Patrick Rahmen sprach vor dem Spiel Klartext: „Wir müssen eine Topleistung bringen, wenn wir gegen Servette bestehen wollen“, sagte der Trainer des FC Aarau nach dem Abschlusstraining am Freitag. Eine Topleistung? Vor der Pause? Nein! Nach der Pause? Ja! Eine Stunde lang sah Servette wie der sichere Sieger, der FC Aarau wie der sichere Verlierer aus. Dann brachen alle Dämme. Und am Schluss jubelten die Aarauer.

Nach 63 Minuten wechselte Rahmen Gianluca Frontino ein. Drei Minuten später traf die Nummer 10 des FC Aarau mit einem herrlichen Flachschuss zum 1:1. Und als Nicolas Schindelholz nach 73 Minuten mit einem Scherenschlag aus sechs Metern das 2:1 erzielte, stellten die Gäste das Spiel endgültig auf den Kopf. Schliesslich blieb es trotz einer starken Druckphase von Servette beim Sieg der Aarauer. Ein Sieg, den sich Rahmens Team dank einer frappanten Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit zweifellos verdient hat.

Die Highlights im Video:

Highlights Servette-Aarau (28.04.2019)

 

Zum Spielverlauf: Der FC Aarau liess den Ball in der Startviertelstunde gut zirkulieren und hatte alles im Griff. Dann aber musste er sich vom immer stärker werdenden Gegner dominieren lassen. Servette drängte die Aarauer mehr und mehr in ihre Platzhälfte zurück und wurde vor allem dann gefährlich, wenn Flügelstürmer Miroslav Stevanovic auf der rechten Seite für Druck sorgte.

Kleine und grosse Fussballwunder

Ärgerlich aus Aarauer Sicht, dass Servette nach einem ruhenden Ball in Führung ging. Sébastien Wüthrich schlug den Ball zur Mitte. Djordje Nikolic konnte den Kopfball von Stevanovic noch abwehren, aber Alex Schalk traf mit einem Knaller aus kurzer Distanz zum 1:0. Die Pausenführung von Servette war verdient.

In der zweiten Halbzeit wurde der FC Aarau von Minute zu Minute besser. Die Einwechslung von Frontino für Goran Karanovic liess das Spiel kippen. Und die Tore von Frontino und Schindelholz sorgten dafür, dass die Aarauer erstmals seit 1996 wieder ein Spiel in Genf gegen Servette gewinnen konnten.

Interviews mit Torschütze Gianluca Frontino und Cheftrainer Patrick Rahmen:

Nach dem Sieg gegen Servette wird das Heimspiel gegen Lausanne am nächsten Samstag (Anpfiff im Brügglifeld: 20 Uhr) zum grossen Leckerbissen. Nach dem schlechten Saisonstart mit nur vier Punkten aus elf Spielen ist es ein kleines Fussballwunder, dass sich die Aarauer fünf Runden vor Schluss noch Hoffnungen auf den Barrage-Platz machen dürfen. Wer weiss? Vielleicht folgt gegen Ende Mai/Anfang Juni sogar noch das ganz grosse Fussballwunder.

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