Dann folgte die WM. Guter Dinge reiste der 25-Jährige nach Spanien, doch anstatt auf dem Podest landete Caduff im Achtelfinal nach einem nicht selbst verschuldeten Zusammenstoss auf seinem Hinterteil.

Dann folgte das Highlight. Erstmals erhielt der Aargauer eine Einladung zu den X-Games in Aspen, ein ultimativer Kick für jeden Boarder. Da nimmt man sogar in Kauf, dass der Allerwerteste im Hinflug noch zünftig schmerzt. Das Fazit: ein unvergessliches Erlebnis, eine ansatzweise tolle Leistung und eine Fersenprellung als Erinnerung an das weniger tolle Ende.

Dann folgte der Flugwahnsinn. Caduff sicherte sich den Titel des Weltmeisters im Sammeln von Bonusmeilen. Aspen–Zürich (zum Glück schmerzte zumindest der Hintern nicht mehr), Zürich–Südkorea (Rennen abgesagt), Südkorea–Zürich, Zü-rich–Kanada (Forfait wegen Fersenprellung), Kanada–Zürich. Viel Aufwand, wenig Ertrag.

Dann folgte der Weltcupfinal in Arosa. Erstmals qualifizierten sich im Vorlauf 48 Boarder für die Finalläufe, erstmals duellierten sich in diesen jeweils sechs Fahrer. Ziemlich eng das Ganze, angefangen von den Qualifikationszeiten. Caduff verlor als 17. nur 0,6 Sekunden auf den Schnellsten. Die Entwicklung des Niveaus im Boardercross schreitet unentwegt voran. Eng auch der Platz für das Sextett auf der Piste. Zu eng für Caduff. Einmal kam er selbst zu Fall, einmal wurde er «abgeschossen». Als 30. im Gesamtweltcup hat er der Schweiz gerade noch einen zusätzlichen Startplatz im Weltcup gesichert.

Es folgt in zwei Tagen die Schweizer Meisterschaft zum Abschluss. Dreimal in Serie gewann Caduff zuletzt Gold. «Ich will nichts Neues beginnen», sagt er und nimmt seine Favoritenrolle auf dem Corvatsch an.

Es folgt ein anderer Alltag. Im Sommer arbeitet Caduff jeweils bei Cellpack als Polymechaniker. «Mein Arbeitgeber ist auch mein grösster Sponsor», sagt er. Weil er daheim «die Alterslimite» erreicht habe, zieht der Olympiateilnehmer im Elternhaus in Anglikon aus und zügelt mit der Freundin weit weg nach Wohlen.

Und irgendwann folgt der nächste Winter. Dann will der beste Aargau-er Schneesportler wieder angreifen. «Ich muss noch mehr daran glauben, dass ich zur Weltspitze gehöre», sagt er und verspricht: «Wenn alles normal läuft, bin ich bis Sotschi dabei.»