiger zog sich im Training eine Schultereckgelenksprengung (das gibt es tatsächlich) zu und fällt rund fünf Wochen aus. Sollte es Ende Saison einen Preis für den Pechvogel der Saison 2016/17 geben, wären Romano und Markaj wohl die aussichtsreichsten Kandidaten.

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