Generalversammlung
FC Aarau: Aktionäre bewilligen Kapitalerhöhung ohne Gegenstimme

Um die sportliche Vorwärtsstrategie nicht zu gefährden, hat der Verwaltungsrat frisches Kapital beantragt - mit Erfolg.

Sebastian Wendel
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Ein Blick auf die FCA-Generalversammlung im Jahr 2005: In diesem Jahr wurde wegen Corona wie schon 2020 schriftlich abgestimmt.

Ein Blick auf die FCA-Generalversammlung im Jahr 2005: In diesem Jahr wurde wegen Corona wie schon 2020 schriftlich abgestimmt.

André Albrecht / SPO

Als erster Schweizer Profiklub hat der FC Aarau auf die finanziellen Auswirkungen der Coronakrise reagiert, indem er bei seinen Aktionären eine Kapitalerhöhung in der Höhe von 400'000 Franken beantragt hat (die AZ berichtete). Maximal 8000 neue Aktien zu einem Nennwert von 50 Franken sollen veräussert werden, bei einem Preis von 100 Franken pro Aktie könnten so bis zu 800'000 Franken in die Kassen fliessen.

An der 18. Generalversammlung der FC Aarau AG am 21. Juni im Bären Kölliken (wegen Corona schriftlich geführt) durfte der Verwaltungsrat konstatieren, dass der Antrag bei einer rekordverdächtigen Stimmbeteiligung von zwei Drittel aller stimmberechtigten Aktien (gut 20'000 von 32'000) ohne Gegenstimme angenommen wurde.

Karl Oldani tritt aus Verwaltungsrat aus

Nach neun Jahren wurde Karl "Kari" Oldani an der 18. Generalversammlung der FC Aarau AG aus dem Verwaltungsrat verabschiedet. Oldani, langjähriger Leiter für die Region Aarau bei der Neuen Aargauer Bank, kam nach seiner Pensionierung in den Verwaltungsrat und verantwortete in diesem das Ressort "Marketing/Sponsoring". Sein Nachfolger Nico Barazetti (CEO Lagerhäuser Aarau AG) wurde bereits im vergangenen Jahr in den Verwaltungsrat gewählt.

Frisches Kapital ist notwendig, um die vor einem Jahr ausgerufene Vorwärtsstrategie nicht zu gefährden. Deren Endziel ist die Etablierung in der Super League. Das Geschäftsjahr 2020 wurde mit einem Minus von gut 200'000 Franken abgeschlossen, nur dank des Verkaufs von Yvan Alounga an den FC Luzern für über 500'000 Franken verfügt der FCA noch über finanzielle Reserven. Ohne Kapitalerhöhung und angesichts der unsicheren Perspektive an der Einnahmen (weiterhin sucht der FCA einen Hauptsponsor) wäre der Klub wohl bereits in diesem Sommer auf den Verkauf eines oder mehreren Topspielers angewiesen gewesen, was wiederum die sportlichen Ambitionen durchkreuzen würde.

Die Aussichten, das Mindestziel von 5000 neu verkauften Aktien zu erreichen, werden als gut bezeichnet. Mitunter deshalb hat die FCA-Klubleitung beim Trainingsstart am Montag nicht weniger als den Aufstieg in die Super League zum Ziel in der nächsten Saison ausgerufen.

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