Eishockey

«Habe damit gerechnet, dass weitergespielt wird»: Liga-Unterbruch erwischt Aargauer Spitzenvereine auf falschem Fuss

Aargauer Eishockey-Derbys wird es in diesem Jahr womöglich keine mehr geben.

Aargauer Eishockey-Derbys wird es in diesem Jahr womöglich keine mehr geben.

Seit Freitag ist klar: Der Spielbetrieb im Amateur-Eishockey wird vorübergehend pausiert. Dies erwischt die beiden besten Aargauer Vereine zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Während die Red Lions Reinach gerade aus einer Quarantäne kommen, sorgen sich die Stars um ihre derzeit gute Verfassung.

Es war ein Paukenschlag der das Amateur-Eishockey am Freitag erschütterte: Während die Covid-19 Taskforce der Regio League noch am Donnerstagabend beschlossen hatte, die Saison bis am 28.10 fortzuführen, wurde einen Tag später der sofortige Unterbruch aller Meisterschaften verkündet. 

Der Unterbruch läutet auch für die beiden besten Aargauer Mannschaften Red Lions Reinach und die Argovia Stars eine schwierige und komplizierte Zeit ein.

Zwei Tage nach dem Aargauer Derby gab es bei den Red Lions einen Coronafall.

Zwei Tage nach dem Aargauer Derby gab es bei den Red Lions einen Coronafall.

Quarantäne für Reinach

Trainer Raphael Zahner von den Red Lions Reinach hat ohnehin schon eine turbulente Zeit hinter sich. Zwei Tage nach dem Derby gegen die Argovia Stars erfuhr er, dass sich ein Spieler aus dem Kader mit Corona infiziert hatte.

Die Folge: Quarantäne für die gesamte Mannschaft, die beiden Partien gegen den SC Herisau sowie den SC Rheintal wurden abgesagt. «Wir konnten uns am vergangenen Montag mit der gesamten Mannschaft testen lassen. Dabei kam heraus, dass sich weitere vier Spieler angesteckt hatten. Die ganze Situation war für uns sehr schwierig. Nicht zuletzt, weil wir Spieler aus acht verschiedenen Kantonen haben und nicht überall die gleichen Massnahmen gegolten haben. Schlussendlich haben sich einfach alle von unserem Team für 10 Tage isoliert.»

Reinach-Trainer Raphael Zahner befand sich zuletzt mit seiner Mannschaft in der Quarantäne.

Reinach-Trainer Raphael Zahner befand sich zuletzt mit seiner Mannschaft in der Quarantäne.

Kaum neigte sich die Quarantäne dem Ende zu, kam die nächste Hiobsbotschaft: Die Saison wird unterbrochen: «Ganz ehrlich, ich habe vermutet, dass das so kommen wird. In unserer Liga gab es bereits bei 50% aller Teams Fälle. Zudem hat der Kanton Bern nun den Amateursport stillgelegt. Dadurch haben wir mit dem EHC Burgdorf eine Mannschaft in der Liga, die nicht mehr am Spielbetrieb teilnehmen kann. Es hat sich zugespitzt.»

Für die Red Lions kommt der Unterbruch zu einem ungünstigen Zeitpunkt: «Wir haben zuletzt dreimal in Serie verloren. Das letzte Spiel gegen die Argovia Stars hatte zudem kein gutes Niveau. Ich wäre gerne mit einem positiven Gefühl in diesen Unterbruch gegangen», erklärt Zahner.

Der Trainer möchte nun so schnell wie möglich aufs Eis zurückkehren: «Ehrlich gesagt, ich habe keinen Plan für die momentane Situation zur Hand. Wir haben auch noch keine Infos oder Anweisungen erhalten. Aber wir werden auf jeden Fall am Montag zusammen endlich wieder trainieren. So lange wir dies noch dürfen, möchte ich das mit meinem Team auf jeden Fall ausnutzen. Wir wollen schliesslich bereit sein, wenn es wieder weitergehen kann.»

Stars wollen tolle Form konservieren 

Auch für die Argovia Stars kommt der Unterbruch zu einem denkwürdig ungünstigen Zeitpunkt. Mit 13 Punkten aus 6 Partien liegt das Team von Roger Gerber derzeit auf dem zweiten Platz der Tabelle. Zuletzt gab es zwar eine 2:6-Niederlage gegen den EHC Frauenfeld, doch der Coach meint dazu: «Wir haben ein starkes Spiel gegen die womöglich beste Mannschaft der Liga gezeigt. Auch wenn das Resultat dies nicht widerspiegelt.»

Stars-Trainer Roger Gerber wurde vom Entscheid, dass die Liga unterbrochen wird, überrascht.

Stars-Trainer Roger Gerber wurde vom Entscheid, dass die Liga unterbrochen wird, überrascht.

Das Programm der nächsten Tagen wäre für die Stars happig gewesen. Mit dem EHC Wetzikon, den EHC Oberthurgau Pikes und GDT Bellinzona hätten gleich drei Schwergewichte der Liga auf die Stars gewartet. 

Entsprechend hat sich Gerber mit seiner Mannschaft am Freitag intensiv auf das erste schwierige Spiel in Wetzikon vorbereitet. «Als wir mit unserem Programm am Abend durch waren, kamen plötzlich Präsident und Sportchef in die Halle und klärten uns auf, dass wir am Samstag nun doch kein Spiel haben.»

Coach Gerber betont, dass ihn der Entscheid der Regio League überrascht habe: «Mir war schon bewusst, dass es eng werden könnte. Aber ich habe damit gerechnet, dass weitergespielt wird. Der Tenor der Liga-Präsidenten war zuletzt, dass wir nicht runterfahren dürfen. Zudem wurden die Schutzkonzepte nochmals verbessert. Beispielsweise hat uns der EHC Wetzikon QR-Codes geschickt, mit denen wir uns bereits im Voraus für die Partie registrieren mussten.»

Dennoch hat der Trainer für den Unterbruch Verständnis. «Mit der aktuellen Situation im Kanton Bern macht es keinen Sinn, dass wir ohne Burgdorf weiterspielen. Ich hoffe einfach, dass wir nun irgendwie unsere tolle Form konservieren können. Die hätten wir für das bevorstehende Mammutprogramm gebraucht. Sofern wir nächste Woche noch aufs Eis dürfen, werden wir auch jeden Fall weiter trainieren.»

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