Aerobic

Gute Miene zum bösen Spiel: Unterkulm wird zum Meister ohne Medaille

Gute Miene zum bösen Spiel: Die Unterkulmerinnen dürfen ihren Titel nicht verteidigen.baumann

Gute Miene zum bösen Spiel: Die Unterkulmerinnen dürfen ihren Titel nicht verteidigen.baumann

An den Aerobic-Schweizer Meisterschaften in Utzenstorf hätte Unterkulm als mit deutlichem Vorsprung bestplatziertes 3er- bis 6er-Team den Titel locker verteidigt. Doch das Reglement machte den Unterkulmerinnen einen Strich durch die Rechnung.

Für den Schweizerischen Turnverband (STV) sind die Frauen keine Meisterinnen, sondern bloss Kategoriensiegerinnen. Das kam so: Urdorf hatte sich kurzfristig abgemeldet, weil eine Turnerin vom Arzt keine Starterlaubnis erhalten hatte. Dies brachte den STV-Schimmel gewaltig ins Wiehern.

Weil nur noch vier Teams gegeneinander antraten, das Reglement aber besagt, dass Meistertitel nur vergeben werden, wenn wenigstens fünf Vereine am Start sind, wurde der Wettkampf der kleinen Teams heruntergestuft.

Da es keine Vorrunde gab, hätte man den Wettkampf einfach am Sonntagnachmittag anstelle des geplanten Finals austragen können. Wiederum war der STV jedoch ganz genau: «Es ist seit Jahren üblich, dass am Sonntagnachmittag Endrunden ausgetragen werden», gab Wettkampfleiterin Barbara Klemenz zu verstehen, «und wenn keine Titel vergeben werden, gibt es auch keine Finals.» Basta.

Ärger nach grossem Aufwand

So zeigte Unterkulm seine Spitzenleistung halt am Samstagnachmittag vor gelichteten Publikumsreihen. Immerhin liess der STV die Marginalisierten gnädig am Sonntagnachmittag doch noch auftreten – in unbewerteten Show-Einlagen.

Wer wird in Zukunft noch einen ärztlichen Rat befolgen wollen, wenn er oder sie befürchten muss, damit einer ganzen Kategorie den Wettkampf zu vermasseln? «Wir haben ein neues Programm, konnten aber den Titel nicht verteidigen», ärgerte sich denn auch Unterkulms Leiterin Pamela Wehrli.

Dabei hätten sie mit drei Trainings pro Woche und einem Trainingswochenende sehr viel Aufwand betrieben. Doch die Berner gab sich auch versöhnlich: «Es war eine schöne Geste vom STV, dass wir nochmals auftreten durften.»

Auch Jessica Kappeler, die Leiterin des zweitplatzierten Teams aus Eien-Kleindöttingen, konnte mit der Änderung leben: «Es wäre schön gewesen, den Wettkampf am Sonntag zu absolvieren. Doch wir sind froh, dass wir unser Programm nochmals zeigen konnten.»

Durchhaltewillen zeigten die Jugend aus Eien-Kleindöttingen. Trotz verlorenem Schuh und verknackstem Fuss in ihren Reihen turnte die Gruppe ihr Programm zu Ende und erreichte mit dem fünften Rang den einzigen Finalplatz für den Aargau.

Das Verletzungs-Handicap hinderte sie allerdings nicht daran, in der Endrunde noch besser zu turnen, was aber keinen Einfluss auf die Rangierung hatte.

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