Aargauer Kantonalturnfest

Gewohnheitssieger STV Wettingen am Aargauer Kantonalturnfest – geht die Siegesserie weiter?

Der STV Wettingen will am Kantonalturnfest in Muri den nächsten Titel im dreiteiligen Vereinswettkampf gewinnen – es wäre der fünfte Sieg in Serie am Aargauer Kantonalturnfest.

Im Vereinsturnen ist der STV Wettingen schweizweit eine Macht. Kaum ein anderer Turnverein kann mit den Aargauern mithalten. Egal ob an den Schweizer Meisterschaften, am Eidgenössischen Turnfest, am Kantonalturnfest oder an den Aargauer Meisterschaften – die Wettinger, die traditionellerweise in den drei Disziplinen Boden, Sprung und Ringe antreten, sind stets ganz vorne mit dabei.

Entsprechend beeindruckend liest sich denn auch das Palmarès des Vereins: Dreimal in Folge haben sie das Eidgenössische Turnfest gewonnen, haben in den letzten 36 Jahren nicht weniger als 43 Schweizer-Meister-Titel gesammelt und haben auch das Kunststück geschafft, die letzten vier Ausgaben des Aargauer Kantonalturnfests zu gewinnen.

Und das, obwohl die Wettinger Turner sich dabei jeweils auch mit Vereinen messen müssen, die in der Leichtathletik antreten, was definitiv kein Vorteil für die Turner ist, da die Bewertung ihrer Leistung im Vergleich zu jener der Leichtathleten subjektiv ausfällt.

Zusammenhalt und Disziplin

Wenn ein Verein über so viele Jahre derart erfolgreich ist, stellt sich die Frage, was denn die Wettinger besser machen als die Konkurrenz? Was ist das Erfolgsrezept? Sonja Gysel, die seit viereinhalb Jahren beim STV Wettingen turnt und alle drei Disziplinen bestreitet, sieht den Teamzusammenhalt als entscheidenden Faktor an.

«Wir haben ein sehr starkes Team, das gemeinsam viel investiert. Im Training haben wir praktisch keine Absenzen und können daher immer Vollgas geben und uns damit bereits in den Trainings gegenseitig zu Höchstleistungen pushen. Das hilft uns im Wettkampf enorm», so Gysel.

Fabio Moser, Oberturner des STV Wettingen, sieht einen weiteren Grund für die vielen Erfolge des Vereins in der Nachwuchsarbeit. «Wir haben eine grosse Nachwuchsabteilung mit vielen Turnern auf hohem Niveau, sodass wir fast schon auswählen können, wen wir nachziehen wollen», so Moser.

Zwei Trainings pro Woche

«Damit uns das gelingt, versuchen wir unseren Jungen bereits von Anfang an vorzuleben, wie unser Verein und unsere Trainings funktionieren. Dazu gehören vor allem die nötige Disziplin und hartes Training. Ansonsten sind diese Erfolge nicht möglich.»

Zweimal pro Woche trainieren die Wettinger Turner gemeinsam. Zusätzlich wendet aber praktisch jeder der insgesamt rund 44 Athletinnen und Athleten weitere Stunden auf, um individuell oder in kleineren Gruppen an den Übungen zu feilen.

Das ist auch nötig, denn die Wettinger studieren jedes Jahr sowohl am Boden, beim Sprung als auch bei den Ringen neue Übungen und Choreografien ein, was insbesondere bei den Bodenübungen sehr zeitintensiv ist. «Drei bis vier Monate Training brauchen wir sicher, damit wir eine neue Übung an einem Wettkampf präsentieren können», so Gysel.

Oberturner fehlt in einer Disziplin

Die neuen Übungen für diese Saison haben die Wettinger Ende Mai zum ersten Mal an den kantonalen Meisterschaften präsentiert und mit drei Titeln bereits wieder abgeräumt. «Die neuen Übungen haben eigentlich ganz gut funktioniert, einzig am Boden hatten wir noch ein paar kleine Unsicherheiten. Wir sind aber auf gutem Weg», sagt Gysel.

Eine Aussage, die für die Konkurrenz im dreiteiligen Vereinswettkampf am Kantonalturnfest in Muri nichts Gutes erahnen lässt. «Unser Ziel ist ganz klar der Titel. Natürlich ist das nicht selbstverständlich, aber wenn wir drei saubere Programme zeigen, stehen die Chancen sicherlich gut», sagt Fabio Moser.

Er wird nach seiner Knieoperation zu Beginn dieses Jahres bei der Sprungübung aussetzen. Aber auch wenn ihr Oberturner in einer von drei Disziplinen fehlt, werden die Wettinger im dreiteiligen Vereinswettkampf garantiert um den Sieg kämpfen können.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1