FC Aarau
Heute das Derby – dann fliegt Kim Jaggy nach Brasilien zum Abschluss seiner Profikarriere

Kim Jaggy gibt heute im Derby gegen den FC Wohlen wohl seine Abschiedsvorstellung im Dress des FC Aarau. Bereits morgen fliegt er für die Copa América in die USA.

Dean Fuss
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Kim Jaggy: «Ich werde den FCA-Dress in Wohlen zu 99 Prozent zum letzten Mal tragen.» (Archivbild)

Kim Jaggy: «Ich werde den FCA-Dress in Wohlen zu 99 Prozent zum letzten Mal tragen.» (Archivbild)

Keystone/Jean-Christophe Bott

Kim Jaggy steht vor dem Abgang beim FC Aarau. Nach drei Jahren im Brügglifeld wird der Aussenverteidiger seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag wohl nicht mehr verlängern. Nach den sich abzeichnenden Abgängen von Igor Nganga und Luca Radice droht dem Challenge-League-Klub damit der Verlust des dritten Routiniers zum Ende dieser Saison.

Die FCA-Führungscrew um Sportchef Raimondo Ponte hat Jaggy zwar einen neuen Einjahresvertrag angeboten, dieser entsprach aber nicht den Vorstellungen des 33-Jährigen. «Ich bin mittlerweile in einem Alter, wo ich nicht mehr nur auf ein Jahr hinaus planen kann», sagt der zweifache Familienvater. Er will weiterhin auf dem Platz stehen, sucht aber einen sauberen Übergang vom Dasein als Profisportler ins Leben nach der Karriere.

Kim Jaggy: Geburtsdatum: 14.11.1982 Grösse: 1,76 m Gewicht: 68 kg Position: Verteidiger Mein Essen: Grünes Curry Mein Getränk: Rivella Mein Song: No Diggity – Ed Sheeran Mein Film: Training Day Meine Macke: «Immer wenn ich zu Hause los will, suche ich meine Schlüssel.»

Kim Jaggy: Geburtsdatum: 14.11.1982 Grösse: 1,76 m Gewicht: 68 kg Position: Verteidiger Mein Essen: Grünes Curry Mein Getränk: Rivella Mein Song: No Diggity – Ed Sheeran Mein Film: Training Day Meine Macke: «Immer wenn ich zu Hause los will, suche ich meine Schlüssel.»

Keystone

Nun liegt ihm ein Angebot eines Klubs aus der Promotion League vor, der ihm genau das ermöglichen soll: mehrjährige Planungssicherheit, Traineraufgaben im Juniorenbereich und Zeit für weitere Ausbildungen. Und auch diese sind schon geplant: Im kommenden Herbst startet Jaggy eine Ausbildung zum Fitnessinstruktor. Zudem will er möglichst bald die hiesigen Trainerdiplome machen.

«Es ist schade, dass ich den FCA höchstwahrscheinlich verlassen muss, um diese Möglichkeit zu erhalten», sagt Jaggy, der seine Karriere als hoffnungsvolles Talent einst beim Aarauer Nachwuchs lanciert hatte. Aber das anderweitig angebotene Projekt reize ihn persönlich sehr. Und deshalb ist es nur logisch, dass sein Abschied aus Aarau bereits beschlossene Sache zu sein scheint: «Ich werde den FCA-Dress in Wohlen zu 99 Prozent zum letzten Mal tragen», sagt Jaggy.

Etwas ist zu 100 Prozent sicher: In dieser Saison wird er nach dem Wohlen-Spiel ganz sicher nicht mehr für die Aarauer auflaufen. Denn bereits morgen – und damit fünf Tage vor dem letzten Saisonspiel des FCA gegen Schaffhausen – fliegt der Schweizer mit haitianischen Wurzeln nach Florida, um sich der Nationalmannschaft Haitis anzuschliessen. Unweit von Tampa an der idyllischen Westküste des US-Bundestaates bereitet sich das Team des karibischen Inselstaats in einem Trainingscamp auf die Copa América Centenario vor.

Wohlen wartet auf den ersten Derby-Sieg

Der FC Wohlen hat noch keines der bisherigen elf Aargauer Derbys gegen den FC Aarau gewinnen können. Sieben Mal gewann der FCA, immerhin vier Mal endete der innerkantonale Vergleich mit einem Unentschieden. Beim Kampf um den ersten Sieg gegen Aarau können die Wohler nicht auf die Unterstützung der gesperrten Muhamed Seferi und Deni Kadoic, die verletzten Nico Abegglen, Miguel Castroman (der übrigens für ein weiteres Jahr im Freiamt bleibt), Simon Dünki, Simon Grether, Joël Geissmann, Samir Ramizi und Torhüter Joël Kiassumbua, der mit der kongolesischen Nationalmannschaft unterwegs ist, zählen. Die Aarauer müssen ihrerseits auf Captain Sandro Burki (der gestern am Meniskus operiert wurde), Luca Radice, Miguel Peralta, Steven Deana (wird nach seiner Gehirnerschütterung geschont) sowie die langzeitverletzten Marco Thaler und Francesco Russo verzichten. (dfs/ruku)

Während nämlich hierzulande alles von der Europameisterschaft in Frankreich spricht, wird vom 3. bis 26. Juni in den USA die Copa América Centenario ausgetragen. Wegen des Jubiläums zum 100jährigen Bestehen des südamerikanischen Fussballverbandes Conmebol wird der Sieger der eigentlichen Kontinentalmeisterschaft erstmals überhaupt ausserhalb Südamerikas ausgespielt. Zudem konnten sich ausnahmsweise auch sechs Nationen aus dem Fussballverband Nord- und Mittelamerikas und der Karibik (Concacaf) für die Endrunde qualifizieren. Und das gelang Haiti, wo Jaggy im November 1982 geboren worden war.

Das Highlight zum Schluss?

Seit 2011 lief Jaggy in insgesamt 16 Spielen für sein Geburtsland auf. Bei seinem Debüt vor knapp fünf Jahren hätte er wohl kaum damit gerechnet, dass ihn dieses Engagement nun auf die ganz grosse Fussballbühne katapultieren würde. Haiti spielt in der Gruppenphase gegen Peru (4. Juni), Brasilien (8. Juni) und Ecuador (12. Juni). «Was für ein Traumlos! Das wird ganz sicher mein Karriere-Highlight werden. Es ist wunderbar, dass ich das so noch erleben darf», sagt Jaggy. Obwohl er in den vergangenen drei Partien unter dem neuen Nationaltrainer noch nicht zum Einsatz gekommen ist, glaubt er an seine Chance: «Ich werde mich wieder ins Team zurückkämpfen und hoffe, dass ich mich beweisen kann.»

Entscheidet sich Jaggy für das vorliegende Angebot aus der Promotion League, verabschiedet er sich in den Amateurfussball. An der Copa América Centenario könnte er dafür mit einem Einsatz gegen die brasilianischen Samba-Fussballer einen mehr als nur würdigen Rahmen vorfinden.

Kim Jaggy als Tennisball-Jongleur:

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