Laufsport

Heisse Sohlen bei nasskaltem Wetter

Beim 45. Pfingstlauf in Wohlen waren dieses Jahr über 1000 Läuferinnen und Läufer aller Altersschichten und in den verschiedensten Kategorien am Start. Das kühle Wetter am war für die Teilnehmenden ein Vorteil – vor allem für die ältereren.

«Ich bin geschafft», stöhnt Ruedi Glauser aus Brugg. Der 66-Jährige steht im Zielraum und ist einen Moment lang ausser Atem. Ein Gefühl, das Glauser gut kennt – aus den Jahren zuvor. Glauser hat an allen 45 Pfingstläufen in Wohlen teilgenommen. Doch am diesjährigen Pfingstsamstag fühlt er sich besser als in anderen Jahren, weil es bewölkt ist. «Die Bedingungen heute sind gut», bestätigt er. «Und im Wald ist es geradezu ideal. Ich mag es nicht, wenn es zu heiss ist, ich ertrage die Hitze nicht so gut.» Der einzige Kritikpunkt für ihn ist die Unterlage. Der Boden sei etwas rutschig, meint er. Trotzdem landet er von 48 Läufern in der Kategorie M60 auf Platz 24 mit einer Zeit von 50 Minuten und 50 Sekunden – etwas über 10 Minuten Rückstand auf den Sieger. Als er seine Zeit sieht, wird er etwas nostalgisch. «Früher bin ich die Strecke in 28 Minuten gelaufen», erzählt er. «Aber damals hat das nicht für die besten 10 Plätze gereicht.»

Am diesjährigen Rennen hätten 28 Minuten für die 10 Kilometer lange Strecke locker für den Sieg gereicht. Die schnellste Zeit lag rund 3 Minuten darüber, wobei das Rennen fast eine Minute schneller war als noch im Vorjahr. Anders als damals standen dieses Jahr in den Hauptkategorien jedoch nicht so viele Aargauerinnen und Aargauer zuoberst auf dem Podest. Samuel Keller, Vorjahressieger in der Kategorie M20, landete diesmal auf Platz 2. Der einzige Aargauer Sieger in einer der Hauptkategorien war Markus Joho aus Dintikon. Er überschritt in der Kategorie M30 als Erster die Ziellinie.

Bei den Frauen war die Ausbeute über 10 Kilometer ähnlich: Nur Fiona Kirk aus Bellikon konnte für den Aargau gewinnen. Sie holte den Sieg
in der Kategorie F20 – etwas überraschend, da sie zum ersten Mal in Wohlen startete. «Und dabei war ich noch relativ müde heute am Start», gibt sie zu. «Aber die Strecke gefällt mir sehr gut, vor allem, weil sie durch den Wald führt.» Auch ihr sind die eher kühlen Temperaturen entgegengekommen: «Bei einem Wettkampf sollte es nicht allzu heiss sein.» Und der Boden? «Ach, wenn der Boden etwas feucht ist, macht das nicht so viel», meint sie. Bei diesen für einen Wettkampf idealen Temperaturen nimmt man den nassen Boden gern in Kauf.

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