Christian Villiger, wie gut haben Sie die Derby-Niederlage (15:30) Ihres TV Endingen gegen den HSC Suhr Aarau verdaut?
Christian Villiger: Das Derby ist abgehakt. Natürlich war es frustrierend. Vielleicht wollten wir etwas zu viel. Schlussendlich haben wir einfach schlecht und Suhr Aarau sehr gut gespielt.

Wie zufrieden sind sie mit der Reaktion am letzten Spieltag beim 23:22-Sieg auswärts gegen GC Amicitia?
Es ist wichtig, dass wir die rote Laterne haben abgeben können. So gehen wir mit einem Erfolgserlebnis in die Weihnachtsferien. Die Mannschaft hat nie aufgegeben und die Leistung gerade in der Deckung war sehr gut. Das gibt mir ein gutes Gefühl im Hinblick auf die Abstiegsrunde.

Mit welchen Gefühlen gehen Sie in diese Abstiegsrunde?
Das wird eine coole Sache. Die vier teilnehmenden Teams sind gerade einmal durch vier Punkte voneinander getrennt. Da ist noch alles möglich.

Was konkret für den TV Endingen?
Es wäre natürlich toll, wenn wir den achten Platz schaffen würden. Unser oberstes Ziel ist der Ligaerhalt, der wäre mit ebendiesem achten Platz auch gleich geschafft (der siebte und der achte Rang sind aufgrund des aktuellen Modus gleichbedeutend mit der Qualifikation für den Playoff-Viertelfinal, Anm.d.Red.).

Welche Bilanz ziehen Sie nach der Hauptrunde?
Wir mussten immer wieder Rückschläge hinnehmen. Die Mannschaft hat sich aber davon nicht unterkriegen lassen. Die vielen Verletzten haben auch dafür gesorgt, dass zahlreiche Spieler Spielpraxis sammeln konnten. Das wird uns in der Abstiegsrunde sicher helfen.

(archiv)

Der TV Endingen musste immer wieder Rückschläge hinnehmen

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Welche Entwicklung hat das Team seit dem Aufstieg in die NLA gemacht?
Das ist schwierig zu sagen. Durch den unvermittelten Abgang des Trainer-Duos ist die Entwicklung weniger auf der spielerischen, sondern viel mehr auf der mannschaftlichen Ebene weiterentwickelt. Wir sind in dieser schwierigen Zeit zusammengerückt. Spielerisch erhoffen wir uns nun mit dem neuen Trainer Fortschritte.

Sie sprechen Zoltan Majeri an, der das Traineramt Anfang Januar übernimmt. Warum ist er der richtige Mann?
Er ist bekannt für seine gute Arbeit mit jungen Spielern. Das ist enorm wichtig, weil es bei uns in den nächsten Jahren zu einem Umbruch kommen wird. Wir haben aktuell ein paar Spieler, die zwischen 25 und 27 Jahren alt sind. Da müssen wir dafür sorgen, dass wir den einen oder anderen Jungen aus unserem Nachwuchs langsam ans Fanionteam heranführen können.

Wie wichtig war es, dass die «Baustelle Trainer» in der vergangenen Woche abgeschlossen werden konnte?
Enorm wichtig. Wir waren zuletzt im Überlebensmodus. Trotzdem möchte ich betonen: Leonard Pejkovic und Nemanja Sudzum haben als Übergangs-Trainer einen hervorragenden Job gemacht – obwohl ihnen jegliche Erfahrung auf diesem Niveau fehlte. Aufgrund der vielen schwierigen Spiele gegen starke Gegner und die zahlreichen verletzungsbedingten Ausfälle mag ihre Resultat-Bilanz etwas täuschen. Aber: Der Sieg zum Abschluss gegen GC Amicitia war sehr wertvoll. So gehen wir mit zwei statt sechs Punkten Rückstand auf die Zürcher auf Platz 8 in die Abstiegsrunde.