Endlich ist auch bei den Handballern Playoff-Zeit. Heute Abend geht es für den HSC Suhr Aarau los: Der Aargauer NLA-Klub empfängt Wacker Thun in der Schachenhalle für Spiel 1 der Playoff-Viertelfinalserie. Wenn die Partie um 20 Uhr angepfiffen wird, beginnt gut anderthalb Wochen nach dem letzten Finalrundenspiel die entscheidende Phase der Meisterschaft.

Dass der HSC die Finalrunde nach einer bisher sehr starken Saison im dritten Rang abgeschlossen hat, ist ab heute Abend nichts mehr wert. Einmal abgesehen vom daraus resultierenden Heimvorteil, den das Team von Trainer Misha Kaufmann für die Viertelfinalserie gegen die sechstplatzierten Berner Oberländer auf seiner Seite weiss.

Partien im Zwei-Tages-Takt

In den Playoffs ist alles anders. Es gelten eigene Gesetze. Das beginnt dabei, dass im Best-of-5-Modus im Extremfall fünf Partien in Serie gegen den gleichen Gegner anstehen und endet damit, dass die Partien statt im gewohnten Wochen- im Zwei-Tages-Takt stattfinden. Für die Mehrzahl der Klubs in der NLA ist das eine enorme Herausforderung, weil die wenigsten ihrer Spieler – von Ligakrösus Kadetten Schaffhausen einmal abgesehen – Profis sind.

Das gilt auch für den HSC. «Wir versuchen, unseren Spielern möglichst viel abzunehmen. Sie sollen sich voll und ganz auf das Sportliche konzentrieren können», sagt HSC-Geschäftsführer Lukas Wernli und ergänzt: «Auch das Umfeld der Spieler hilft mit. Schliesslich geht ihr Alltag weiter, bei den Berufstätigen ist die Playoff-Belastung nur mit Freitagen und Verständnis des Arbeitgebers zu lösen.»

Feinjustierungen und Bier-Verbot

Auch für Trainer Kaufmann präsentiert sich die Ausgangslage anders, als noch während der «normalen» Saisonphase. Die Trainings zwischen den Partien werden in physischer Hinsicht weniger intensiv sein, mehr Taktik beinhalten. «Viel mehr als Feinjustierungen liegen nicht mehr drin. Automatismen kann man in einem einzigen Training sowieso nicht verändern», sagt der bald 35-Jährige.

Zur Unterstützung bei der Regeneration tut der Klub sein Möglichstes. Neben zusätzlichen physiotherapeutischen Behandlungen und Massagen steht den Spielern nach den Partien auch eine Eistonne zur Verfügung. Für Kohlehydrate ist auch gesorgt. «Wichtig ist aber auch, dass sich die Spieler selber Gedanken machen, was sie alles beitragen können», sagt Kaufmann.

Er spricht damit auf kleine Dinge wie beispielsweise das Tragen von Stützstrümpfen an. Oder den Verzicht auf das fast schon traditionelle Garderoben-Bier nach den Partien. «Das belastet den Körper in der Erholungsphase unnötig. Nach den Playoffs können wir zur Genüge Bier trinken», sagt Kaufmann. «Jetzt gilt es, alles was möglich ist, für das grosse Ziel zu investieren. Da zählt jedes noch so kleine Detail.»

Die enorme Wichtigkeit des Starts

Wichtig ist in solchen physisch belastenden Phasen naturgemäss auch das Mentale. Das ist auch Kaufmann bewusst: «Der Start in die Serie ist enorm wichtig. Gelingt er, kann man die Müdigkeit des Körpers überlisten. Je schlechter allerdings der Auftakt verläuft, desto schwieriger wird es, die physische Belastung zu verdrängen.»

Kaufmann freut sich wie seine Mannschaft auf die Playoffs: «Selbst wenn der dichte Spielplan Teams mit höheren Budgets bevorteilt: Das wird ein immenser Kraftakt, aber sowohl für die Zuschauer als auch für uns ist das ein cooler Modus! Jetzt gilt es ernst!»

Der HSC Suhr Aarau ist bereit für die Grenzerfahrung Playoffs.