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Hinten top, vorne flop: Die zwei Gesichter des FC Wohlen

Goalie Giovanni Proietti ist die einzige Wohler Konstante.

Goalie Giovanni Proietti ist die einzige Wohler Konstante.

Proietti top – offensiv ein Flop: Die Zwischenbilanz des Freiämter Challenge-League-Vereins fällt zwiespältig aus. Der Präsident des FC Wohlen beurteilt die bisherigen Leistungen als «zu fahrig und zu unpräzis».

Achterbahnfahren mit dem FC Wohlen: Der bisherige Saisonverlauf ist ein ständiges Auf und Ab. Nach dem 0:1 im Derby gegen Aarau zum Auftakt folgten drei gute Auftritte mit sieben Punkten und keinem einzigen Gegentor. Danach folgte die Baisse mit fünf sieglosen Partien und dem Tiefpunkt beim 0:1 in Locarno. Vergangene Woche wieder der Aufschwung, nach den starken Heimspielen gegen Winterthur und Vaduz durfte der FC Wohlen am Mittelfeld schnuppern. Doch konstant ist beim FCW derzeit nur die Inkonstanz. Der letzte Eindruck mit der mageren Vorstellung beim 0:2 gegen Biel in Neuenburg zieht die Bilanz wieder ins Minus. «Ich hatte mir schon mehr erhofft», gibt Wohlen-Trainer David Sesa unumwunden zu.

Rang neun mit zwölf Punkten aus ebenso vielen Spielen kann den FC Wohlen trotz Primärziel Ligaerhalt nicht zufriedenstellen, das Sechs- Punkte-Polster auf Schlusslicht Locarno ist immerhin ansprechend. Die Wohler Problemzone liegt vorab im offensiven Bereich: Nur fünf erzielte Treffer (zwei wurden Wohlen beim Forfaitsieg gegen Wil geschenkt) ergeben eine Torquote von 0,4 pro Spiel – das ist Liga-Minusrekord und «deutlich zu wenig» (Sesa). Die beiden Starstürmer Ianu und Gaspar konnten sich bislang noch nicht wunschgemäss entfalten. «Wir müssen im Strafraum konkreter werden», fordert Sesa und spricht dabei aber das gesamte Team an. Die Defensive startete zunächst brillant in die Saison und spielte mehrfach «zu null», wurde mit der Zeit aber fehleranfällig. Insbesondere Wohlens Aussenverteidiger offenbarten zuletzt einige Defizite.

Unzufrieden mit der Position

Auch Andy Wyder redet Klartext: «Der neunte Rang ist doof. Wir wollen nach vorne schauen in der Rangliste und nicht nach hinten.» Der Präsident des FC Wohlen beurteilt die bisherigen Leistungen als «zu fahrig und zu unpräzis. Das ist nicht das, was ich von dieser Mannschaft sehen will. Es liegt noch viel Arbeit vor uns, wir schöpfen unsere Möglichkeiten noch nicht voll aus.»

David Sesa sieht das Potenzial des Teams nach wie vor in den ersten sechs bis sieben Plätzen der Challenge League: «Wir haben eine Mannschaft, die gegen alle Gegner gewinnen, aber auch verlieren kann.» Als grösster Gewinner sticht auf Wohler Seite Goalie Giovanni Proietti heraus. Ausgerechnet Proietti! Der schlitzohrige Italiener wurde trotz seiner riskanten «Zirkus-Nummern» und Flamur Tahirajs ausgezeichnetem Frühling von Sesa zur Nummer eins gemacht und übertraf die Erwartungen mit diversen exzellenten Leistungen bei weitem.

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