FC Aarau
«Gar nichts ist gut!»: Die Hoffnung der Aarauer schwindet zusehends

Nach der happigen 2:6-Heimklatsche gegen Luzern ist die Stimmung beim FCA auf dem Tiefpunkt. Selbst die Spieler haben nun Mühe, noch an den Ligaerhalt zu glauben.

Dean Fuss
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Kalt geduscht: FCA-Goalie Joël Mall war die Ratlosigkeit richtiggehend anzusehen.

Kalt geduscht: FCA-Goalie Joël Mall war die Ratlosigkeit richtiggehend anzusehen.

KEYSTONE

Es wurde laut, als FCA-Torhüter Joël Mall über die Treppe in die Katakomben des Stadions Brügglifeld herunterkam. «Gar nichts ist gut», schrie er, nachdem ihm ein paar Fans zu seiner guten Leistung gratuliert hatten und verschwand in der Kabine. So paradox es angesichts von sechs Gegentoren klingen mag: Der 24-Jährige zeigte im Tor ein starkes Spiel, hielt die Aarauer mit vielen wichtigen Paraden lange Zeit im Spiel.

Seine Enttäuschung ist deshalb mehr als nachvollziehbar. «Das ist eine verpasste Chance. Jetzt wird es enorm schwierig, fast schon unmöglich», sprach Mall nach dem Duschen Klartext. «Trotz allem sind wir es dem Klub, den Fans und dem Umfeld schuldig, dass wir bis zum letzten Atemzug alles geben. Es bleibt uns gar keine andere Wahl. Ob wir noch daran glauben, dass es möglich ist, ist völlig egal.»

Der Glaube schwindet

Es sind ehrliche Worte, die Mall in diesem Moment von sich gibt. Seine Teamkollegen stehen ihm nach dieser bitteren Niederlage allerdings in nichts nach. Auch Captain Sandro Burki nicht: «Es hat nicht viel zusammengepasst. Wir haben unsere Chancen nicht genutzt und dumme Gegentore erhalten», fasste er den Spielverlauf kurz und bündig zusammen. «Jetzt spricht nicht mehr viel für uns. Nach diesem Nachmittag fällt es einem unglaublich schwer, den Glauben an den Ligaerhalt nicht zu verlieren. Das ist nach so einem Spiel aber auch normal.»

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Keystone

Die Enttäuschung wiegt in der Tat schwer. Burki liess sich in der Garderobe ungewöhnlich viel Zeit, bis er den anwesenden Journalistinnen und Journalisten Red und Antwort stand. Als erster Aarauer trat Sven Lüscher vor die Mikrofone – auch er sichtlich niedergeschlagen und mit ausdruckslosem Blick. «Dieses Resultat ist sehr bitter», sagte der 31-jährige Routinier. «Jetzt hat jeder Zeit, seine Enttäuschung zu verarbeiten. Rechnerisch ist es immer noch möglich.»

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Trainer Raimondo Ponte dürfte in den kommenden Tagen tatsächlich gefordert sein. Er muss sein Team wieder aufrichten. So lange es theoretisch noch möglich ist, bleibt ein Funke an Hoffnung. «Die stirbt bekanntlich zuletzt», sagte Luca Radice, der noch am Mittwoch gegen YB als Doppeltorschütze gefeiert worden war.

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