Fussball
«Gehen aufs Feld, um zu gewinnen»: Wohlen zum Rückrundenstart optimistisch

Der Wohlen startet am Samstag gegen Vaduz (17 Uhr, Niedermatten) in die Rückrunde der Challenge League. Der Blick auf das letzte Duell der Teams stimmt optimistisch: Beim 1:1 im Dezember gelang den Wohlern fast die grosse Überraschung.

Ruedi Burkart
Merken
Drucken
Teilen
Aufgeräumte Stimmung auf dem Nebenplatz der Niedermatten bei FCW-Trainer David Sesa (Mitte) unddessen Assistent Umberto Romano. Links schmunzelt Masseurin Simona Bergamo. ruedi burkart

Aufgeräumte Stimmung auf dem Nebenplatz der Niedermatten bei FCW-Trainer David Sesa (Mitte) unddessen Assistent Umberto Romano. Links schmunzelt Masseurin Simona Bergamo. ruedi burkart

Ruedi Burkart

Erinnern Sie sich an Wohlens letztes Aufeinandertreffen mit Vaduz? Am 8. Dezember 2013 wars, als die glänzend disponierten Freiämter dem Favoriten dank eines Treffers von Joao Paiva ein 1:1 abtrotzten.

Die 790 Zuschauer auf der Niedermatten wähnten sich bei schönstem Sonnenschein im falschen Film – der Tabellenletzte stürzte beinahe den Leader. Grund für das kollektive ungläubige Kopfschütteln: Noch zu frisch waren die Erinnerungen an das 0:4-Debakel vier Tage zuvor gegen Locarno an selber Stelle.

«Die Wahrheit liegt in der Mitte», so FCW-Trainer David Sesa auf die Frage, wo denn seine Mannschaft beim Start in die Rückrunde stehe. Oder anders ausgedrückt: An einem guten Tag bringen die Freiämter einen Favoriten ins Straucheln, an einem «Jour sans» kassieren sie gegen eine gleichstark eingestufte Mannschaft eine Packung.

Vaduz: Verstärkungen geholt

Wohlens Aufbruchstimmung zum Trotz: Die Liechtensteiner fahren als klarer Favorit ins Freiamt. Bemerkenswert: In den bisherigen 19 Partien hat das Team von Trainer Giorgio Contini erst einmal verloren (1:2 gegen Wil). Und: In der Winterpause langte man kräftig zu: Mittelfeldspieler Simone Grippo (25, zuletzt vereinslos), Stürmer Kwan Ryong Pak (21, zurück aus Basel) und Verteidiger Joel Untersee wechselten ins Ländle.

Eine interessante Personalie ist zweifelsohne der in Johannesburg/Südafrika geborene Untersee. Der 19-jährige Schweizer Nachwuchs-Internationale durchlief beim FC Zürich den Nachwuchs und wechselte als 16-Jähriger nach Italien zu Juventus Turin. Dort spielte er im Nachwuchs und bestritt mit der 1. Mannschaft die Saisonvorbereitung. Sein Vertrag mit dem amtierenden italienischen Meister läuft noch bis Sommer 2017.

Fehlen werden bei Vaduz neben den verletzten Kaufmann, Baron, Abegglen und Neumayr auch die beiden Leistungsträger Burgmeier und Muntwiler, die beim souveränen 2:0 letzten Montag gegen Lugano die vierte Verwarnung in dieser Saison kassierten.

FCW mit quasi Vollbestand

Doch für negative Gedanken ist dieser Tage bei den Freiämtern kein Platz. In den Trainings herrscht eine zuweilen fast schon ausgelassene Stimmung. Mit ein Grund: Mit Ausnahme der langzeitverletzten Agro, Milani, Ebipi, Giampa und Guto stehen alle Akteure zur Verfügung.

«Wer von den Neuen gegen Vaduz spielen wird? Werden wir sehen», meint Trainer David Sesa mit einem Augenzwinkern. «Schlitzohr» Sesa lässt sich bekanntermassen nur ungern in die Karten blicken.

Schon vor einer Woche vor dem schliesslich verschobenen Auftaktspiel in Locarno hielt er sich bedeckt. Apropos: Wann die Partie im Tessin nachgeholt wird, war bis gestern Abend noch nicht klar.

Geniale Pässe von Kakoko, Tore von Paiva

Zurück zum Spiel vom Samstag: Gegen wen die Wohler spielen, ist eigentlich egal. Punkte müssen sie holen. «Wir gehen aufs Feld um zu gewinnen», sagt Mittelfeld-Akteur Yannick Kakoko. Von ihm sind heute überraschende Ideen und geniale Pässe in die Offensive gefordert. Auf dass Stürmer Paiva seine Torproduktion wieder ankurbeln kann. Bisher haben in der Meisterschaft nur die beiden Schaffhauser Rossini (14 Tore) und Frontino (9) sowie der Servettien Tréand (9) öfters getroffen als Wohlens achtfacher Torschütze.

Leader mit gebotenem Respekt

Die Vaduzer fahren frohgemut ins Freiamt. «Wir sind mit dem 2:0 gegen Lugano gut gestartet», so Trainer Giorgio Contini, «und werden Wohlen ganz sicher nicht unterschätzen.»

Das habe aber wenig mit dem 1:1 im letzten Direktduell vor der Winterpause zu tun. «Dieses Spiel ist für uns schon weit weg», so Contini, «aber auch als Tabellenleader werden wir jedem Gegner mit dem nötigen Respekt gegenübertreten.»