An den Schweizer Meisterschaften im Vereinsturnen in Zofingen konnten die Aargauer den Heimvorteil nicht nutzen: Statt sechs wie im Vorjahr holten sie nur noch vier von 14 Meistertiteln. Neuenhof musste in der Gerätekombination Pomy und Sulz am Reck Chiasso vorbeiziehen lassen.

Dabei hätten die Aargauer eigentlich richtig absahnen wollen. Wettingen, Titelverteidiger an den Schaukelringen, beabsichtigte, den Erfolg von 2008 zu wiederholen und mit drei Meistertiteln aus der Thutstadt heimzukehren.

Doch daraus wurde nichts: Den Titel an den Schaukelringen schnappte Luzern den Limmattalern weg, und am Boden war Erzrivale Mels eine Spur perfekter. Immerhin konnte Wettingen im Sprungfinal Konkurrent Luzern bezwingen, der nach der Vorrunde noch geführt hatte.

«Wir hatten einige Stürze», analysierte Wettingens Vizeoberturner Fabio Moser die Sprungvorführung, «im Final turnten wir jedoch besser.» Weil Wettingen am Boden bei einer Hebefigur patzte, konnte Mels seinen Vorsprung gegenüber der Vorrunde noch ausbauen.

Zufrieden war Moser jedoch mit der Leistung an den Schaukelringen: «Wir haben gezeigt, was wir können. Doch leider hat das nicht gereicht, um Luzern zu schlagen.»

Final unter freiem Himmel

Zwar hatte Köbi Brach die Titelverteidigung erwartet, war aber während der Finalvorführung trotzdem wie auf Nadeln. «Draussen zu turnen ist schwieriger als in der Halle, weil die Orientierungspunkte fehlen», erklärte der Leiter der Möriken-Wildegger Trampolinturner.

Die Synchronität in der BZZ-Halle in der Vorrunde war denn auch um einiges besser als im Final, der unter freiem Himmel ausgetragen wurde. Zum Sieg reichte es trotzdem.

Bözen musste zwar den Spitzenplatz in der Gymnastik mit Handgerät an Locarno abgeben, holte aber den Meistertitel mit der Vorführung ohne Handgerät.

Für Leiterin Alexandra Berner ist das kein Problem, im Gegenteil: «Das Gefühl, gewonnen zu haben, ist unglaublich, Kreuzlingen war ein grosser Konkurrent.» Mit dem zweiten Platz in der Gymnastik mit Handgerät kann sie durchaus leben: «Locarno war einfach besser als wir.»

Die im Vorfeld der SM anvisierte Titelverteidigung ist den Rhönradturnerinnen der Rhönradriege Untersiggenthal/Turgi problemlos gelungen. Die Einzelturnerinnen haben auch viel Zeit in die Vorbereitung der Vereinsvorführung investiert: «Seit Mitte Juli haben wir jeden Sonntagmorgen trainiert», verriet Morena Seiler, eine der beiden Leiterinnen.