Wasserspringen
«Habe oft Angstgefühle vor dem Sprung»

Die 13-jährige Vivian Barth stürzt sich regelmässig von den Sprungbrettern ins Wasser. Und zwar sehr erfolgreich – sie ist bereits jetzt Schweizer Meisterin in ihrer Wasserspringen Alterskategorie.

Gregory Mathys
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Neu im nationalen Nachwuchskader – Vivian Barth aus Küttigen. Gregory Mathys

Neu im nationalen Nachwuchskader – Vivian Barth aus Küttigen. Gregory Mathys

Durchatmen, konzentrieren, abspringen und sich mit zweieinhalb Saltos in die Tiefe stürzen: Genau dies tut Vivian Barth aus Küttigen praktisch jeden Tag und mit grossem Erfolg. Die 13-jährige Wasserspringerin ist in ihrer Alterskategorie Schweizer Meisterin vom 3-Meter- und vom 5-Meter-Brett, zudem Dritte vom 1-Meter. Sie sprang so überzeugend, dass sie ins Juniorennationalkader von Swiss Diving aufgenommen wurde.

«Es hat ganz knapp gereicht und mich natürlich sehr gefreut», sagt die aufgestellte Sportlerin. Nachdem sie diese Hürde genommen hat, greift sie nun die nächste an: die Qualifikation für die Junioren-Europameisterschaften nächsten Sommer in Belgrad. Wie ein Profi tönt sie, wenn sie ihre Chancen dafür abschätzt. «Vom Einmeter kann ich es schaffen, aber vom Dreimeter wird es wohl nicht reichen, da habe ich einen noch zu grossen Rückstand auf die Spitze.»

Die JEM soll aber sowieso nur eine Durchgangsstation zu höheren Zielen sein. Irgendwann will sich Barth für den höchsten aller Wettkämpfe qualifizieren. «Ein Finalplatz an den Olympischen Spielen 2020 ist mein Traum.» Um diesen zu erreichen, trainiert die Schülerin der Sportschule Buchs beim Schwimmclub Aarefisch siebenmal pro Woche im Wasser und im Kraftraum.

Die Angst als ständiger Begleiter

Ihr Haupttrainer ist übrigens auch ihr Vater, Michael Barth. Führt diese Konstellation nicht zu Reibereien innerhalb der Familie? «Nein überhaupt nicht», sagt Barth abgeklärt, «ich kann sehr gut zwischen Trainer und Vater unterscheiden.»

Damit ist das Thema vom Tisch. Nicht so einfach wegschieben kann sie dagegen das Angstgefühl, welches ein wesentlicher Bestandteil ihrer Sportart ist. «Früher war ich mutiger. Heute kommt es schon häufiger vor, dass ich ein komisches Gefühl vor einem neuen Sprung habe.» Um diesem Unbehagen zu entgehen, wird eine neue Übung zunächst vom Trampolin und dann vom 1-Meter gesprungen. Erst wenn Athletin und Trainer das Gefühl haben, dass sie es beherrscht, folgt der Sprung vom 3-Meter. Dabei braucht es manchmal auch die Motivierung durch den Trainer. «Ich muss schon eher gepusht als gebremst werden», gibt sie ehrlich zu.

So heisst es dann immer wieder: «Los Vivian, du schaffst das. Geh rauf!» Neben den 14 Stunden Training lernt die Aargauerin fleissig für die Schule. Sie will nämlich nächstes Jahr in die Bezirksschule wechseln, um das Sportgymnasium besuchen zu können. Nach der Sportlerkarriere möchte sie dann die Schuhgeschäfte ihrer Mutter weiterführen. Zunächst steht aber das Wasserspringen im Zentrum, wobei auch die Suche nach Sponsoren langsam beginnt. Wenn Barth aber weiterhin so erfolgreich durch die Luft wirbelt, sollte dies das geringste Problem sein.

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