Steinstossen

Herznach entwickelt sich zur nationalen Hochburg des Steinstossens

Neue Rekorde sind Simon Hunzikers Trainingsanreiz. wr

Neue Rekorde sind Simon Hunzikers Trainingsanreiz. wr

Die Aargauer Szene ist klein und hat einen Namen: Simon Hunziker. Der 32-jährige Herznacher hat im Fricktaler Dorf ennet der Staffelegg einen Boom entfacht, der in eineinhalb Jahren einen ersten Höhepunkt erlebt.

Steinstossen ist in der Schweiz ebenso bodenständig verankert wie das Schwingen. Entsprechend konzentriert sich auch diese Szene auf ländliche Hochburgen. Im Jahr 2000 entdeckte Simon Hunziker als ehemaliger BTV-Aarau-Kugelstösser die urchige Sportart. Inzwischen konzentriert sich der einstige Leichtathletik-Mehrkämpfer auf den Wettkampf mit den Steinen, ohne seinen Hang zur Polysportivität aufzugeben. Bevor er die Steinstoss-Saison im Mai beginnt, absolviert er mit seinen Herznacher Turnern ein Handballturnier.

Beim Training kennt Simon Hunziker keine Halbheiten. «Ich trainiere permanent sechsmal pro Woche», betont er. Im Winter liegt der Schwerpunkt auf dem Kraft- und Ausdauertraining, im Sommer fokussiert er auf die Technik mit den Steinen. Regelmässig steht er auch als Riegenleiter für den Turnverein im Einsatz. Entsprechend ist in Herznach das Steinstossfieber ausgebrochen. Im Training eifern ihm bis zu einem Dutzend Turnerinnen und Turner nach. Der Aufwand trägt reichlich Früchte. Hunziker feierte bisher sechs Schweizer Meistertitel, vier mit dem 40-kg-Stein und zwei mit dem 18er.

Schweizer Rekord mit Ansage

Als vorläufigen Höhepunkt erreichte «Hunzi», wie ihn die Sportkollegen rufen, einen Schweizer Rekord mit dem 40-kg-Stein. Das war sozusagen ein Erfolg mit Ansage. 2011 hatte er dieses Ziel bekannt gegeben. Auch ein Arbeitsunfall hinderte ihn nicht daran. Ein Jahr später gelang der Exploit.

«Ohne konkretes Ziel kommt mir keiner ins Training», sagt Hunziker. Deshalb sass er mit seinem Trainingsteam auch im vergangenen Winter zusammen und forderte von jedem einzelnen eine Zielsetzung ein. «Man muss sich im Sport hohe Ziele setzen, sonst erreicht man nichts.» Gemäss dieser Devise geht «Hunzi» voran. 2014 nimmt er den Schweizer Rekord mit dem 18-kg-Stein ins Visier. Dieser steht bei 10,24 m, aufgestellt vom Schmiedrueder Jürgen Rueland vor 17 Jahren. Hunzikers Bestweite liegt bei 9,80 m.

Aber nicht nur der Herznacher Leader ist rekordhungrig. Gian Wälchli wandelt auf den Spuren seines Lehrmeisters. 2012 setzte er bei der Jugend mit dem 8-kg-Stein eine neue Bestweite. Zwei Jahre später geht der potenzielle Hunziker-Nachfolger bei den Junioren auf Rekordjagd. Zum definitiv «grossen Wurf» setzen die Steinstösser des STV Herznach im September 2015 an. Dann führt der Verein die Schweizer Meisterschaften im Steinstossen durch. Das Ziel ist hoch gesetzt: Der gross aufgezogene Wettkampf soll mit dem Herznacher Sieg in der 12,5-kg-Teamwertung gekrönt werden.

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