Dabei standen die einen mehr, die anderen etwas weniger im Rampenlicht: Oliver Hegi krönte seine bemerkenswerte Saison mit der erstmaligen Teilnahme als aktiver Turner, Niki Böschenstein sprach zwei Jahre nach seinem Karriere-Ende über ein Comeback, Lucas Fischer wurde von Swiss Olympic geehrt und Mark Ramseier amtete als Experte und Co-Kommentator. Doch der Reihe nach.

Hegi und Käslin auf Rang 8

Über 7000 Zuschauer fanden den Weg ins Hallenstadion und sorgten für einen neuen Zuschauerrekord. Oliver Hegi bildete mit der noch nicht einmal 16-jährigen Ilaria Käslin das Team Schweiz II. «Es ist ein super Gefühl, einen so grossen Wettkampf turnen zu dürfen», sagte Hegi. Die Nomination des 20-Jährigen aus Schafisheim darf als Lohn für eine ausgezeichnete Saison verstanden werden. Hegi wurde 2013 Schweizer Meister im Mehrkampf und am Pauschenpferd. An der WM in Antwerpen qualifizierte er sich als 9. für den Mehrkampffinal, den er nach einem Riss des Lederhandschuhs am Reck als 23. beendete. Von Materialschäden und Pech wurde Hegi in Zürich verschont. Und dank etwas Glück und Patzern der Konkurrenz qualifizierten sich Hegi und Käslin gerade noch für den Halbfinal der acht besten Teams. Bei diesem achten Rang blieb es denn auch.

Ramseier als Experte

Er sei fast so nervös gewesen wie vor einem Ernstkampf, sagte Hegi. Der Start in den Wettkampf gelang ihm und seiner Partnerin nicht optimal, doch die zwei jungen Schweizer steigerten sich. Vor allem am Pauschenpferd vermochte Hegi mit einem schönen Vortrag zu überzeugen. «Eine super Übung ohne Wackler» nannte es Mark Ramseier. Der 29-jährige Teufenthaler, langjähriger Captain der Schweizer Nationalmannschaft, erklärte den Zuschauern im Hallenstadion das Geschehen als Co-Kommentator und Experte. Der frisch-brevetierte Wettkampfrichter erfüllte seinen Job kompetent und wohltuend unaufgeregt.

Ehrung für Lucas Fischer

Der dritte Aargauer im Rampenlicht war Lucas Fischer. Im Frühjahr wurde der 23-Jährige aus Möriken Vize-Europameister am Barren, auf die WM im Herbst musste er wegen eines erneuten epileptischen Anfalls verzichten. Fischer betrat das Hallenstadion an Krücken. Er nutzte die Wettkampfpause für einen operativen Eingriff am Knie. Kurze Strecken könne er bereits ohne Gehhilfen zurücklegen, sagte Fischer. Das Training wird er im kommenden Jahr wieder aufnehmen. Fischer wurde von Ralph Stöckli, dem Chef Leistungssport von Swiss Olympic, für seine Leistungen geehrt.

Böschensteins Comeback-Pläne

Ebenfalls im Hallenstadion, aber nicht im Rampenlicht, stand Niki Böschenstein. Der 28-jährige Würenloser, der neuerdings in Spreitenbach wohnt, besuchte den Anlass mit seinem Göttibueb. Böschenstein prägte das Schweizer Kunstturnen als mehrfacher Schweizer Meister, EM-, WM- und Olympiateilnehmer. Bei seinen zahlreichen Teilnahmen am Swiss Cup bewies der Rock’n’Roller unter den Kunstturnern regelmässig sein ausgeprägtes Showtalent und avancierte zum Publikumsliebling. Doch das ist Vergangenheit. Oder? Böschenstein verriet: «Letzte Woche trainierte ich erstmals wieder im Regionalen Leistungszentrum in Niederlenz.» Es reize ihn, einmal Schweizer Meister bei den Amateuren zu werden. Unmittelbar nach seinem Karriere-Ende habe er einige Kilos zugelegt, doch nun arbeite er in einem Fitnesscenter in Muri und sei gut in Form. Man darf gespannt sein ...

Eine Premiere feierte zudem André Vollenweider. Der «Kampfrichterchef Männer» des Aargauer Turnverbands stand am Swiss Cup zum ersten Mal an einem internationalen Turnier als Kampfrichter im Einsatz.