Bald kommt es zum grossen Aufeinandertreffen der stärksten Nationen. Ab dem 20. September messen sich die besten Rugby-Nationalteams an der Weltmeisterschaft in Japan. Gespielt wird während rund sechs Wochen in zwölf verschiedenen Stadien. Und auch in diesem Jahr dürfte es für die kleineren Nationen schwierig werden, an den Favoriten wie Australien, Neuseeland oder Südafrika vorbeizukommen.

Doch der Rugbysport findet nicht nur in Fernost statt. Gleich drei Vereine sind im Aargau stationiert. Die Hausen Baboons, welche das 7er-Rugby spielen, die Baden Banditos, die Touch-Rugby praktizieren, und Würenlos, wo das klassische Rugby Union, auch 15er-Rugby genannt, gespielt wird.

Der Anfang wurde in einer Schule gemacht

Im Jahr 1994 wurde der Rugby Club Würenlos gegründet, der heute in der 3. Liga spielt. Seit Anfang an ist der heutige Präsident Oliver Wolf mit dabei. Er machte die Bekanntschaft mit der Sportart in der Schule, spielte danach 25 Jahre für den RCW. Für ihn hat die Sportart etwas ganz Besonderes: «Rugby ist für mich die kompletteste aller Sportarten. Egal wie schwer, schnell oder gross man ist, bei uns findet jeder seinen Platz.»

Seither verzeichnet die Sportart im Aargau laut Wolf ein stetiges Wachstum: «In den letzten 25 Jahren ist Rugby immer grösser geworden. Ich erinnere mich, als wir dazumal noch zu viert auf dem Trainingsgelände waren. Das ist heute undenkbar.»

In Hausen dagegen wird 7er-Rugby gespielt. Die Baboons sind ein noch relativ junger Club, der vor fünf Jahren gegründet wurde. An den Olympischen Spielen wurde das 7er-Rugby ausserdem in die Disziplinen aufgenommen.

Einen eigenen Charme

Eine weniger gefährliche Variante des Rugby wird in Baden praktiziert. Beim Touch Rugby ist ausschlaggebend, dass die Gegenspieler nicht zu Boden gebracht werden, sondern nur berührt. Für Pasqual Neuweiler, Mitglied und Development Director der Baden Banditos sowie der Touch-Rugby-Nationalmannschaft, hat der Touch Rugby einen eigenen Charme: «Es braucht vor allem flinke Spieler. Man muss Situationen früh erkennen und handeln können.»

Eine Liga im Touch Rugby gibt es nicht. Stattdessen treffen sich die Teams ein paarmal jährlich zum Swiss Cup, einem nationalen Touch-Turnier, an dem auch eingeladene Gäste mitmachen dürfen: «Man ist überall froh um einen neuen Spieler in seinem Touch-Team. Ich habe schon in den verschiedensten Ländern mit diversen Klubs trainieren dürfen – und ich war überall willkommen.»

Auch wenn sich die Varianten unterscheiden, mag Neuweiler das aggressivere Rugby Union, dass er selber auch gespielt hat, und freut sich auf die kommende WM. «Mir ist egal, welches Team gewinnt. Ich schaue die Spiele, weil ich die Sportart mag und mir ein gutes Spiel ansehen will», sagt er. Anders dagegen die Meinung von Oliver Wolf: «Die Teilnehmer haben alle relativ junge Teams. Trotzdem denke ich, dass man an Neuseeland vorbeikommen muss, um Weltmeister zu werden.»