Challene League
Hier macht sich Wohlens Goalie Proietti zur grossen Lachnummer

Wohlens Goalie Giovanni Proietti will im kapitalen Spiel seinen Gegenspieler mit einem Trick vernaschen – und verletzt sich dabei. Nach dem Flop des Jahres wird er aufs Abstellgleis gestellt. Proietti darf nicht mal mehr auf der Ersatzbank sitzen.

Ruedi Kuhn
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Grosser Jubel beim abstiegsgefährdeten FC Wohlen nach dem verdienten 4:2-Sieg gegen Stade Nyonnais. Fünf Runden vor Schluss ist die Hoffnung auf den Ligaerhalt also zurückgekehrt.

Bei aller Freude und Zuversicht vor dem wegweisenden Auswärtsspiel gegen Delémont am nächsten Sonntag (Anpfiff: 15 Uhr) sorgt ein Spieler für grossen, ja sogar sehr grossen Ärger: Torhüter Giovanni Proietti.

Vor dem Spiel gegen Nyon warnte Trainer Ryszard Komornicki den für Showeinlagen bekannten Torhüter vor Ausflügen, Dribblings und riskanten Tricks. Vergeblich.

Proietti wurde zur grossen Lachnummer, als er gegen Ende der ersten Halbzeit zu einem Absatztrick ansetzen wollte und sich den Ball ans Schienbein schoss. Damit aber nicht genug der Unbill. Der 34-jährige Goalie verletzte sich an der Kniekehle, hatte grosse Schmerzen und musste ausgewechselt werden.

Proietti hatte Glück im Unglück: Sein Aussetzer führte zu keinem Gegentreffer. Dennoch ist für den Italiener die Zeit beim FC Wohlen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit abgelaufen.

Nach den beiden Platzverweisen gegen Carouge und Chiasso wegen Reklamierens und vielen kuriosen Szenen im Verlauf dieser Saison wird der Keeper mit den starken Reflexen von der Mannschaftsliste gestrichen.

Gegen Stade Nyonnais zog Proietti einen rabenschwarzen Abend ein: Vor dem Treffer zum 1:1 liess er einen harmlosen Flankenball aus den Händen gleiten, dann stellte er sich mit einer unüberlegten, ja dummen Aktion selbst ins Abseits.

Komornicki: «Er wird nicht einmal mehr auf der Ersatzbank sitzen»

Und was sagt Komornicki zum Fall Proietti? Der 52-jährige Pole sprach gestern Klartext: «Proietti wird in dieser Saison nicht mehr für den FC Wohlen zum Einsatz kommen. Er wird nicht einmal mehr auf der Ersatzbank sitzen. Im Abstiegskampf sind Tugenden wie Teamgeist, Solidarität und Seriosität gefragt und keine Showeinlagen.»

Für Proietti ist die aktuelle Entwicklung eine bittere Pille. Er muss sich aber an der eigenen Nase nehmen.

Es ist wohl Ironie des Schicksals, dass ausgerechnet der Mann, der von allen Teamkollegen eine profihafte Einstellung fordert, zur unerwünschten Person wird. Proietti ist ein gutes Beispiel dafür, wie schnell es im Fussball gehen kann: Während der Vorrunde war er Publikumsliebling und Überflieger, nun ist er der Buhmann.

Gegen Delémont wird Flamur Tahiraj im Tor stehen, der junge Silvio Rüfenacht ist neu die Nummer zwei. Bleibt die Frage, ob nach Proiettis Rausschmiss tatsächlich mehr Ruhe in die Abwehr des FC Wohlen kommen wird oder nicht.