Handball
Hexer Pramuk hält Penalty kurz vor Abpfiff – Suhr Aarau ergattert ersten Punkt

Der HSC Suhr Aarau gewinnt seinen ersten Punkt seit dem Wiederaufstieg in die Nationalliga A. Das Auswärtsspiel gegen Fortitudo Gossau am Mittwoch ging 26:26 aus.

Andreas Fretz
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Suhr-Goalie Martin Pramuk hält einen Siebenmeter wenige Sekunden vor Spielende – das Archivbild stammt von letzter Saison, als er noch für Pfadi Winterthur im Tor stand.

Suhr-Goalie Martin Pramuk hält einen Siebenmeter wenige Sekunden vor Spielende – das Archivbild stammt von letzter Saison, als er noch für Pfadi Winterthur im Tor stand.

Martin Deuring

Vom «Spiel der Wahrheit» sprach Suhr Aaraus Coach Guido Frei im Vorfeld der Partie. Von einem Gegner auf Augenhöhe. Wie recht er behalten sollte. Fünf Sekunden waren im Krimi in Oberbüren noch zu spielen, als die Schiedsrichter dem Gastgeber aus der Ostschweiz einen Siebenmeter zusprachen. 26:26 stand es zu diesem Zeitpunkt. Suhr Aarau drohte eine weitere Nullnummer nach einer kämpferischen Leistung, die vierte Niederlage im vierten Spiel.

Pramuks Videostudium

Gossaus Topskorer Valon Dedaj übernahm die Verantwortung. Ihm gegenüber der 37-jährige Slowake Martin Pramuk, die Neuverpflichtung der Aargauer, die zuletzt wegen einer Gehirnerschütterung ausfiel. Dedaj schiesst, Pramuks Bein ist zur Stelle, der Ball rollt ins Aus. Beim HSC Suhr Aarau wird gejubelt wie nach dem Aufstieg. Es ist zwar nur ein Punkt, aber ein ungemein wichtiger Punkt. Der erste in der neuen Saison. «Im Videostudium bemerkte ich, dass Dedaj 90 Prozent seiner Siebenmeter geradeaus schiesst», strahlte Pramuk. Bereits in der ersten Halbzeit parierte er einen Strafstoss des kosovarischen Nationalspielers.

Während der 60 Minuten rannte Suhr Aarau meist einem knappen Rückstand hinterher. Nur einmal, beim Stand von 13:12 in der 27. Minute, führten die Aargauer. Herausragend war dabei ihr Topskorer Mischa Kaufmann. Mit 12 Toren erzielte er beinahe die Hälfte der Gästetreffer. Vom Penaltypunkt gab er sich in sechs Versuchen keine Blösse.

«Dieser Punkt war unglaublich wichtig», sagte HSC-Trainer Patrik Fend. Beim Penalty fünf Sekunden vor Schluss habe er nicht viel gedacht, einfach nur gehofft. Fend lobte seine Spieler für den Kampfgeist und die Moral. «Sie haben immer daran geglaubt, auch in den vorangegangenen Partien.» Umso bitterer wäre es gewesen, wenn gegen Gossau der Lohn ausgeblieben wäre. Torhüter Pramuk trauerte gar dem möglichen Sieg nach. Beim Stand von 26:26 wurde ein Gegenstoss des HSC Suhr Aarau wegen eines Stürmerfouls abgepfiffen.

Telegramm

Gossau - Suhr Aarau 26:26 (13:13)

Thurzelg, Oberbüren. – 120 Zuschauer. – SR Brunner/Salah. – Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Gossau, 6mal 2 Minuten inklusive Disqualifikation (Patrick Strebel/59.) gegen Suhr Aarau.

Fortitudo Gossau: Hug/Meier (für 1 Penalty); Ham (4), Christ (2), Dedaj (4), Näf (9/2), Harder (2), Neff, Würth (5), Bösch, Piske.

Suhr Aarau: Pramuk/Wick (20.-43.); Kasapidis (2), Suter (4), Romann (2), Lukas Strebel, Josic (4), Studer, Kaufmann (12/6), Patrick Strebel (2).

Bemerkungen: Suhr Aarau ohne Konecnik (verletzt). Verhältnis verschossener Penaltys 2:1.