Handball
Handball-Natitrainer Perkovac bietet gegen Deutschland 7 Aargauer auf

16 Spieler hat Nationaltrainer Goran Perkovac für die beiden Länderspiele gegen Deutschland am 9. und 10. März aufgeboten. Sieben dieser Auserwählten stammen aus dem Aargau.

Andreas Fretz
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Diese 7 Aargauer hoffen auf Länderspietore
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Thomas Heer, BSV Bern Muri,19 Spiele/15 Tore.
Marcel Hess, Pfadi Winterthur,90 Spiele/119 Tore.
Torhüter Andreas Merz, Wacker Thun, 38 Spiele.
Luca Spengler, GC Amicitia Zürich, 8 Spiele/12 Tore.

Diese 7 Aargauer hoffen auf Länderspietore

Foto Wagner

Erstaunlicher als diese Tatsache ist eigentlich nur der Umstand, dass ein Kanton mit so viel handballerischem Potenzial kein NLA-Team stellt. Nationaltrainer Goran Perkovac kennt die Region, wurde zweimal Schweizer Meister mit dem TV Suhr und war Spielertrainer. «Im Aargau verteilen sich die guten Spieler auf zu viele Clubs», ortet der Olympiasieger von 1996 das Problem, «es wäre sinnvoller, ein Topteam zu haben, anstatt fünf Mannschaften in der Nationalliga B.»

Apropos Nationalliga B: Mit Stefan Huwyler vom TV Endingen hat sogar ein Spieler aus der zweithöchsten Spielklasse ein Länderspiel-Aufgebot erhalten. Huwyler ist denn auch der einzige der sieben Aargauer, der in seiner Heimat spielt. Wie lange noch, ist eine andere Frage. «Er wird schwer zu halten sein», sagt Endingen-Trainer Zoltan Cordas. Und Huwyler bestätigt: «Ich habe mehrere Angebote erhalten und schaue mich um.» Da Endingen wohl auch nächste Saison in der NLB spielen wird, ist sein Abgang naheliegend. «Ich habe meine Favoriten, aber unterschrieben ist noch nichts», sagt der 20-Jährige aus Tegerfelden. Huwyler schätzt die Handball-Szene im Aargau, sagt, dass man «bereits als junger Spieler Erfahrungen auf hohem Niveau sammeln kann», fügt aber auch an, dass ein NLA-Club enorm wertvoll wäre, «denn sonst wandern die grössten Talente ab.»

Seine ersten A-Länderspiele bestritt Huwyler am Vierländerturnier in Katar zwischen Weihnachten und Neujahr. Perkovac sagt über den Defensiv-Spezialisten: «Er kann in der Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Abwehrspieler von seinem Format gibt es in der Schweiz nicht viele. In der Offensive besitzt er noch viel Steigerungspotenzial.» Huwyler hat mit seinen Einsätzen in den Nachwuchs-Auswahlen die Aufmerksamkeit Perkovacs erregt. Dass er es als einziger B-Ligist in den Kreis der Nationalmannschaft geschafft hat, ist auch für Huwyler speziell. Mit einem neuerlichen Aufgebot für die Spiele gegen Deutschland hat er nicht gerechnet. «Mein Bruder Simon hat mich gefragt, ob ich dabei sein werde. Ich antwortete mit ‹eher nicht›.» Vor allem, dass er nicht als Ersatz für einen verhinderten Spieler nachgerutscht ist, sondern als Stammkraft aufgeboten wurde, freut den Schüler der Sportkanti.

Die Spiele gegen Deutschland werden in Wetzlar und Koblenz ausgetragen. Huwyler geht davon aus, dass er seine Einsatzzeit bekommen wird. Vorab in der Abwehr will er seine Stärke demonstrieren. «Aber das Allerschönste wäre, wenn ich gegen Deutschland mein erstes Länderspieltor erzielen würde», sagt Huwyler.

Für Perkovac geniesst das Resultat nicht oberste Priorität. Der gebürtige Kroate will, dass die Spieler die Grenzen ihrer Möglichkeiten erreichen. «Ich will von uns einfach zwei gute Spiele sehen», sagt der Trainer.