Handball

Heute fliegt er nach Norwegen: Endlich hat das lange Warten des Nicolas Suter ein Ende

Nicolas Suter landet am Dienstagabend in Oslo und bestreitet knapp 20 Stunden später sein erstes Mannschaftstraining mit seinen neuen Teamkollegen bei Haslum HK.

Nicolas Suter landet am Dienstagabend in Oslo und bestreitet knapp 20 Stunden später sein erstes Mannschaftstraining mit seinen neuen Teamkollegen bei Haslum HK.

Der 25-jährige Aarauer beginnt heute sein Ausland-Abenteuer in Oslo – das Coronavirus hat aber auch vor seinen Plänen nicht halt gemacht.

Am frühen Mittwochabend hat das lange Warten des Nicolas Suter endlich ein Ende. Morgen steht der 25-jährige Aarauer Handballspieler nach rund viereinhalb Monaten endlich wieder einmal auf der Platte.

Aber der Reihe nach: Als der Transfer des Rückraumspielers zum norwegischen Verein Haslum HK Anfang März offiziell verkündet wurde, war noch nicht abzusehen, dass das Coronavirus die Sportwelt in grossen Teilen und während Monaten lahmlegen würde. «Ich konnte mich trotz der Pandemie in aller Ruhe auf Norwegen vorbereiten», sagt Suter.

Das hat auch damit zu tun, dass ihm von seinem künftigen Trainer bald einmal versichert wurde, dass sein Vertrag beim im Osloer Vorort Bekkestua beheimateten Verein nicht in Gefahr sei. Ganz im Gegenteil beispielsweise zu seinem ehemaligen Teamkollegen Philipp Holm, dessen Wechsel von Wacker Thun zu Drammen HK wegen den Folgen der Coronakrise platzte.

Zuerst Masterarbeit statt Auslandsemester

Nichtsdestotrotz wurden auch Suters Pläne von der Covid-19-Pandemie arg durcheinandergewirbelt. Das eigentlich für den Herbst geplante Auslandsemester an einer renommierten Wirtschaftshochschule in Oslo ist vorläufig nicht möglich. Er wird versuchen, dieses im Frühling nachzuholen und kümmert sich deshalb vorerst um seine Masterarbeit.

«Das hat auch seine Vorteile: So habe ich zuerst etwas Zeit, mich zu akklimatisieren und die Sprache intensiv zu lernen», sagt Suter, der möglichst bald einen Norwegisch-Intensivkurs belegen will.

Frühe Abschiede wegen Quarantäne-Ungewissheit

Auch den Abgang aus Thun hat sich Suter anders vorgestellt. Statt einer offiziellen Verabschiedung im Rahmen eines Playoffspiels in der Lachenhalle musste er sich damit begnügen, dass er vorletzte Woche wenigstens seinen Teamkollegen so richtig «Tschüss» sagen konnte.

«Natürlich wäre es rund um eine Partie emotionaler gewesen, aber ich habe es auch so geniessen können. Das ganze Team hat sich Zeit genommen – da habe ich schon noch einmal gespürt, was man in Thun hat», sagt Suter.

Auch von Familie und Freunden ausserhalb der Wacker-Familie hat er sich bereits vorletzte Woche verabschiedet – sicherheitshalber. Dies deshalb, weil vorerst unklar gewesen war, ob Norwegen für einreisende Schweizer eine Quarantäne verhängt. Wäre dies der Fall gewesen, hätte Suter bereits vor 10 Tagen fliegen müssen.

Das aber hat sich erübrigt, Schweizer müssen in Norwegen nicht in die Quarantäne. Läuft alles nach Plan, landen Suter und sein neuer alter Teamkollege Viktor Glatthard, mit dem er bereits bei Wacker zusammengespielt hat, deshalb erst heute Abend kurz vor 22 Uhr in der norwegischen Hauptstadt Oslo.

Knapp 20 Stunden später steht bereits das erste Training von Haslum HK in der Vorbereitung auf die neue Saison an – für Suter eine Premiere.

Erstes Mannschaftstraining nach viereinhalb Monaten

Der Aargauer ist froh, geht es endlich auch für ihn wieder auf der Platte los. Denn: Seit dem Saisonabbruch in der Schweiz Mitte März hat er sich während rund viereinhalb Monaten auf eigene Faust fit halten müssen.

Derweil haben seine neuen Teamkollegen das Mannschaftstraining Mitte Mai wieder aufgenommen, wenngleich zu Beginn noch ohne Körperkontakt. «Vor dem handballspezifischen Training habe ich deshalb schon noch einen gewissen Respekt», sagt Suter und ergänzt: «Aber ich freue mich unglaublich!»

Und es geht gleich Schlag auf Schlag weiter: Nur einen Monat nach dem Trainingsauftakt geht es für Suter in der Eliteserien mit dem Meisterschaftsbetrieb los.

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