Gigathlon
Gigathleten kämpften mit extremen Bedingungen – viele mussten aufgeben

Drückende Hitze, sintflutartiger Regen und Hagelstürme: Die Teilnehmer des diesjährigen Gigathlons hatten mit extremen Bedingungen zu kämpfen. Entsprechend viele Sportler mussten aufgeben. Stürze waren keine Seltenheit.

Manuel Bühlmann
Drucken
Teilen
Die Rennvelofahrer litten am Sonntag unter dem strömenden Regen

Die Rennvelofahrer litten am Sonntag unter dem strömenden Regen

Rémy Steinegger

AZ-Ressortleiter Regionalsport Rainer Sommerhalder, der für das AZ-Team als Mountainbiker an den Start ging, bekam es mit äusserst schwierigen Verhältnissen zu tun. Die Kombination aus Dunkelheit und schlammigem Untergrund, der von 800 Fahrern bereits stark aufgeweicht war, führte prompt zu mehreren Stürzen.

Trotz Knochenabsplitterungen im linken Unterarm und Verletzungen am linken Bein konnte er die Strecke zu Ende fahren. „Die Bike-Strecke war vor allem für Hobby-Sportler sehr anspruchsvoll", sagt Sommerhalder. «Ich frage mich, ob man für den Schlussteil der Bikestrecke nicht auf Singletrails hätte verzichten sollen.»

Gemäss Daniel Stegmann, Mediensprecher von Organisator Swiss Olympic, hätte bei diesen extremen Bedingungen eine Mountainbike-Ersatzstrecke nicht viel gebracht. «Wir haben die Biker angewiesen, nach Einbruch der Dunkelheit mit Licht und Stirnlampen zu fahren.» Im Vorfeld sei deshalb auch an die Eigenverantwortung der Teilnehmer appelliert worden.

Grosse Hitze am Samstag, Kälteeinbruch am Sonntag

«Aber Stürze passieren, das lässt sich nie ganz vermeiden.» Zwischenfälle völlig zu verhindern sei bei 5500 Teilnehmern nicht möglich. «Die wenigen Unfälle führten zu leichten Verletzungen. Gravierende Fälle gab es keine», sagt Stegmann.

Die im Vergleich zu den Vorjahren tiefe Finisher-Quote bei den Single-Athleten führt Stegmann in erster Linie auf die extreme Witterung zurück. Die Kombination aus grosser Hitze und dem Kälteeinbruch mit Regen hätten zu den vielen Aufgaben geführt. «Die Bedingungen waren sehr hart.» In den Kategorien Single Woman und Single Man beendete nicht einmal die Hälfte den Wettkampf.

Doch nicht nur Hobby-Mountainbiker Sommerhalder hatte Sturzpech. Ein prominentes Opfer musste den Wettkampf wegen den Folgen eines Unfalls sogar aufgeben: Vorjahressiegerin Nina Brenn konnte ihren Titel aufgrund einer Schulterverletzung, die sie sich bei einem Sturz vom Mountainbike zugezogen hatte, nicht verteidigen.

40 Sportler zur Abklärung im Spital

Walter Kistler, Chefarzt Medizin im Spital Davos, ist seit 2007 beim Gigathlon für die medizinische Betreuung zuständig. «Die Zahlen der Behandlungen bewegen sich im Vorjahresbereich.» Lebensbedrohliche Verletzungen gab es keine zu verzeichnen, viele konnten gleich vor Ort medizinisch versorgt werden.

«40 Sportler wurden zu weiteren Abklärungen ins Spital gebracht, elf mussten über Nacht bleiben.» Die häufigsten Fälle betrafen Knochenbrüche, Knie-, Schulter und Schlüsselbeinverletzungen sowie Schürfungen. Der Helikopter-Einsatz am Samstag war aufgrund des unwegsamen Geländes im Jura nötig geworden. Die Mountainbikerin musste ins Basler Krankenhaus geflogen werden, konnte dieses allerdings bereits am Sonntag wieder verlassen.

Aktuelle Nachrichten