Badminton
Gegner wider Willen: Flurin und Silvan Furrer starten in die NLB-Saison

Mit Flurin (Team Argovia II) und Silvan (Team Baden) Furrer ist die heute startende NLB-Saison auch eine Sache unter Brüdern. Was für die Brüder als «Ausprobieren» begann, entwickelte sich schnell zu einer echten Leidenschaft.

Fabian Sangines
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Flurin (links) und Silvan Furrer starten in die NLB-Saison.

Flurin (links) und Silvan Furrer starten in die NLB-Saison.

Fabian Sangines

Man merkt schnell, dass der 18-jährige Flurin der Ältere der beiden Furrer-Brüder ist. Silvan (17) lauscht zu Anfang mehr den Worten seines Bruders, wenn er nicht direkt angesprochen wird. Ähnlich sieht es gemäss den beiden Sportkanti-Schülern auf dem Platz aus, wobei Silvans Ruhe eher als Stärke betrachtet werden kann.

«Er ist sehr ausgeglichen und lässt sich weder von Fehlern noch von gegnerischen Provokationen aus der Fassung bringen», sagt Flurin. Sein Bruder ergänzt: «Bei Flurin ist das meistens anders. Er ist eher der emotionale Spielertyp.» Auch sonst sollen die beiden unterschiedliche Typen sein. «Das war schon immer so», sagt Flurin.

Dieselbe Leidenschaft

Trotz der Charakterunterschiede fanden die Söhne einer ehemaligen NLB-Badmintonspielerin dieselbe Leidenschaft für denselben Sport. Flurin erzählt: «Zu Beginn habe ich Schwimmen und Judo gemacht. Das hat mir aber nicht so viel Spass gemacht, weshalb ich mit Badminton begonnen habe.»

Ähnlich lief es beim kleinen Bruder. «Nach sechs Jahren Judo wollte ich etwas Neues ausprobieren. Als unsere Mutter Badminton vorgeschlagen hat, gingen wir gemeinsam in ein Probetraining», so Silvan und fügt an: «Nach einem Jahr Fechten und Badminton habe ich mich endgültig für dieselbe Sportart wie mein Bruder entschieden.»

Dieses «Anfangen» entwickelte sich für beide in eine echte Leidenschaft, wie Flurin erklärt: «Für den Sport opfern wir viel Freizeit – beispielsweise waren wir zu Trainingszwecken die letzten drei Jahre fast die ganzen Sommerferien in Asien – und gehen auch selten in den Ausgang.» Ausserdem trainieren die «Badminton-Brüder» bis zu neun Mal pro Woche.

Gemeinsame Erfolge

Dass Flurin und Silvan auch gemeinsam funktionieren, haben die Furrers vergangenen Mai bewiesen, als sie an den Junioren-Schweizer-Meisterschaften in der Kategorie U19-Doppel die Bronzemedaille gewinnen konnten. Diesen Coup wiederholte das Geschwister-Duo Anfang September an einem internationalen Turnier in Irland. «Dies, trotz unserer unterschiedlichen Spielweise», sagt Flurin nicht ohne Stolz. Vielleicht war genau die Mischung aus Flurins Zielstrebigkeit und Silvans Verspieltheit das ideale Erfolgsrezept.

Dennoch steht das Erreichen von Familienerfolgen nicht zuoberst auf der Prioritätenliste der Furrers. «Wir müssen nicht unbedingt zusammenspielen. Falls es sich ergibt, wäre es aber natürlich schon schön», wie es Flurin formuliert. Am 26. Oktober steht mit dem Derby Team Argovia II gegen Team Baden auch das Bruderduell an. Ob die beiden gegeneinander spielen müssen, wird noch auskommen. «Ich würde es bevorzugen, nicht gegen Silvan spielen zu müssen», sagt Flurin. Sein Bruder nickt beipflichtend.

Unentschieden zu Beginn

Für Flurin hat die Spielzeit übrigens bereits vor einer Woche begonnen. Trotz zwei Siegen – im Herren-Einzel 1 und Herren-Doppel 1 – reichte es für den 18-Jährigen und seinem Team Argovia II in der vorgezogenen zweiten Runde in Zug nur zu einem 4:4. Flurins jüngerer Bruder Silvan greift heute mit dem Heimspiel gegen Baselland in die Saison ein. Eine Saison, die in der Familie Furrer sicherlich noch für Gesprächsstoff sorgen wird.