Fussball 2. Liga
Der FC Iliria hat den Cup-Blues locker abgeschüttelt und steht verdient zuoberst

Mit einem hart erkämpften Auswärtssieg beim FC Klus/Balsthal sichert sich der FC Iliria den Herbstmeistertitel in der Solothurner 2. Liga. «Wir sind die beste Mannschaft, das darf ich mit Stolz sagen», äusserte sich Trainer Vilson Dedaj nach dem Spiel.

Raphael Wermelinger
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Die Entscheidung in der Nachspielzeit: Der FC Iliria bejubelt den Treffer zum 2:0 von Dardan Llugaliu und den Gewinn des Herbstmeistertitels.

Die Entscheidung in der Nachspielzeit: Der FC Iliria bejubelt den Treffer zum 2:0 von Dardan Llugaliu und den Gewinn des Herbstmeistertitels.

Patrick Lüthy

Der FC Iliria überwintert als Tabellenführer der 2. Liga – wie bereits 2018 und 2019. Die Leaderposition untermauerten die Solothurner Adler gestern Abend im vorgezogenen Spiel der elften Runde mit einem 2:0-Sieg gegen den FC Klus/Balsthal. Es war der fünfte Vollerfolg in Serie für das Team von Vilson Dedaj. «Das ist eine schöne Anerkennung für unsere Leistung, kaufen können wir uns davon aber nichts. Trotzdem werde ich die Tabelle in der Winterpause sicher noch ein paar Mal mit Freude anschauen», kommentierte der Trainer diesen Erfolg.

Der FC Iliria steht verdient an der Tabellenspitze, weist mit 31 Toren die stärkste Offensivabteilung und mit 8 Gegentreffern auch die beste Abwehr der 2. Liga aus. «Wir sind sicher die beste Mannschaft, das darf ich mit Stolz sagen. Und wir stehen verdient dort oben», so Dedaj. Dabei hatte der Double-Gewinner von 2016 zu Beginn der Saison noch einige Mühe bekundet, auf Betriebstemperatur zu kommen. Iliria startete mit Unentschieden gegen Lommiswil und Mümliswil und unterlag in der dritten Runde dem FC Olten daheim mit 2:3. Zudem scheiterte Iliria im Cup-Sechzehntelfinal am Fünftligisten Derendingen. Dies nur drei Tage nach dem Highlight im Schweizer Cup, als der FC Iliria die Berner Young Boys empfing (1:7).

Captain Alban Jahiu erzielte in der Vorrunde zehn Tore und ist damit der Topscorer des FC Iliria.

Captain Alban Jahiu erzielte in der Vorrunde zehn Tore und ist damit der Topscorer des FC Iliria.

Patrick Lüthy

Aus der Traum also von der Titelverteidigung und dem dritten Cupsieg innert sechs Jahren. Doch lange hielt der Cup-Blues nicht an. In der Meisterschaft ist der FC Iliria seit nunmehr zwei Monaten ungeschlagen. Sieben Siege und ein Unentschieden resultierten aus den vergangenen acht Spielen. Am Sonntag luchste Iliria dem FC Olten den ersten Platz ab. Und zementierte diesen am Mittwochabend.

Es war allerdings ein hart erkämpfter Sieg, das musste auch Dedaj zugeben. Er habe es sich etwas einfacher vorgestellt, nachdem Klus/Balsthal zuletzt gegen den FC Härkingen gleich mit 0:7 verloren hatte: «Es war ein richtiges Geknorze – der Gegner war gut auf uns eingestellt. Ich wusste aber, dass wir genug Qualität haben und einfach die Geduld behalten mussten. Am Ende zählt nur der Sieg, egal wie.»

Der Schuss von Shpetim Arifi in der 66. Minute passt genau, FCKB-Goalie Zoran Andric streckt sich vergebens und kann das 0:1 nicht verhindern.

Der Schuss von Shpetim Arifi in der 66. Minute passt genau, FCKB-Goalie Zoran Andric streckt sich vergebens und kann das 0:1 nicht verhindern.

Patrick Lüthy

Die Entscheidung fiel erst nach dem Seitenwechsel

Der FC Iliria trat von der ersten Minute an dominant auf und liess den Ball schnell in den eigenen Reihen zirkulieren. Rasch erarbeiteten sich die Gäste eine erste Grosschance: Mattia Sasso traf in der 9. Minute den Pfosten. Iliria agierte auf den letzten Metern aber insgesamt zu ungenau. Mehr als ein paar Distanzschüsse schauten deshalb in der Folge nicht mehr heraus. Hinten waren die Adler teils sehr leichtsinnig, was das Heimteam aber nicht bestrafte.

Nach der Pause war das Geschehen ausgeglichener. Ein oft gesehenes Bild: Spieler des FC Iliria, welche die Hände verwarfen. Ein Zeichen dafür, dass es nicht wirklich nach ihrem Geschmack lief. Bis zur 66. Minute und dem Führungstreffer durch Shpetim Arifi. Kurz davor hatte Klus/Balsthal-Torhüter Zoran Andric nach Eckbällen das 0:0 zwei, drei Mal mirakulös verteidigt, gegen den satten und platzierten Schuss des Ex-Solothurners Arifi aus 18 Metern war er aber machtlos. Die endgültige Entscheidung fiel erst in der Nachspielzeit mit dem 2:0.

«Es war ein richtiges Geknorze. Aber am Ende zählt nur der Sieg, egal wie», kommentierte Trainer Vilson Dedaj den siebten Vollerfolg seiner Mannschaft.

«Es war ein richtiges Geknorze. Aber am Ende zählt nur der Sieg, egal wie», kommentierte Trainer Vilson Dedaj den siebten Vollerfolg seiner Mannschaft.

Patrick Lüthy

Die letzten beiden Herbstmeistertitel konnte der FC Iliria nicht in Zählbares ummünzen. 2018/19 wurde er in der zweiten Saisonhälfte vom FC Grenchen abgefangen. Die Rückrunde der folgenden Spielzeit wurde wegen der Coronapandemie gestrichen, die Saison zum Unmut des FC Iliria nicht gewertet. «Leider sind wir im Cup draussen – der hatte für uns immer Priorität», äusserte Vilson Dedaj seine Erwartungen an die Rückrunde. «Der Aufstieg in die 2. Liga inter ist definitiv nicht unser Ziel. Wir wollen nicht rauf. Ich hoffe, dass wir im Frühling ein geiles Trainingslager erleben dürfen, eine saubere Rückrunde zeigen und uns in den Top 3 positionieren.»

Der FC Iliria ist nach 2018 und 2019 erneut das beste Team der Vorrunde.

Der FC Iliria ist nach 2018 und 2019 erneut das beste Team der Vorrunde.

Patrick Lüthy

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