Eishockey

Grossmann vor der WM: Aller guten Dinge sind drei

Blickt seinem dritten WM-Turnier entgegen: Robin Grossmann.

Blickt seinem dritten WM-Turnier entgegen: Robin Grossmann.

Der Dintiker Robin Grossmann ist vor seiner dritten WM zuversichtlich. Er ist überzeugt, dass die ersten vier Partien der WM entscheidend für einen erfolgreichen Turnierverlauf seien.

Am 12. März endete für Robin Grossmann die Eishockey-Meisterschaft mit einer 3:4-Niederlage im Playoff-Viertelfinal gegen den HC Davos. 18 Tage später wurde er von Nationaltrainer Glen Hanlon für das erste Trainingscamp der Nationalmannschaft aufgeboten. Seither vergingen weitere vier Wochen. Und als es vor wenigen Tagen darum ging, welche Spieler denn nun tatsächlich an die WM nach Prag mitfahren dürfen, da musste Robin Grossmann trotz der intensiven und letztlich langen Vorbereitungszeit noch einmal um seinen Platz zittern.

Konkurrenz aus Nordamerika

In den NHL-Playoffs hatten sich mit Roman Josi, Luca Sbisa und Yannick Weber gleich drei Schweizer Verteidiger gleichzeitig aus dem Meisterschaftsrennen verabschiedet und drohten, Grossmann im letzten Moment aus dem Kader zu verdrängen. Doch Weber und Sbisa verzichteten, womit der Weg zur dritten WM-Teilnahme für den Dintiker frei war.

Es ist absehbar, dass Robin Grossmann im Vergleich zu seiner Rolle beim EV Zug im Nationalteam eher zurückstecken muss. Die NHL-Verteidiger Roman Josi (Nashville Predators) und Mark Streit (Philadelphia Flyers) werden beide weit über 20 Minuten Eiszeit pro Spiel erhalten und auch in der ersten Powerplay-Formation zum Zug kommen. Grossmann bildet zusammen mit Félicien Dubois (Davos) das zweite Verteidigerpaar in Überzahl, welches allerdings deutlich weniger lange auf dem Eis stehen wird als die beiden NHL-Cracks. «Generell», sagt Grossmann, der bei spielerischem Gleichstand an der Seite von Patrick Geering (ZSC Lions) verteidigen wird, «werde ich sicher einfacher spielen und meinen Stil entsprechend anpassen.»

Gegensätzliche Erfahrungen

Für Grossmann beginnt heute die dritte WM in Serie. 2013 in Stockholm, als die Nationalmannschaft diesen unglaublichen Erfolgsweg zur Silbermedaille zurücklegte, fiel er nach sechs Spielen mit einem gebrochenen Arm aus und verpasste den absoluten Höhepunkt mit der Finalqualifikation. Dennoch hat dieses Turnier nicht nur ihn geprägt. «Stockholm ist ein Paradebeispiel dafür, was an einer WM möglich ist», unterstreicht der Dintiker. Auch er weiss aber, wie wichtig ein erfolgreicher Einstieg ins Turnier ist – und zwar aus eigener Erfahrung. Im vergangenen Jahr in Minsk verpassten die Schweizer nach drei Niederlagen in den ersten drei Spielen die avisierte Viertelfinal-Qualifikation. «Die ersten vier Spiele werden für den weiteren Turnierverlauf entscheidend sein», weiss Grossmann. Aber er weiss auch, dass die Partien gegen die sogenannt «Kleinen» wie Österreich, Deutschland, Frankreich und Lettland ihre Tücken haben. «Wir tun uns gegen solche Gegner traditionell schwer.»

Aus der verunglückten WM des Vorjahres ist für den 27-Jährigen auch deutlich ersichtlich, wie das Erfolgsrezept der Schweizer aussehen muss. «Wir können nur als Kollektiv funktionieren. Letztes Jahr haben wir es zu oft mit Einzelaktionen versucht.» Auch das Spielsystem von Neo-Nationaltrainer Glen Hanlon könne helfen, dass man den Turnaround schaffe. «Wir üben im Vergleich zu Sean Simpson viel mehr Druck auf den Gegner aus, spielen aggressiver. Unter Simpson haben wir mehr abgewartet.» Die Voraussetzungen stimmen, dass aller guten Dinge drei werden für Robin Grossmann.

Meistgesehen

Artboard 1