Schweizer Cup
Gastspiel im kleinen Wembley

Der FC Wohlen und Aarau stehen vor Pflichtaufgaben.

Ruedi Kuhn
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Urs Schönenberger trifft mit dem FC Wohlen auf den 3.-Ligisten FC Henau.

Urs Schönenberger trifft mit dem FC Wohlen auf den 3.-Ligisten FC Henau.

Alexander Wagner

Warum sorgen unterklassige Vereine im deutschen Pokalwettbewerb immer wieder für Überraschungen und eliminieren hochkarätige Gegner? Warum sind Sensationen im Schweizer Cup selten, sogar sehr selten? Ist bei uns das Gefälle innerhalb der Ligen grösser als in Deutschland?

Der Wohler Trainer Urs Schönenberger will davon nichts wissen und sagt: «Das hat einzig und allein mit der Mentalität der Spieler zu tun. In der Schweiz hoffen die Kleinklubs auf ein schönes Fussballfest mit vielen Zuschauern. Die Resultate sind meistens Nebensache. Die Deutschen aber wollen gewinnen. Und zwar um jeden Preis. Deshalb kämpfen sie bis zum Umfallen und geben immer Vollgas.»

So gesehen dürfte Wohlens Cupgegner Henau keine allzu grosse Hürde sein. Der 3.-Ligist aus der Ostschweiz ist trotz des überzeugenden 3:0-Erfolgs in der Meisterschaft gegen Bütschwil am vergangenen Wochenende krasser Aussenseiter. Henau hat 1450 Einwohner und ist eines von sieben Dörfern, das zur Gemeinde Uzwil gehört.

Eine der Sehenswürdigkeiten ist der Kirchenturm, der unter eidgenössischem Denkmalschutz steht. Das Cupspiel findet im Sportplatz Rüti statt. Der Rasen wird von den Einheimischen liebevoll als «kleines Wembley der Ostschweiz» bezeichnet.

Die neuen Garderoben sollen ein Prunkstück sein, ja sogar zum Verweilen einladen. Schönenberger nimmt Henau trotz der klaren Vorzeichen nicht auf die leichte Schulter und sagt: «Wir werden Henau nicht unterschätzen. Allerdings können wir uns wohl tatsächlich nur selbst schlagen.» Was die Aufstellung betrifft, will sich Schönenberger auf keine Experimente einlassen. Ob Reservisten wie Torhüter Flamur Tahiraj, Mittelfeldspieler Daniele Romano und Stürmer Benjamin Stauber zu Teileinsätzen kommen, wird sich zeigen.

Aaraus Schultz gesperrt

Derbysieger FC Aarau reist heute Nachmittag nach Basel und trifft im Sportplatz Grendelmatte auf den 2.-Ligisten Amicitia Riehen. Trainer René Weiler muss auf den gesperrten Alain Schultz verzichten. Gut möglich also, dass der Mazedonier Aco Stojkov zu einem Teileinsatz kommen wird. Amicitia Riehen ist mit sechs Punkten aus vier Spielen gut in die Meisterschaft gestartet. Nun müssen die Basler aber ausgerechnet im Cup auf ihren Goalgetter Denis Uebersax verzichten.

Der Torschützenkönig der vergangenen drei Saisons ist momentan in den Ferien. Mal schauen, ob der Aussenseiter gegen die Aarauer trotzdem zumindest einen Treffer erzielt. Mehr liegt wohl nicht drin. Von einer Cupsensation spricht man jedenfalls weder in Henau noch in Riehen.

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