FC Aarau

Geoffrey Tréand und Sébastien Wüthrich wollen gehen: Kann der FC Aarau sie halten?

Soll man Reisende aufhalten? Oder soll der FC Aarau Tréand (l.) und Wüthrich ziehen lassen?

Soll man Reisende aufhalten? Oder soll der FC Aarau Tréand (l.) und Wüthrich ziehen lassen?

In guten Zeiten sind Geoffrey Tréand und Sébastien Wüthrich für den FC Aarau Gold wert – doch wie weiter mit ihnen? Sportchef Raimonde Ponte will die beiden Topskorer in der Mannschaft halten: «Wir glauben und arbeiten daran, dass uns dies gelingt»

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Geoffrey Tréand und Sébastien Wüthrich sind für den FC Aarau unverzichtbar. Mit 23 (Tréand) bzw. 17 Punkten (Wüthrich) stehen sie an der Spitze der internen Skorerliste. Dazu haben beide weit über hundert Super-League-Spiele in den Beinen, sind also wahre Luxusobjekte in der Challenge League.

Kein Wunder, will der FC Aarau sowohl Tréand als auch Wüthrich unbedingt behalten, um mit ihrer Qualität das grosse Ziel «Aufstieg» in Angriff zu nehmen. Rein vertraglich spricht nichts dagegen, das Duo ist schliesslich bis 2018 gebunden. Nur: Die Sache hat einen Haken. Beide wollen sich öffentlich dazu nicht äussern, doch im Brügglifeld ist es ein offenes Geheimnis: Tréand und Wüthrich wollen den FC Aarau verlassen. Sie haben ihr Anliegen beim Trainerstab und bei der Klubleitung deponiert. Wohin es Tréand zieht, ist unklar. Wüthrich ist seit Wochen bei Servette im Gespräch.

Sébastien Wüthrich konnte nur zu Beginn der Rückrunde häufig jubeln – jetzt ist er bei Servette im Gespräch.

Sébastien Wüthrich konnte nur zu Beginn der Rückrunde häufig jubeln – jetzt ist er bei Servette im Gespräch.

Der Hauptgrund für ihren Abgangswunsch dürfte der enttäuschende Verlauf der zu Ende gehenden Saison sein. Tréand und Wüthrich wurden mit der Aussicht nach Aarau gelockt, dem FC Zürich den Weg zum Wiederaufstieg so steinig wie möglich zu machen. Doch statt spitzenmässig war der FC Aarau bald nur noch Mittelmass. Zu wenig für die Romands, die im Frühherbst ihrer Karriere nicht in der Challenge League verkümmern wollen. Kommt dazu: Anzeichen, wonach der Aufstieg in der nächsten Saison realistisch ist, sind nur spärlich vorhanden.

Die Unzufriedenheit von Tréand und Wüthrich ist unübersehbar. Spieler von ihrem Format müssten in der Challenge League regelmässig Spiele entscheiden, doch dies geschieht viel zu selten. Statt sich gegen den seit Jahresbeginn anhaltenden Sinkflug zu wehren, tauchten sie ab. Bei Tréand stimmt zwar immer die Einstellung. Doch sein einziges durchs Band starkes Spiel war das 3:1 gegen den FC Zürich, das er mit zwei Toren und einem Assist quasi im Alleingang entschied. Wüthrich glänzte in den ersten drei Spielen der Rückrunde, seither gelingt ihm nicht mehr viel.

Gegen den FC Zürich glänzte Geoffrey Tréand.

Gegen den FC Zürich glänzte Geoffrey Tréand.

Das Duo als «Schönwetter-Spieler» zu bezeichnen, ist sicher nicht verkehrt: Läuft es der Mannschaft, läuft es auch Tréand und Wüthrich. Umgekehrt jedoch genauso. Die Statistik sagt: Von seinen 23 Skorerpunkten hat Tréand nur deren 5 in Spielen gesammelt, die der FC Aarau verlor (insgesamt 16 Niederlagen). Von Wüthrichs 17 Skorerpunkten stammen 4 aus Niederlagen.

Sechsstellige Ablösesumme

Doch in der kommenden Saison sollen Niederlagen Seltenheitswert haben. Davon ist die sportliche Leitung des FCA überzeugt. Und darum will sie Tréand und Wüthrich zum Bleiben überreden. Das Ringen um die Topskorer läuft auf Hochtouren. «Wir glauben und arbeiten daran, dass uns dies gelingt», sagt Sportchef Raimondo Ponte.

Realismus? Naivität? Oder Taktiererei? Gut möglich nämlich, dass der Abgang des Duos beschlossene Sache ist und mit anderslautenden Aussagen der Preis hochgehalten wird. Denn eines ist klar: Gratis wird der FC Aarau seine Topskorer nicht abgeben. Bei Tréand als auch bei Wüthrich ist die Rede von einer sechsstelligen Summe.

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