Fussball 2. Liga
Bellach gibt Subingen Saures und schiesst sich über den Strich

Mit einem 5:1-Auswärtssieg schafft Bellach den Sprung über den aus der Abstiegszone und überwintert als Neunter der 2. Liga. Topscorer Alessandro Fragale entscheidet das Spiel mit einem Hattrick in der zweiten Halbzeit.

Hans Peter Schläfli Jetzt kommentieren
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Der dritte Saisonsieg war ein ganz wichtiger für den FC Bellach und kam zu einem perfekten Zeitpunkt.

Der dritte Saisonsieg war ein ganz wichtiger für den FC Bellach und kam zu einem perfekten Zeitpunkt.

Hans Peter Schläfli

Wenn eine Mannschaft enttäuschende Resultate liefert, dann ist ein Erfolgserlebnis im letzten Spiel vor der Winterpause besonders wichtig. Davon kann man dann monatelang zehren. Diese Ausgangslage galt am Sonntagnachmittag für beide Seiten, aber der FC Bellach schien sich viel mehr vorgenommen zu haben. Das frühe Pressing war wirkungsvoll. Subingen fand keine Lösungen.

Und wenn dann auch noch ein Verteidiger dem anderen den Ball in die Fersen statt in den Lauf spielt, dann wird es besonders schwierig. In der sechsten Minute fühlte sich zudem keiner für den Bellacher Captain Kevin Marthaler verantwortlich, der eine Flanke ungehindert mit dem Kopf Richtung Tor spedieren konnte. Nach einer erste Abwehr von Goalie Pascal Schwaller erzielte Marthaler im Nachsetzen das 0:1.

Kevin Marthaler brachte den FC Bellach bereits in der sechsten Minute in Führung.

Kevin Marthaler brachte den FC Bellach bereits in der sechsten Minute in Führung.

Hans Peter Schläfli

Wenig später kam es noch besser für die Bellacher. Nach einer halbherzigen Subinger Befreiung setzte Ferat Zekiri nach, liess noch einen Gegner elegant ins Leere laufen und sein perfekter Schuss aus knapp zwanzig Metern bedeutete in der zwölften Minute das 0:2, das zu diesem Zeitpunkt absolut den Leistungen entsprach.

Dass die Gäste dieses aufwendige Pressing nicht über die gesamten neunzig Minuten aufrechterhalten könnten, war klar. Doch der FC Subingen kam nur dann gefährlich in die Nähe des Tores, wenn Gianluca Moser mit seinem Tempo über die linke Seite vorstiess. In der 43. Minute wurde der flinke Flügelläufer mit einem Foul im Strafraum gestoppt. Leon Sljivic schoss den Penalty zwar schlecht, konnte aber im Nachsetzen Bellachs Goalie Luca Palermo doch noch überwinden und es hiess nur noch 1:2. Aber das war nur ein Subinger Strohfeuer.

Alessandro Fragale erzielte in der Vorrunde zwölf Tore für den FC Bellach.

Alessandro Fragale erzielte in der Vorrunde zwölf Tore für den FC Bellach.

Hans Peter Schläfli

Fragale mit dem Hattrick nach einem verschossenen Penalty

In der 51. Minute folgte eine ähnliche Szene wie kurz vor der Pause. Diesmal wurde der Bellacher Alessandro Fragale im Strafraum von den Beinen geholt. Der Topskorer übernahm selber die Ausführung, machte es aber so schlecht, dass Subingens Goalie Schwaller mit den Beinen abwehren konnte, obwohl er sich bereits in die rechte Ecke geworfen hatte. «Es war ein entscheidender Moment», sagte Fragale nach dem Spiel, «es wäre sehr bitter gewesen, wenn wir danach wegen mir das Spiel noch aus der Hand gegeben hätten. Wir sind gut drauf und werden jetzt die Winterpause nützen.»

Subingen konnte die Moralspritze nicht nutzen. In der 69. Minute machte Fragale seinen Fehler wieder gut, indem er mit einem platzierten Schuss das 1:3 erzielte. Mit einem mustergültigen Vorstoss über die rechte Seite gelang das 1:4, wobei Bellachs Nummer 10 diesmal in der Mitte nur noch einschieben musste. Vorbereitet durch den jungen Emmanuel Orkoh machte Fragale mit dem 1:5 dann sogar noch seinen Hattrick komplett. Damit konnte er seine Vorrundenausbeute auf zwölf Tore hochschrauben.

Subingen-Goalie Pascal Schwaller klärt mit vollem Einsatz gegen Kevin Marthaler.

Subingen-Goalie Pascal Schwaller klärt mit vollem Einsatz gegen Kevin Marthaler.

Hans Peter Schläfli

Das Resultat war auch in dieser Höhe gerecht. Bellach zeigte Herzblut, gewann die Zweikämpfe, hatte das bessere Konzept, die bessere Ballkontrolle, die besseren Routiniers und die besseren Nachwuchsspieler im Einsatz. Subingen wirkte lethargisch, es fehlte die Laufbereitschaft und vor allem die Präzision bei den sogenannten «Basics», den einfachen Zuspielen. Da passte nichts zusammen und es war auf der ganzen Ebene enttäuschend, was der frühere Dominator im Solothurner Regionalfussball zeigte.

«Vor allem in der zweiten Halbzeit kam von meiner Mannschaft viel zu wenig», sagte Trainer Dominik Ellenberger. «Nach dem 1:3 war auch die Einstellung schlecht. Es war wirklich eine enttäuschende Leistung des ganzen Kollektivs. Auch von den Einwechslungen hatte ich mir viel mehr erhofft. Wenn man nicht kämpft, dann findet man sich im Abstiegskampf wieder.»

Der FC Subingen machte in der zweiten Halbzeit viel zu wenig.

Der FC Subingen machte in der zweiten Halbzeit viel zu wenig.

Hans Peter Schläfli
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