Turf
Grosse Auswahl an möglichen Siegern

Das Rennen um die 66. Meisterschaft der Traber am Sonntag im Aarauer Schachen ist offen wie selten zuvor.

Willi Bär
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Rêve de Coeur zählt heute in Aarau zu den Favoriten .Otto Lüscher

Rêve de Coeur zählt heute in Aarau zu den Favoriten .Otto Lüscher

Otto Lüscher

Während in der Formel 1 mit den Silberpfeilen von Mercedes zurzeit ein Rennstall klar über der Konkurrenz steht, zeigt sich in den Schweizer 1-PS-Rennen ein völlig anderes Bild: Bei den ersten neun Trabfahren, die im Rahmen des Circuit National du Trot (CNT) 2014 ausgetragen wurden, gab es neun verschiedene Sieger. Jedes Mal, wenn man Ansätze einer Hierarchie zu erkennen glaubte, wurden sie bei nächster Gelegenheit wieder über den Haufen geworfen. So gibt es nach dieser Vorgeschichte auch im Saisonhöhepunkt der Sulkysportler, der 66. Meisterschaft der Traber, die am Sonntag auf dem Schachen ausgefahren wird, keinen klaren Favoriten. Von den zwölf Pferden haben bis auf zwei, drei alle das Zeug, sich am Sonntag zum Meister zu krönen.

In der ersten Startreihe

Am meisten gewettet werden dürfte Rêve de Coeur. Bei seinem kürzlichen Sieg in Avenches liess der neunjährige Wallach den Grossteil seiner sonntäglichen Gegner klar hinter sich. Zudem hat der vom Schweizer Champion Jean-Bernard Matthey gesteuerte Frontrunner schon mehrfach bewiesen, dass ihm der Schachen liegt. Für Rêve de Coeur spricht weiter, dass er eine Startnummer in der ersten Reihe zugelost erhalten hat. Letzteres gilt auch für Vorjahressieger Noble Limousin, der 2014 aber noch nicht in Fahrt gekommen ist. Dagegen scheint der Meister des Jahres 2012, Opéra House, der aufgrund einer Zeckenborreliose eine Pause einlegen musste, gerade rechtzeitig wieder zu seiner Topform zu finden.

Mit Gerhard Biendl und Wim Paal sind zwei der erfolgreichsten deutschen Trabfahrer am Start. Zusammen haben sie über 7000 Rennen gewonnen. Biendl reist mit Admiral As aus München an und Paal sitzt im Sulky von Playboy Wind, dessen Stallboxe in der Nähe von Pisa steht. Während Admiral As schon bewiesen hat, dass ihm Grasbahnen liegen, wurde Playboy Wind bislang nur auf Sandbahnen eingesetzt.

Erstmals gegen die Besten

Für Lokalkolorit sorgen Verena Hauris Top Boy und Barbara Schneiders Podium du Rib. Die Profile der beiden Pferde sind sehr unterschiedlich. Während Top Boy 2011 als vierjähriger Nobody in die Schweiz kam und sich im Verlauf der letzten Jahre Stufe um Stufe erklommen hat, hatte der elfjährige Podium du Rib bereits eine erfolgreiche Karriere in Frankreich hinter sich, als er diesen Frühling in die Schweiz transferiert wurde. Top Boy tritt nun erstmals gegen die Besten an. «Nachdem er sich diese Saison noch einmal gesteigert hat, bin ich zuversichtlich, dass er auch gegen die Elite bestehen kann, umso mehr, als es dieses Jahr keinen übermächtigen Crack im Feld hat», meint Adrian Burger, der Top Boy im luzernischen Winikon betreut, schränkt dann ein: «Schade nur, dass er eine Nummer in der zweiten Reihe gezogen hat.» Ganz ähnlich tönt es bei Barbara Schneider: «Podium du Rib ist gut drauf, Gras ist kein Problem für ihn, doch mit einer Startposition in der zweiten Reihe sind wir auf einen günstigen Rennverlauf angewiesen.»

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