2. Liga AFV

«Glaube ist da, dass wir etwas Grosses schaffen können» – Mutschellen entwickelt sich langsam zum Spitzenteam

Dem FC Mutschellen ist der Saisonstart geglückt.

Dem FC Mutschellen ist der Saisonstart geglückt.

Der FC Mutschellen galt lange als Geheimtipp und Aussenseiter in der 2. Liga AFV, doch mittlerweile ist die Qualität der Mannschaft bekannt. Nicht zuletzt, weil das Team nach sieben Spieltagen von der Tabellenspitze grüsst.

Es ist klingt paradox: Der FC Mutschellen wird zwar immer mal wieder als Geheimtipp in der 2. Liga AFV bezeichnet, doch wirklich geheim ist die Qualität der Truppe von Trainer Sergio Colacino schon längst nicht mehr. 

Während die Freiämter bereits in der letzten Saison bewiesen, dass sie sich vor keinem Gegner verstecken müssen, machen sie in dieser Spielzeit dort weiter, wo sie im letzten Herbst aufgehört haben.

Nach 7 Partien ist der FC Mutschellen noch immer ungeschlagen und grüsst sogar mit 15 Punkten von der Tabellenspitze. Doch Trainer Colacino hält sich mit Optimismus zurück: «Natürlich spricht die Platzierung derweil für uns. Aber man muss schon aufpassen. Unsere Gegner haben begriffen, dass wir nicht mehr Aussenseiter sind. Die Liga ist sehr ausgeglichen, jeder kann hier jeden schlagen. Wenn wir eine schlechte Phase einziehen, sind wir schnell wieder in einer anderen Tabellenregion. Zudem sind auch noch ein paar Schwergewichte nicht auf Touren gekommen.»

4 Siege und drei Unentschieden in 7 Partien: Der FC Mutschellen hat aktuell viel Grund zum Jubeln.

4 Siege und drei Unentschieden in 7 Partien: Der FC Mutschellen hat aktuell viel Grund zum Jubeln.

Kontinuität zeichnet sich aus 

Trotzdem kommt Mutschellens Erfolg nicht von ungefähr: «Ich arbeite hier seit vier Jahren als Haupttrainer und die Kontinuität zeichnet sich langsam aus. Die Moral ist hervorragend. Ausserdem hatten wir zuletzt praktisch keine Abgänge. Im Gegenteil, der Kader ist deutlich breiter geworden. Die Qualität der Mannschaft ist besser denn je.»

Mutschellens Kader ist im Vergleich zur Vorsaison deutlich breiter geworden.

Mutschellens Kader ist im Vergleich zur Vorsaison deutlich breiter geworden.

Dies haben in der laufenden Spielzeit bereits mehrere Gegner zu spüren bekommen. Bestes Beispiel für Mutschellens tolle Moral lieferte die Partie gegen den FC Wohlen II, bei der Colacinos Team mit drei Toren innert der letzten 10 Minuten einen 1:3-Rückstand in einen Sieg umwandeln konnte. «Die zweite Halbzeit war für unsere Verhältnisse nahe an der Perfektion. Das gibt uns schon Selbstvertrauen, wenn wir solche Spiele noch drehen können. Auch, weil ich von der Bank Spieler einwechseln konnte, die für die nötigen Impulse sorgen konnten.»

Verteidigung ist der Grundstein für den Erfolg 

Zufrieden ist Colacino allerdings noch lange nicht: «Mit diesem Kader muss ich den Anspruch haben, dass wir in der Offensive noch effizienter werden. Gemessen an den herausgespielten Chancen machen wir immer noch zu wenig Tore. Wenn wir hier noch zulegen können, dann haben wir in dieser Saison tatsächlich eine Chance, um ganz vorne mitspielen zu können.»

Sergio Colacino will, dass seine Mannschaft noch effizienter wird.

Sergio Colacino will, dass seine Mannschaft noch effizienter wird.

Mutschellens Verteidigung dagegen, darf sich zurecht als Grundstein für den Erfolg betiteln lassen. Mit Fabian Riesen haben die Freiämter womöglich den besten Torhüter der Liga als Rückhalt. Nebenbei habe sich die Standardschwäche enorm verbessert, erklärt der Trainer. 

Neben einer soliden Defensive ist auch Mutschellens Teamchemie hervorzuheben: «Beim FC Mutschellen landet man als Spieler nicht einfach so. Es braucht schon einen Bezug zur Region oder zu Freunden, die hier kicken. Wir zahlen auch keine Prämien und ich vergebe keine Startelf-Garantien. Entsprechend stellen sich bei uns alle in den Dienst des Teams. Das zeichnet uns aus.»

Bestes Beispiel dafür ist der 25-jährige Mittelfeldspieler Dylan Perruchoud, der im Winter vom FC Chippis aus dem Kanton Wallis zum FC Mutschellen gewechselt ist. Aus beruflichen Gründen. «Er hat mir im Winter ein Mail geschrieben, ob er bei uns trainieren kann. Ein absoluter Glücksfall. Für uns ist er eine tolle Verstärkung.»

Vieles spricht also dafür, dass der FC Mutschellen in dieser Saison zur Topmannschaft avancieren wird. Colacino möchte jedoch weiterhin an einer bescheidenen Top-6-Platzierung als Saisonziel festhalten, auch wenn er sich eingestehen muss: «Der Glaube ist da, dass wir etwas Grosses schaffen können.

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