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Fussballmärchen mit Sahnehäubchen: Folgt jetzt die Bestätigung?

Aaraus Jungtorhüter Predrag Pribanovic will sein Talent im Heimspiel gegen Locarno erneut unter Beweis stellen. Dass der 20-jährige Pribanovic seine Feuertaufe in der Startformation ausgerechnet im Derby gegen Wohlen erlebte, ist ein kleines Märchen.

Ruedi Kuhn
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Aaraus Predrag Pribanovic während seines ersten Einsatzes gegen den Kantonsrivalen FC Wohlen.

Aaraus Predrag Pribanovic während seines ersten Einsatzes gegen den Kantonsrivalen FC Wohlen.

Gerry Frei

Locker vom Hocker? Cool vom Scheitel bis zur Sohle? Ruhig, sachlich und nervenstark? Meistens, aber nicht immer. Von einem Moment auf den andern zeigt der Aarauer Torhüter Predrag Pribanovic Gefühle, lächelt sanft und sagt: «Dass mit Joël Mall, Olivier Jäckle, Daniele Romano, Silvan Widmer, Andreas Hirzel und mir in dieser Saison gleich sechs frühere Spieler vom Team Aargau zum Kader der ersten Mannschaft zählen, ist eine Riesensache. Wer hätte das vor einem Jahr gedacht?»

Mischung könnte kaum besser sein

Die Zeiten haben sich tatsächlich geändert. Das 2006 gegründete Nachwuchsprojekt Team Aargau trägt erste Früchte. Sechs Jahre später könnte die Mischung aus Talenten und Routiniers beim FC Aarau kaum besser sein. Dass der 20-jährige Pribanovic seine Feuertaufe in der Startformation ausgerechnet im Derby gegen Wohlen erlebte, ist ein kleines Märchen. Und dass er im Duell der Kantonsrivalen eine tadellose Leistung zeigte und keinen Treffer kassierte, ist das Sahnehäubchen oben drauf. Pribanovic blickt zurück und sagt: «Für mich war das Derby eine grosse Chance. Ich konnte beweisen, was ich draufhabe. Sollte Joël Mall gegen Locarno erneut pausieren müssen, bin ich bereit für einen zweiten Einsatz.»

Für Pribanovic, gegen Hirzel

Pribanovic ist in Schönenwerd aufgewachsen und lebt seit seinem vierten Lebensjahr in Aarau. Nach dem Abschluss der Sekundarschule begann er vor drei Jahren eine Lehre als kaufmännischer Angestellter im Departement für Bildung, Kultur und Sport und ist in der Sektion Stipendien tätig. Ab 2013 möchte der 1,94 Meter grosse und 87 Kilogramm schwere Torhüter voll auf die Karte Fussball setzen. Als Achtjähriger kam Pribanovic zum FC Aarau und stand schon als E-Junior zwischen den Pfosten.

Mit Ausnahme eines Abstechers zum 2.-Ligisten Kölliken hielt er dem Verein vom Brügglifeld die Treue. In den vergangenen eineinhalb Jahren spielte er für das Team Aargau U21. In der Vorbereitungszeit auf diese Saison bot ihn Trainer René Weiler ins Trainingslager in den Schwarzwald auf. Kurze Zeit später entschied sich Weiler für Pribanovic und gegen Andreas Hirzel als Torhüter Nummer zwei. Mal schauen, ob die Aarauer den bis 2013 dauernden Vertrag mit dem aufstrebenden Torhüter bald verlängern werden.

Eltern verpassten die Premiere

Pribanovic’ Eltern sind vor rund 20 Jahren von Serbien in die Schweiz gekommen. Vater Drakce ist Landschaftsgärtner, Mutter Ljiljana sorgt in erster Linie für das Wohl von Predrag und seiner 15-jährigen Schwester Katarina. Dass Drakce und Ljiljana die Premiere ihres Sohnes verpassten, ist ein kleiner Wermutstropfen. Sie werden auch am Sonntag nicht im Brügglifeld sein. Die zwei sind in den Ferien und besuchen in ihrer Heimat Verwandte und Bekannte.

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