Was der FC Aarau während seiner Reise ans Cupspiel in St. Gallen vor elf Jahren erlebt hat, erregt die Gemüter im Umfeld des Klubs vom Brügglifeld auch heute noch. Was ist passiert? Wegen Ausschreitungen und wüsten Schlägereien zwischen St. Galler und Aarauer Fans konnte der FCA-Mannschaftsbus nur mit grosser Verzögerung und unter Polizeischutz ins Stadion fahren. So blieb den Spielern kaum Zeit für eine Vorbereitung.

FCA-Assistenzcoach Jeff Saibene bat St. Gallen-Trainer Uli Forte, den Spielbeginn um eine halbe Stunde zu verschieben. Forte reagierte unwirsch, beharrte auf dem Anpfiff um 18 Uhr und sagte: „Ich habe meine Mannschaft auf diesen Zeitpunkt eingestellt. Dabei bleibt es jetzt auch.“ Was für eine Unsportlichkeit von Forte! Der FC Aarau geriet ohne eigene Schuld in eine Notsituation. Forte aber lies jeglichen Respekt und Anstand gegenüber dem Gegner vermissen. Dabei hätte er wissen müssen, dass so etwas auch seiner Mannschaft passieren könnte. 

Forte entschuldigt sich jetzt zwar in der Boulevardpresse und sagt: „Wenn ich für den FC Aarau deshalb ein rotes Tuch bin, tut es mir leid. Aber ich konnte diesen Entscheid nicht alleine treffen. Und der finale Entscheid hatte ohnehin der Schiedsrichter.“

Es ist schön und gut, dass Forte die ganze Sache Leid tut. Aber der letzte Satz von Fortes Aussage kommt ziemlich schräg daher. Entweder hat der 45-Jährige ein schlechtes Gedächtnis oder er sucht eine billige Ausrede.  Bevor die Aarauer Forte um einen späteren Spielbeginn baten, nahmen sie Kontakt mit Schiedsrichter René Rogalla auf. Rogalla hatte Verständnis für das Anliegen der Aarauer, brauchte aber für die Verschiebung des Anpfiffs das Okay von St. Gallen-Trainer Uli Forte. Forte hatte also durchaus Einfluss auf den finalen Entscheid. Statt Vernunft walten zu lassen, liess er den FC Aarau ins offene Messer laufen - und 0:2 verlieren.