Letztmals war das Grossherzogtum 1968 Schauplatz der Querfeldein-Weltmeisterschaften gewesen. Über das Wochenende fanden nun in Bieles, 30 km ausserhalb der Hauptstadt, wieder die Cross-Weltmeisterschaften statt.

Fünf Titel wurden vergeben. Dabei teilten sich die Quer-Grossmächte Holland (Siege in beiden U-23-Kategorien) und Belgien (Wout van Aert Sieger bei der Elite-Männer und Sanne Cant bei den Elite-Frauen) mit je zwei Titeln die meisten Erfolge. In die Phalanx der beiden Quermächte einzugreifen vermochten die Briten, die bei den Junioren gleich einen Dreifach-Sieg erzielten.

Auch der Spanier Felipe Orts Lloret, der im U-23-Rennen der Männer hinter dem einen Start-Ziel-Sieg einfahrenden Holländer Joris Nieuwenhuis den zweiten Platz belegte, war ein unerwarteter Medaillen-Gewinner.

Starker Schweizer Nachwuchs

Von den gestarteten Schweizern hielten sich die Junioren ausgezeichnet. Wenig fehlte und es wäre erstmals seit vielen Jahren wieder zu einem Medaillengewinn für die Eidgenossen gekommen.

Schweizermeister Loris Rouiller war als Vierter der erste Nicht-Brite. Mauro Schmid, einer von drei gestarteten Fahrern des VC Steinmaur, fuhr auf den zwölften Rang. Seine Vereinskameraden Johan Jacobs und Timon Rüegg erreichten in der Kategorie U-23 die Ränge 17 (Jacobs) und 21 (Rüegg).

Sägesser mit starker Leistung

Simon Zahner gelang im Elite-Rennen als bester Schweizer als Neunter eine Klassierung unter den Top-Ten. Für Zahner war dies der gleiche Rang wie an der Schweizermeisterschaft von Dielsdorf.

Hatte ihn an der Schweizermeisterschaft die Defekthexe zurückgeworfen, war er nun an der Weltmeisterschaft einer der wenigen Fahrer, der ohne ein grösseres Problem durch den technisch schwierigen Parcours kam.

Der Belgier Wout Van Aert, dem die Titelverteidigung gelang, war der zweite Fahrer, der ebenfalls ohne Defekt über die Runden kam. Mathieu van der Poel, sein grosser Widersacher, beklagte einen platten Hinterrad-Reifen. Van Aert vermochte das Missgeschick von Van der Poel, der als Junior 2013 den GP Rüebliland im Aargau gewonnen hat, auszunützen und so erneut den Titel zu holen.

Eine starke Leistung zeigte Severin Sägesser. Der Fahrer aus den Reihen des RC Gränichen kam als zweitbester Schweizer Elite-Fahrer auf den 14. Rang. Sägesser vermochte sich nach einem eher verhaltenen Start Platz um Platz nach vorne zu kämpfen. Von dem im Elite-Rennen an den Start gehenden Schweizer Quintett war Sägesser der Jüngste.

Nachdem der 24-jährige Niederämter, der auf den RC Gränichen lizenziert ist, bereits in dieser Saison national und international weiter an die Spitze gekommen ist, darf sich diese Klassierung innerhalb der Quer-Weltelite als zweitbester Schweizer sehen lassen. Neben Zahner und Sägesser überzeugen auch die übrigen Schweizer.

Nicola Rohrbach kam als 15. ins Ziel. Die beiden von der Defekthexe am meisten gebeutelten Schweizer Julien Taramarcaz (19. Rang) und Marcel Wildhaber (24.) folgten knapp hinter den besten Eidgenossen.

Schützenhilfe vom Aargauer Speaker

Nicht nur auf der Rennstrecke und bei den Zuschauern waren Schweizer anzutreffen. Auch bei der Organisation halfen Eidgenossen in Luxemburg wacker mit. So war der frühere Quer-Schweizermeiser Beat Wabel (Hittnau) als technischer Delegierter des Weltvervandes für den reibungslosen Ablauf der Weltmeisterschaft mitverantwortlich.

Der Aargauer Christian Rocha (Ennetbaden) stand als Speaker für die Sprachen Deutsch und Französisch im Einsatz. Ihn kennt man hierzulande als Speaker der Gippinger Radsporttage und des Pfingstrennens Ehrendingen. Nachdem Rocha im vergangenen Juli bereits Co-Speaker bei der Tour de France-Etappenankunft in Bern gewesen war, ist der Einsatz an der Querfeldein-Weltmeisterschaft in Bieles in Luxemburg ein weiterer Höhepunkt in der Speaker-Karriere des früheren Elite-Fahrers.

«Die Tätigkeit als Speaker an der Querfeldein-Weltmeisterschaft hat Spass gemacht. Die Querfans waren ein tolles Publikum und die Rennen waren spannend. Da konnte man auch als Kommentator voll mitgehen», zog Rocha eine zufriedenstellende Bilanz.

Es war dies nicht nur die Bilanz des Speakers, sondern die Gesamtbilanz einer gelungenen Querfeldein-Weltmeisterschaft.