Die laufende Fussballsaison hat noch nicht einmal den Halbzeitpfiff hinter sich und bereits hat der 4.-Ligist FC Leibstadt mehr Strafpunkte als die sieben besten Mannschaften seiner Liga zusammen - sage und schreibe 171 Strafpunkte musste sich die Mannschaft von Coach Martin Benz in den ersten zwölf Meisterschaftspartien zuschreiben lassen.

Ein brisantes Thema, zu dem Vereinspräsident Marc Keller via Telefon heute keine Auskunft geben wollte. Leibstadts Sportchef Besim Golaj erklärt die Situation wie folgt: «Die Saison hat für uns schon schlecht begonnen. Es kam beim Ausfüllen der Spielerkarte vor einem Spiel zu einem Irrtum, wobei bei einem unserer Spieler ein falscher Name aufgeschrieben wurde. Dieses Missverständnis brockte uns ungefähr 80 Strafpunkte ein.» Wie sich herausstellt, passierte dies beim Sportchef höchstpersönlich.

Bei Schiedsrichtern unbeliebt?

Zudem ist Golaj der Meinung, dass sein Verein oftmals absichtlich benachteiligt wird, grösstenteils durch die Schiedsrichter. «Der Weg zu uns nach Leibstadt ist unbeliebt. Ich denke, dass die Schiedsrichter oftmals schon mit schlechter Laune zu einem Spiel antreten», ist sich der Sportchef sicher.

Dies und vermutlich die ebenfalls dürftige fussballerische Leistung des Teams (Zurzeit auf dem letzten Tabellenrang, Anm. d. Red.) führt bei den Akteuren offenbar zu Wutausbrüchen, Beleidigungen und Handgreiflichkeiten während und nach den Partien. Mehrere FC-Leibstadt-Spieler sind daher durch die Spielleiter bereits zu Strafen verdonnert worden - einer davon ist bis Mai 2014 gesperrt.

Intern handeln

Erst kürzlich hielt der Vereinsvorstand eine Sitzung zum besagten Thema ab. Einer findet klare Worte zur momentanen Situation, Leibstadt-Coach Martin Benz: «Es kann nicht sein, dass immer die gleichen Spieler mit ihrem Verhalten solche Strafpunkte provozieren. Wir als Vorstand müssen nun handeln.»

Bei der Sitzung sei über einen möglichen Rückzug der gesamten 4.-Liga-Mannschaft diskutiert worden. «Entweder lösen wir das Problem mit der Bestrafung von den Betroffenen oder wir ziehen das Team zurück», sagt Benz.

Das Ziel sei es in der nächsten Saison mit einer Wettbewerbsfähigen Mannschaft anzutreten, die vor allem fussballerisch Akzente setzt und nicht wie anhin durch Missachtung des Fairplays.

Eklat vor zwei Jahren

Der FC Leibstadt war bereits vor etwas mehr als drei Jahren in die Schlagzeilen geraten, als ein Grossteil der Mannschaft beschlossen hatte, anstatt ins Trainingslager nach Las Vegas zu verreisen. Daraufhin wurde die erste Mannschaft aus der 2. Liga zurückgezogen. Der damalige Präsident wurde anschliessend sogar mit dem Tod bedroht.