Handball
Gesundheit geht vor – Endingens Trainer Zoltan Cordas wird nun abgeschottet

Nach der Niederlage im Fernduell mit Suhr Aarau wartet der A-Ligist Lakers Stäfa in der Barrage auf den TV Endingen. Ob Trainer Zoltan Cordas nach seinem Kreislauf-Zusammenbruch wieder dabei sein kann, ist noch unklar.

Andreas Fretz
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«Wir spielen für Zoltan»: Symbolische Geste der Endinger und Badener Spieler vor dem Anpfiff. Rechts Endingens Trainer Zoltan Cordas.

«Wir spielen für Zoltan»: Symbolische Geste der Endinger und Badener Spieler vor dem Anpfiff. Rechts Endingens Trainer Zoltan Cordas.

fotojaus.ch

In der Niederlage bewies Christian Villiger Grösse. Wie fast alle der 920 Zuschauer blieb der Geschäftsführer des TV Endingen nach der Schlusssirene in der Sporthalle Aue, um das Resultat aus Basel abzuwarten. Den Blick auf das Display seines Smartphones gerichtet, sagte er: «Das reicht nicht mehr.» Wenig später schritt er zum Mikrofon und gratulierte dem HSC Suhr Aarau zum Aufstieg.

Sport verliert an Bedeutung

Die Enttäuschung in der Halle hielt sich in Grenzen. Zum einen mag das am Abschlussapéro gelegen haben, der ausgeschenkt wurde. Zum anderen war allen bewusst, dass es trotz des 33:26-Sieges gegen den STV Baden ein kleines Wunder in Basel gebraucht hätte, um den direkten Aufstieg doch noch zu schaffen.

Und letztlich waren es wohl auch die Ereignisse der letzten Tage, die das sportliche Geschehen in gesunde Relationen rückten. Seit dem Zusammenbruch von Trainer Zoltan Cordas am vergangenen Sonntag in den Schlussminuten des Spiel gegen den RTV Basel rückten plötzlich andere Aspekte in den Vordergrund. Wenn es um Menschenleben geht, verliert selbst ein direkter Aufstieg ein Stück weit an Bedeutung.

Dies demonstrierten auch die Spieler vor dem Anpfiff. Endinger und Badener breiteten gemeinsam ein Transparent auf. «Wir spielen für Zoltan», stand darauf. Der 51-jährige Trainer fehlte drei Tage nach seinem Kreislauf-Zusammenbruch. «Wir haben ihn fast zurückhalten müssen», sagte Villiger – was dafür spricht, dass es Cordas deutlich besser geht.

Cordas wird abgeschottet

Auf der anderen Seite wird der Trainer förmlich abgeschottet. Selbst Martin Pauli, langjähriger Weggefährte und Freund, hatte keinen direkten Kontakt zu Cordas.

Über dessen Zustand hat sich der Goalietrainer regelmässig bei Cordas’ Tochter informiert. «Es ist wichtig, dass wir ihn jetzt in Ruhe lassen», sagt Pauli.

Der Moment, als Cordas vornüber kippte, will ihm nicht aus dem Kopf. «Es waren schwierige letzte Tage», betont Pauli, der zusammen mit U19-Trainer Michael Spuler die Leitung des Teams übernommen hat.

«Theoretisch ist alles möglich»

Auch die Vorbereitung für die Barrage-Spiele gegen Lakers Stäfa ist Sache von Pauli und Spuler. Das Hinspiel am 10. Mai findet im Wettinger Tägerhard statt (18 Uhr). Das Rückspiel eine Woche später in Stäfa.

Ob Cordas in irgendeiner Form dabei sein wird, ist noch offen. «Theoretisch ist alles möglich, praktisch ist es nicht gesund», sagt Pauli.

Ähnliches sagt Captain Christian Riechsteiner, der gegen Baden mit neun Toren bester Schütze war: «Wir schaffen es auch ohne Zoltan, seine Gesundheit geniesst jetzt Vorrang.»

Die Stimmung vor dem letzten Qualifikationsspiel sei etwas angespannter gewesen als sonst, sagte Riechsteiner. Jetzt gehe es darum, nochmals zweieinhalb Wochen Vollgas zu geben. «Gegen Stäfa wird es garantiert nicht einfach», ist er überzeugt.

Die Endinger sind niedergeschlagen: Links Sportchef Marco Eggenschwiler und Goalie-Trainer Martin Pauli.
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Endingen schlägt Baden deutlich - hier das abschliessende Shakehands.
Für die Spieler gilt es nun, sich voll auf die Barrage gegen Lakers Stäfa zu konzentrieren.
Trotz der letzten schwierigen Tage - sie haben das Lachen nicht verlernt: Sebastian Kündig mit den Goalies Dominic Rosenberg und Dario Ferrante.
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«Wir spielen für Zoltan»

Die Endinger sind niedergeschlagen: Links Sportchef Marco Eggenschwiler und Goalie-Trainer Martin Pauli.

Roland Jaus