Handball NLB
Der HV Olten müsste sich «sehr dumm anstellen, um die Aufstiegsspiele noch zu verpassen»

Im letzten Spiel der NLB-Vorrunde knöpfen die Oltner Handballerinnen dem Leader Spono Eagles II zu Hause einen Punkt ab. «Wir sind im Soll», sagt Co-Trainer André Bichsel.

Raphael Wermelinger
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Oltens Topscorerin Nina van Polanen (8 Tore) wird von zwei Gegenspielerinnen am Abschluss gehindert.

Oltens Topscorerin Nina van Polanen (8 Tore) wird von zwei Gegenspielerinnen am Abschluss gehindert.

Markus Müller

Sein Team hatte gerade dem bis dahin makellosen Spitzenreiter der NLB den ersten Punktverlust beschert. Trotzdem zeigte sich Oltens Co-Trainer André Bichsel nach dem 31:31-Unentschieden gegen Spono Eagles II nicht gänzlich zufrieden: «Vom Spielverlauf her ist es ein verlorener Punkt. Wir lagen kurz vor Schluss mit zwei Treffern vorne und liessen sie dann leider wieder herankommen.»

Spono Eagles ist aktuell der tonangebende Klub im Schweizer Frauen-Handball. Die erste Equipe führt die NLA an und die Reserve ist der Tabellenleader in der NLB. «Für uns ist es kein übermächtiger Gegner», relativierte Bichsel. «Sie sind dort, wo wir hin wollen – an der Spitze der NLB. Ich bin froh, dass wir endlich wieder einmal einen Gegner auf Augenhöhe hatten, der uns richtig gefordert hat.»

In der Startphase des Spitzenkampfs kassierten die Spono Eagles gleich mehrere Strafen, was die Oltnerinnen nutzten, um in Führung zu gehen. Mit mehr als zwei Treffern konnten sie sich aber nicht absetzen und der Leader kam danach besser ins Spiel. Nach einer knappen Viertelstunde lagen die Gäste erstmals vorne. Und sie bauten ihren Vorsprung zwischenzeitlich auf vier Tore aus. Das Oltner Trainerduo reagierte mit einem Timeout und fand klare Worte: «Verdammte Schissdräck – wir haben keinen Zug aufs Tor.»

Die Auszeit zeigte Wirkung: Angeführt von Nina van Polanen, die in der ersten Halbzeit sechs Tore erzielte, kämpfte sich Olten zurück und traf praktisch mit der Pausensirene zum Ausgleich (15:15). Auch die zweite Spielhälfte war hart umkämpft, kein Team konnte sich absetzen. Sieben Minuten vor Schluss lag Olten erstmals mit zwei Treffern vorne (31:29), verpasste es dann allerdings, den Match endgültig zu entscheiden. Dem Heimteam gelang kein weiterer Treffer und es ermöglichte damit den Luzernerinnen, die erste Niederlage der Saison noch abzuwenden.

Olten und Spono Eagles II lieferten sich einen 60-minütigen Fight auf Augenhöhe.

Olten und Spono Eagles II lieferten sich einen 60-minütigen Fight auf Augenhöhe.

Markus Müller

«Wir haben sehr viele Sachen gut gemacht», bilanzierte André Bichsel. «Der Start war gut, danach hatten wir einen kurzen Durchhänger. Die zweite Halbzeit war dann mehrheitlich wieder besser. Wir schaffen es aber leider noch nicht ganz, die Leistung konstant während sechzig Minuten auf dem gleich hohen Level zu halten.»

Die Vorrunde der NLB ist damit abgeschlossen. Die Bilanz der Oltnerinnen: Fünf Siege, eine Niederlage und ein Unentschieden – beide Punktverluste resultierten gegen Reserveteams. Olten belegt den zweiten Platz. In der Rangliste der fünf Nicht-Reserveteams, welche die beiden Plätze in der Auf-/Abstiegsrunde unter sich ausmachen, liegen die Oltnerinnen indes klar vorne. Mit sieben Punkten Vorsprung auf den ersten Verfolger Arbon. «Wir sind nach der Vorrunde im Soll», so Bichsel. «Wir müssten uns schon sehr dumm anstellen, um die Aufstiegsspiele noch zu verpassen.»

Als nächstes warten zwei weitere Heimspiele gegen Stans (13. November) und Zug II (20. November), dann geht es bereits in die siebenwöchige Winterpause. Das Ziel der Oltnerinnen ist klar: Den Aufstieg in die NLA schaffen, den sie in den letzten beiden Jahren jeweils nur knapp verpasst haben - einmal weil die Saison abgebrochen wurde.

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