Frauenfussball
Hartes Derby zwischen Aarau und Baden

Im Kantons-Derby zwischen Aarau und Baden gaben die Fussballerinnen alles. Nun geht es für beide Mannschaften um den Ligaerhalt.

Roman Michel
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Aaraus Lucie Bischof (links) gegen Muenever Akyol
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Melanie Huber (links) tacklet Badens Cristina Da Silva
Das altbekannte Derby-Lied
Aaraus Fabienne Bangerter (oben) im Luftduell gegen Desiree Wiget

Aaraus Lucie Bischof (links) gegen Muenever Akyol

Alexander Wagner

Das Geschehen erinnerte ans Überzahlspiel im Eishockey oder an die Partien des FC Barcelonas. Der FC Aarau stürmte, drippelte, schoss; er drohte den Kantonsrivalen Baden zu erdrücken. Allein FCA-Stürmerin Irina Grütter kam zu etlichen Top-Möglichkeiten. Doch ob per Volley-Direktabnahme, per Lupfer aus über 30 Metern – das Resultat war immer dasselbe: Das Runde wollte nicht ins Eckige.

«Eigentlich machen wir die blind», trauert FCA-Trainer Marcel Wüest den verpassten Chancen in der zweiten Halbzeit nach, «aber es fehlte das Glück.» Ein Déjà-vu, wussten die Aarauerinnen doch auch schon im Hinspiel ihre zahlreichen Möglichkeiten nicht in Tore zu verwandeln und konnten wie am Wochenende einzig zwei Lattenknaller verzeichnen.

Baden gefährlich im Strafraum

Zwar ging der Gastgeber am Sonntag nach einem genialen Pass von Melanie Huber über das halbe Feld durch Fabienne Bangerter in Führung, doch die Equipe von Wüest verpasste es, in den folgenden Minuten die Führung auszubauen. Und wie es so schön heisst: Wer die Tor nicht macht, bekommt sie. Diesmal in Form einer Standardsituation: Sophie Löw ging bei einem Freistoss von der Aarauer Hintermannschaft völlig vergessen und schob kaltblütig zum Ausgleich für Baden ein.

Nun drehten sich die Spielvorteile. Plötzlich tauchte der Gast aus Baden immer wieder gefährlich im Strafraum auf, konnte aber ebenfalls kein Profit daraus ziehen. «Wir hätten mit einer Führung in die Pause gehen müssen», sagte Baden-Trainer Walter Malzach.

Zusammen im Abstiegskampf

Die harmlose Leistung seiner Mannschaft in der zweiten Halbzeit nahm Malzach gelassen. Die Punkte werden nun halbiert und dienen als Ausgangslage für die Runde der letzten sechs. «Das werden umkämpfte Spiele. Die Mannschaften liegen extrem nahe beieinander», weiss Wüest und sein Trainerkollege Malzach fügt sogleich an: «Die Ausgangslage ist völlig offen. Jeder kann jeden schlagen.»

Doch für beide Teams zählt nur der Ligaerhalt. Die letzten Resultate geben ihnen Grund zur Hoffnung. Bereits seit drei Meisterschaftsspielen sind die Badenerinnen ungeschlagen, noch vielversprechender sieht die Serie der Hauptstädterinnen aus: Seit sechs Partien musste die Equipe von Marcel Wüest nicht mehr als Verlierer vom Platz. «Wir sind gerüstet», sagt Malzach, denkt aber auch an die Aarauerinnen: «Es wäre schön, wenn beide Aargauer Klubs in der NLB verbleiben könnten.» Damit wäre sicherlich auch Wüest einverstanden. Anstatt zu trainieren, erlaubte er seinem Team einen Hallenbad-Abend. Ob dies die perfekte Vorbereitung ist, wird sich im April zeigen.