NLA-Handball

Gänsehaut vor Aargauer Derby: Verabschiedung von Milan Skvaril sorgt für Emotionen

Die Verabschiedung von Milan Skvaril vom HSC Suhr Aarau vor Spielbeginn war sehr emotional.

Die Verabschiedung von Milan Skvaril vom HSC Suhr Aarau vor Spielbeginn war sehr emotional.

Der HSC Suhr Aarau gewinnt ein mehr oder weniger emotionsloses Aargauer Handball-Derby gegen den TV Endingen mit 31:19 deutlich. Für Gänsehaut sorgte die Verabschiedung von Milan Skvaril, der seinen Vertrag per Mitte Oktober aufgelöst hat.

Die Schlusssirene ist schon längst erklungen, da tigert Milan Skvaril noch immer in der Aarauer Schachenhalle umher. Der 27-jährige Tscheche wird an jeder Ecke von irgendjemandem umarmt, mit warmen Worten bedacht.

Ein paar Stunden zuvor ist er es, der für den emotionalen Höhepunkt eines mehr oder weniger emotionslos geführten Aargauer Handball-Derbys sorgt. Genauer: seine Verabschiedung. Nachdem Skvaril im Mittelkreis mit den bei Abschiedsakten üblichen Geschenken ausgestattet ist, erhebt sich ein Grossteil der 1417 Zuschauerinnen und Zuschauer in der Aarauer Schachenhalle. Skvaril wird unter tosendem Applaus und von rhythmischen Paukenschlägen auf eine Ehrenrunde geschickt. Gänsehaut-Stimmung pur.

«Mein Puls war auf etwa 300»

«Zehn Sekunden vor der Verabschiedung war mein Puls etwa auf 300», sagt Skvaril unmittelbar nach der Schlusssirene. «Ich möchte mich beim Publikum bedanken, das war wunderschön.» Er ist immer noch sichtlich berührt von der von den Zuschauern demonstrierten Zuneigung. «Das war ein sehr schwieriger Moment für mich. Ich habe hier eine zweite Heimat gefunden, einen zweiten Herzensklub, eine zweite Familie.»

Alles ist nun schnell gegangen. Erst am vergangenen Wochenende war bekannt geworden, dass Skvaril den HSC per Mitte Oktober verlassen wird. Offiziell aus familiären Gründen. Das gegen ihn laufende Strafverfahren nach einer Anzeige von Wacker-Thun-Schlüsselspieler Nicolas Raemy kommentiert Skvaril nicht.

Ein Auftritt auf der Platte zu seinem Abschied blieb Skvaril aufgrund seiner vor anderthalb Wochen erlittenen Verletzung am Ringfinger wie erwartet verwehrt.

Oliveiras Debüt verkommt zum Nebenschauplatz

Hingegen kam der erst am Dienstag verpflichtete Diogo Oliveira unerwartet bereits zu seinem Debüt. Dieses verkam allerdings angesichts von Skvarils Verabschiedung fast ein wenig zu einem Nebenschauplatz.

Dabei hatte der 22-jährige Portugiese, der von Bundesligist Balingen in den Aargau kam, einen starken ersten Auftritt im Trikot des HSC. Oliveira zeigte sich treffsicher, machte viel Tempo und nahm das Heft schnell in die Hand. Mit neun Treffern war er zudem der erfolgreichste Werfer in den Reihen seiner Mannschaft.

Das nächste Aargauer Derby der Saison und damit die Endinger Chance zur Revanche findet in neun Wochen in der GoEasy-Arena in Siggenthal Station statt und wird von «My Sports» live am TV übertragen.

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