2. Liga AFV

Gelbe Karte für den Aargauischen Fussballverband

Ruedi Kuhn
Das erste Kapitel: Lenzburg-Trainer Emilio Munera (im Bild) wird von Suhr-Assistenztrainer Ömer Yelli beschimpft. Letzterer sieht daraufhin vom Schiedsrichter die rote Karte.

Das erste Kapitel: Lenzburg-Trainer Emilio Munera (im Bild) wird von Suhr-Assistenztrainer Ömer Yelli beschimpft. Letzterer sieht daraufhin vom Schiedsrichter die rote Karte.

Der Aargauische Fussballverband trägt eine Mitschuld an der 0:3-Forfaitniederlage des FC Suhr. Der von Präsident Ponte und Geschäftsführer Hurter unterzeichnete Brief, in welchem die Falschinformation bestätigt wird, ist dabei nur ein kleines Trostpflaster.

Es ist gut, dass die Verantwortlichen des Aargauischen Fussballverbandes (AFV) die 0:3-Forfaitniederlage des FC Suhr nicht auf die leichte Schulter nehmen. Einerseits ist der AFV für das Wohl der 83 Aargauer Vereine verantwortlich und nicht umgekehrt. Anderseits trägt der AFV eine Mitschuld am 0:3.

Der von Präsident Luigi Ponte und Geschäftsführer Hannes Hurter unterzeichnete Brief an den FC Suhr vom 10. Januar mit dem Eingeständnis, dass sich der 2.-Ligist vor dem Einsatz von Spieler Ömer Yelli beim AFV über die Spielberechtigung informiert hat, ist einerseits ein positives Zeichen, anderseits nur ein kleines Trostpflaster.

Die Suhrer waren nach dem Gespräch mit einem AFV-Funktionär nämlich im guten Glauben, dass Yelli trotz der roten Karte spielberechtigt ist. Mit dieser Falschinformation ist der AFV ganz schön ins Fettnäpfchen getreten. Um in der Sprache der Fussballer zu bleiben: Der AFV hat sich mit dieser Aktion eine gelbe Karte eingehandelt.

Trotzdem muss sich der FC Suhr in erster Linie an der eigenen Nase nehmen: Die Verantwortung der Spielereinsätze liegt gemäss Artikel 36 des Wettspielreglements des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV) nämlich zu jeder Zeit beim jeweiligen Klub.

Umso erstaunlicher ist es, dass in keinem Reglement des SFV festgehalten ist, ob und wie man in den Funktionen als Spieler, Ersatzspieler, Trainer oder Assistenztrainer nach einer roten Karte bestraft wird. Das soll nun vom SFV in einem Reglement neu und präzis definiert werden.

Der «Fall FC Suhr» ist ein Präzedenzfall. Der Entscheid hat schweizweit wegweisende Bedeutung, ist also von grosser Bedeutung. Und welche Lehren ziehen wir aus dieser leidigen Geschichte: Fussballer und Funktionäre, aufgepasst! Der Teufel steckt nicht nur auf, sondern auch neben dem Spielfeld im Detail.

ruedi.kuhn@chmedia.ch

Autor

Ruedi Kuhn

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