Zuerst befürchtete er das Schlimmste. Als Tim Aufdenblatten im Cupspiel gegen den HC Kriens-Luzern vom Ball im Gesicht getroffen wurde, konnte er auf einem Auge nichts sehen. Sofort wurde er ins Spital gebracht, wo die Ärzte glücklicherweise leichte Entwarnungen geben konnten, aber einen erhöhten Wert beim Augeninnendruck feststellten. Um eine gefährliche Netzhautablösung zu verhindern, wurde Aufdenblatten zwei Wochen strikte Ruhe verordnet. «Ich kann zwar wieder normal sehen, sollte mich aber möglichst wenig bewegen und muss zu Hause bleiben», sagt Aufdenblatten.

Das HSC-Spiel am Sonntag gegen den BSV Bern kann er so immerhin im Livestream verfolgen. «Zum Glück darf ich mein Notebook verwenden», sagt er. Und so hat das Unglück doch einen positiven Nebeneffekt. «Mit bleibt jetzt viel Zeit, um zu lernen», sagt der Psychologiestudent. Es ist ein schwacher Trost für den grossen Handball-Enthusiasten, der seine Teamkollegen viel lieber als Co-Captain auf das Feld führen würde.

Die vierte Gesichtsverletzung

Aufdenblatten zog sich am Mittwoch bereits die vierte Gesichtsverletzung in nicht einmal zwei Jahren zu. In der vergangenen Saison brach er sich zweimal das Nasenbein, und zuletzt Mitte November verlor er bei einem Zweikampf gegen GC Amicitia einen Zahn. Die Augenverletzung ist nun aber der Tiefpunkt in der Verletztenakte des Pechvogels. Wie lange Aufdenblatten ausfallen wird, ist noch unklar. «Ich muss alle fünf Tage zur Kontrolle zum Augenarzt. Wenn alles perfekt verheilen sollte, kann ich im neuen Jahr vielleicht wieder spielen.» Möglich ist aber auch, dass er weit länger ausfallen wird. «Im Moment ist das noch sehr schwierig abzuschätzen», sagt er.

Gemeinsam wollen die Teamkollegen nun im Spiel am Sonntag um 17 Uhr in Gümligen für ihren Co-Captain gewinnen. Aufgrund des sehr guten Torverhältnisses wäre die Qualifikation für die Finalrunde mit einem Sieg so gut wie sicher, selbst wenn Kriens-Luzern gleichzeitig bei St. Otmar St. Gallen gewinnen sollte. Verliert Kriens-Luzern, wäre mit einem HSC-Sieg alles klar.