FC Aarau
Garat-Bänderriss: So plant Aarau-Sportchef Burki nach dem erneuten Verletzungspech

Waren die glücklichen Schiedsrichter-Entscheide im Derby gegen Wohlen (2:0) nur die Ausnahme der Regel? Scheint so. Denn wenige Tage nach der Rückkehr des Glücks ins Brügglifeld schlägt die Verletzungshexe beim FC Aarau gnadenlos zu. Wie schon so oft in dieser Saison.

Sebastian Wendel
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Nach der schweren Verletzung von Juan Pablo Garat (Mitte sitzend) stellen sich für FCA-Sportchef Sandro Burki neue Fragen. Freshfocus

Nach der schweren Verletzung von Juan Pablo Garat (Mitte sitzend) stellen sich für FCA-Sportchef Sandro Burki neue Fragen. Freshfocus

Marc Schumacher/freshfocus

Im Mittwochstraining knickt Innenverteidiger Juan Pablo Garat um. Nach Untersuchungen im KSA Aarau und einer Klinik in Rheinfelden werden die Befürchtungen bestätigt: Bänderriss im linken Sprunggelenk. Um eine Operation kommt Garat wohl herum, doch die Vorrunde ist für den Argentinier gelaufen.

Wie bitter für Garat! Der Teamsenior und dienstälteste FCA-Profi (seit 2011 im Verein) erhält im Sommer auf den letzten Drücker nochmals einen Vertrag bis 2018. Der Plan ist damals, dass Garat den Stellvertreter für die Stamm-Verteidiger gibt. Doch weil Igor Nganga und Stéphane Besle verletzungsbedingt ausfallen, wird der 34-Jährige unverhofft zur wichtigen Figur im Abwehrzentrum. In sechs von acht Spielen (Cup und Liga) steht er in der Startelf, einmal wird er eingewechselt. Mit dieser Anzahl Einsätze hat Garat bei der Vertragsverlängerung wohl mit Blick auf die ganze Saison gerechnet. Zuletzt ist er im Derby gegen Wohlen (2:0), in dem Aarau der lang ersehnte erste Saisonsieg gelingt, einer der besten Spieler auf dem Platz und an beiden FCA-Toren entscheidend beteiligt.

Die Sache mit der Kontingentsliste

Als Innenverteidiger für die restlichen elf Spiele bis zur Winterpause stehen Trainer Marinko Jurendic – Stand heute – primär Stéphane Besle und Marco Thaler zur Verfügung. Doch beide sind verletzungsanfällig. Mögliche Alternativen sind Pascal Thrier, Igor Nganga, Marco Corradi und Michael Siegfried. Wer weiss, vielleicht denkt Jurendic auch an Olivier Jäckle, der zwar in der Formkrise steckt und erst wieder von einer Verletzung genesen ist. Aber: Die besten Spiele im FCA-Trikot hat Jäckle als Innenverteidiger gemacht.

Alternativen, um Garats Ausfall aufzufangen, stünden also bereit. Doch natürlich überlegt sich Sportchef Sandro Burki nun wieder intensiver, schon jetzt einen Innenverteidiger zu verpflichten. Spätestens in der Winterpause, wenn Besle seine Fussballerkarriere beenden und auf die Schulbank der Polizeiakademie in Neuchâtel wechseln wird, muss Burki dies sowieso. Ob der Sportchef noch vor Ablauf der Transferfrist am 30. September handelt, hängt vom Angebot auf dem Spielermarkt ab. Die Wahl des neuen Innenverteidigers muss gut überlegt sein: Dieser Spieler soll eine langfristige Lösung sein und in Aarau nicht – wie Gilles Yapi und Ivan Audino – nur kurzfristig Aufbauhilfe leisten.

In der Winterpause wird Besle seine Fussballerkarriere beenden und auf die Schulbank der Polizeiakademie in Neuchâtel wechseln.

In der Winterpause wird Besle seine Fussballerkarriere beenden und auf die Schulbank der Polizeiakademie in Neuchâtel wechseln.

Zur Verfügung gestellt

Es ist daher davon auszugehen, dass sich Burki mit der Verpflichtung eines neuen Abwehrspielers bis zur Winterpause Zeit lässt. Eine sorgfältige Auswahl noch wichtiger macht die Tatsache, dass der Platz auf der Kontingentsliste immer knapper wird: Die Swiss Football League (SFL) schreibt vor, dass jeder Klub in der Challenge League pro Saison maximal 23 verschiedene Spieler einsetzen darf. Von dieser Regel ausgenommen sind lokal ausgebildete Spieler unter 21 Jahren – also solche, die zwischen dem 15. und 21. Lebensjahr mindestens drei Saisons lang bei einem Schweizer Klub spielten.

Das «Fiese» an der Kontingentsliste: Hat ein Spieler seit Saisonbeginn auch nur eine Sekunde für den FC Aarau gespielt, besetzt er bis zum Saisonende einen der 23 Plätze – auch wenn er den Klub während der Saison verlassen sollte. Wenn man davon ausgeht, dass der neu verpflichtete Ivan Audino und der wiedergenesene Igor Nganga in den nächsten Spielen eingesetzt werden, sind gemäss SFL auf der Kontingentsliste des FC Aarau 19 Plätze vergeben.

Neuzugänge in Chiasso dabei?

Zwei der vier noch freien Plätze dürften bis Ende September an Neuverpflichtungen für die Offensive vergeben werden. Sowohl auf den Flügeln als auch auf der Zehnerposition besteht dringend Handlungsbedarf. Im Hintergrund laufen die Verhandlungen – gut möglich, dass eine, vielleicht sogar beide Personalien in den nächsten Tagen über die Bühne gehen und der oder die neuen Spieler schon im Auswärtsspiel am kommenden Mittwoch in Chiasso spielberechtigt sind.

Bleiben also noch zwei freie Plätze, die Burki mit Neuverpflichtungen, die nicht blutjung, sondern gestandene Spieler sind, besetzen kann. Diesen kleinen Spielraum will sich der neue Sportchef bis zur Winterpause aufsparen, um dann weiter seinen Vorstellungen getreu am Spielerkader zu basteln.

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