NLA-Handball

Hitchcock besorgt das nächste Happy End: Der HSC Suhr Aarau schlägt Wacker Thun mit 20:19

Das nächste Herzschlagfinale im Aarauer Schachen. Einmal mehr geht der HSC Suhr Aarau als Sieger aus der Affiche hervor. Er gewinnt gegen Tabellennachbar Wacker Thun mit 20:19. Auch dank der Paraden von Torhüter Dragan Marjanac.

Der Adrenalinpegel senkt sich langsam, bei HSC-Torhüter Dragan Marjanac kehrt Ruhe ein. Sein linkes Auge ist blau geworden. Es zeichnet ihn nach dem 20:19-Sieg gegen Wacker Thun. Schmerzen verspürt er keine, er trägt die Verfärbung im Gesicht mit Fassung und kann schon wieder lachen.

Wenige Minuten zuvor ist der 34-jährige Routinier aber noch nicht so ruhig, ist voll im Element. Unter anderem auch dank seinen Paraden kommt der HSC Suhr Aarau in extremis zum nächsten Sieg. Unter anderem vereitelt er beim letzten Torwurf von Gabriel Felder den 20:20-Ausgleich. Am Ende wird er zum «Best Player» der Partie gewählt. «Wir haben schon einige knappe Spiele verloren. Aber wir wussten eben auch, dass wir diese Spiele gewinnen können, wenn wir hart dafür arbeiten», sagt Marjanac nach der Partie.

Der Sieg gegen Wacker Thun ist der nächste Ein-Tore-Erfolg für den HSC. In der vorherigen Woche hat das Team bereits Pfadi Winterthur nur mit einem Tor Unterschied bezwungen. Erneutes Fingernägelkauen in der Schlussphase also, Alfred Hitchcock schien sich für den HSC erneut einen Thriller mit Happy End ausgedacht zu haben. Ob sie Hitchcock mögen, ist die Frage an den Torhüter. Er lacht. «Ja, könnte man meinen», sagt er. Am Ende sei er aber vorwiegend stolz auf seine Vorderleute, die gezeigt hätten «wie man in diesem Dress zu kämpfen hat.»

Zufriedener Trainer – verrückter Torhüter 

Auch Trainer Misha Kaufmann ist mitgenommen von der intensiven Partie. Er ist aber hocherfreut von seiner Mannschaft, mit der er erneut nicht viele Wechseloptionen hatte. Diogo Oliveira und Manuel Zehnder müssen praktisch durchspielen, gegen das Ende hin gehen ihnen beinahe die Kräfte aus. Mit einem Geniestreich besorgt Ersterer das 20:19, danach verhindert Dragan Marjanac ebenso das letzte Tor wie danach Martin Slaninka. Der Kreisläufer stellt sich nach dem Abpraller noch einmal vor Thuns Simon Huwyler und kann den Wurf mit dem Bauch blocken.

Dass der HSC diese Partie ebenso hätte verlieren können, ist man sich bei den Protagonisten durchaus bewusst. Die höchste HSC-Führung ist 7:4 nach einer guten Viertelstunde, nach der Pause erarbeitet sich keine der beiden Mannschaften je mehr als einen Ein-Tore-Vorsprung. Die insgesamt nur 39 Tore sagen auch viel über die Stärke der Abwehrreihen der Teams aus. «Wir haben uns am Optimum bewegt und am Ende haben wir einen überragenden Torhüter, der uns noch ein paar Saves generiert hat», sagt Trainer Kaufmann zufrieden.

Noch einmal zurück zu Matchwinner Marjanac: Dieser läutete die spannende Schlussphase mit einem gehaltenen Penalty von Ivan Wyttenbach ein. Sekunden zuvor bindet er sich noch die Schuhe. Ein Glücksritual? «Torhüter gelten als verrückt. Und jeder Torhüter hat so seine Ticks und Tricks», sagt er. Das sei halt seiner und er habe ihm – wieder einmal – geholfen. Nicht nur er, sondern das gesamte Team hat im Endeffekt von seiner Verrücktheit profitiert.

Die Partie im Re-Live:

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