Aufstiegsdrama

Handballverband lehnt Protest des TV Endingen ab: «Wir wissen, dass wir in der Sache Recht haben»

Die Enttäuschung ist gross: Der TV Endingen verpasst den Aufstieg in die NLA

Die Enttäuschung ist gross: Der TV Endingen verpasst den Aufstieg in die NLA

Die Disziplinarkommission des Handballverbandes geht nicht auf den Protest des TV Endingen ein. Damit wird Suhr Aarau in die NLA aufsteigen, sofern der TV Endingen gegen den Entscheid nicht rekurriert.

Die Nationale Disziplinarkommission (NDK) des Schweizerischen Handball-Verbands (SHV) tritt nicht auf den Protest des TV Endingen gegen die Wertung des NLB-Spiels gegen den HSC Suhr Aarau vom vergangenen Samstag ein.

Der Grund: Der Protest wurde zu spät angemeldet. Ob dieser auch inhaltlich abgelehnt worden wäre, geht aus der Begründung des Verbandes nicht hervor.

Die NDK führte in ihrer Begründung aus, dass der TV Endingen mit der Anmeldung nicht bis nach dem Spiel hätte warten dürfen, sondern diesen noch während des Spiels und vor der Fortsetzung bei gespielten 59 Minuten und 58 Sekunden hätte anmelden müssen. Das ist gemäss dem Entscheid der NDK nicht erfolgt.

Aufstiegsdrama Endingen – Suhr Aarau: Die umstrittene Szene

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Noch 6 Sekunden sind zu spielen (29:29): Endingen will einen Freiwurf ausführen, als Martin Prachar von Suhr Aarau die Rote Karte erhält. Als es weitergeht (2. Szene), sind noch 2 Sekunden zu spielen. Umstritten ist, ob die 4 Sekunden Differenz korrekt sind.

 

Weiterzug an das Verbandssportgericht möglich

Damit bleibt es beim gespielten Resultat von 29:29. Der Entscheid der NDK ist jedoch noch nicht rechtskräftig und kann mit Rekurs beim Verbandssportgericht (VSG) angefochten werden.

Die Frist läuft für den Weiterzug an das Verbandssportgericht bis Sonntag, 8. Mai 2016.

TV Endingen enttäuscht

Marco Eggenschwiler, Sportchef des TV Endingen, nimmt den abgewiesenen Protest enttäuscht zur Kenntnis. «Recht haben und Recht bekommen sind zwei verschiedene Dinge», sagt er.

Ob die Endinger gegen den Entscheid Rekurs einlegen werden, ist noch nicht entschieden. «Wir haben ja bis Sonntag Zeit», sagt Eggenschwiler. Bis es soweit ist, werde man sich Gedanken machen und Fakten sammeln.

Dass der Endinger Protest aus formal-juristischen Gründen abgeschmettert wurde, ist für die Surbtaler besonders bitter. Denn Eggenschwiler ist überzeugt, dass «wir in der Sache Recht haben». Das sollen auch Videos beweisen.

Dass der Spielfeldprotest zwei Sekunden vor Schluss und nicht erst am Ende der Partie hätte angemeldet werden sollen, ist den Endingern bewusst. «Wir haben den Protest vor Ablauf der Partie angemeldet», sagt Eggenschwiler, «aber der Delegierte muss auch darauf eingehen. Das ist irgendwie in der Grauzone abgelaufen.»

Es scheint, als ob der Protest in der turbulenten und lauten Schlussphase des Spiel untergegangen ist.

Verband bestätigt die hektischen Schlusssekunden

Marco Ellenberger, Sprecher des Handballverbands, bestätigt, dass es in den Schlusssekunden um den Zeitnehmertisch tatsächlich sehr hektisch zu und her gegangen sei.

Möglich, dass im allgemeinen Trubel die eine oder andere Wortmeldung untergegangen ist. Allerdings betont Ellenberger auch, dass die NDK den Fall sehr seriös bearbeitet hat.

Die NDK holte Stellungnahmen von den Vereinen, den Schiedsrichtern und vom Delegierten ein. Von der 7-köpfigen NDK sei ein rund sechsseitiger Bericht verfasst worden.

„Offenbar kam man zum Schluss, dass unmittelbar nach dem Ereignis kein regelkonformer Protest beim Delegierten eingegangen ist“, sagt Ellenberger.

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