Badminton

Glücklicher Ligaerhalt nach einer verkorksten Saison

Ein kleiner Lichtblick zum Ende der Saison für das Team Argovia. Den Aargauern gelingt im letzten Spiel der Saison ein Unentschieden. Trotz des letzten Platzes in der Tabelle dürfen sie im nächsten Jahr wieder um die Meisterschaft spielen.

Der Moment in der Bunkertsmatt-Halle in Widen hatte etwas Surreales: Auf der einen Seite die Solothurner, die unter Tränen für ein letztes Mannschaftsfoto posieren. Einige Meter daneben das Team Argovia, seines Zeichen noch amtierender Meister, der sportlich abgestiegen wäre und jetzt den Ligaerhalt feiert.

Des einen Freud, des anderen Leid: Vor einigen Wochen war bekannt geworden, dass Solothurn wegen Geldproblemen sein Team aus der Nationalliga A und vom Spitzensport zurückziehen muss. Der Profiteur sind die Aargauer. «Es ist bedauerlich. Auf der anderen Seite bin ich froh, dass wir es doch noch geschafft haben», sagt Argovia-Vorstandsmitglied Fredi Heymann.

Eine Saison mit vielen Tiefen

Für die Aargauer ging am Sonntag eine Saison mit wenig Höhen und etlichen Tiefen zu Ende. Die Mannschaft stand von Beginn weg im Gegenwind. Angefangen mit dem neuen Spielertrainer Hafiz Shaharudin, der von seinem alten Klub Adliswil-Zürich keine Freigabe erhielt und erst im Dezember ins Geschehen eingreifen konnte. Zu diesem Zeitpunkt lag die Mannschaft bereits am Tabellenende.

Den Knopf nicht gelöst

«Uns wurde vor Augen geführt, wie schmal der Grat zwischen Titel und Abstieg ist», sagt Adrian Bärtschi. In der Substanz sei das Team nur unwesentlich schwächer aufgestellt gewesen, als in der vorherigen Saison. «Das Problem war, dass die Konkurrenz nochmals massiv aufgerüstet hatte und wir den Knopf nicht lösen konnten.»

Finanziell breiter abgestützt

Ähnlich wie die Solothurner ist auch Team Aargovia finanziell nicht auf Rosen gebettet. «Im Unterschied dazu sind wir aber breiter aufgestellt und nicht nur von einem Sponsor abhängig», so Adrian Bärtschi. Ausserdem verfügt der Verein über einen stabilen Unterbau, der er es ermöglicht, eigene Talente nachzuziehen. Wie beispielsweise Ronja Stern. Die 16-Jährige fertigte am Sonntag ihre Solothurner Gegnerin in zwei Sätzen ab und steuerte so einen Punkt zum 4:4- Unentschieden bei.

Regeländerung nimmt den Druck

Um in der Nationalliga A dauerhaft bestehen zu können, reichen eine Ronja Stern oder eine Lea Müller alleine nicht aus. Die Aargauer sind auch künftig auf starke nationale und internationale Kräfte angewiesen. Eine Regeländerung auf kommende Saison dürfte indes ein wenig Druck nehmen: Neu muss in sechs (bisher fünf) der insgesamt acht Partien einer Begegnung mindestens ein Schweizer oder ein Spieler mit einer Schweizer Lizenz im Einsatz stehen. Ausserdem wird auf die Spielzeit 2015/16 eine Aufstockung von acht auf zehn Teams ins Auge gefasst. «Das wäre in unserem Sinne», sagt Adrian Bärtschi.

Huser bleibt eine weitere Saison

Eine erste, wichtige Personalie konnten die Aargauer unmittelbar nach Spielschluss tätigen. Ayla Huser, die aktuelle Schweizer Meisterin im Doppel, hat nach reiflicher Überlegung und diversen Angeboten entschieden, auch nächste Saison die Argovia-Farben zu tragen. Für Fredi Heymann ein ganz starkes Zeichen. Und für den Verein eine der Voraussetzungen, um im Spitzen-Badminton weiter eine tragende Rolle zu spielen.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1