Challenge League

Furiose Verabschiedung: Vor den wahrscheinlichen Geisterspielen zeigt der FCA gegen Xamax seine beste Saisonleistung

Der FC Aarau zeigt beim 3:1 gegen Xamax die bis dato beste Saisonleistung – Shkelzen Gashi (2) und Donat Rrudhani treffen. Mit 10 Punkten, alle geholt in den letzten 4 Spielen, liegt der FCA in der Tabelle auf Rang 4.

So stürmisch wie sie zuvor den Gegner überrannt haben, so verlegen stehen die Spieler des FC Aarau nach dem Schlusspfiff im Mittelkreis: Gerne würden sie näher an den Spielfeldrand gehen, um sich bei den Zuschauern für den Support zu bedanken – aber ist das erlaubt? Schliesslich wäre jeder kleine Fehltritt Wasser auf die Mühlen derjenigen, die im Vorfeld die Öffnung der Stadiontore im Brügglifeld für mehr als 1000 Zuschauer kritisiert haben.

Es ist ihr Trainer Stephan Keller, der den Spielern die Scheu nimmt. Und so kommt es, bei stets gewahrtem Sicherheitsabstand, zu Szenen, die einerseits an die Normalität vor Corona erinnern. Andererseits wirken sie wie ein Abschied zwischen den entzückten Fans und der Mannschaft. Denn: Nachdem an diesem Samstagabend erstmals seit Februar wieder mehr als 1000 Zuschauer ein FCA-Heimspiel besucht haben, muss man davon ausgehen, dass ab kommender Woche die Schweizer Fussballstadien für die Öffentlichkeit für längere Zeit geschlossen werden.

Es heisst ja, der letzte Eindruck bleibt: So gesehen hat sich der FC Aarau die bis dato beste Saisonleistung für den idealen Zeitpunkt aufgehoben. Die offiziell 2093 Fans verlassen nach furiosen zwei Stunden das Stadion mit dem Gefühl: Sportlich ist ihre Mannschaft auf Kurs.

Gashi, Rrudhani und Bergsma überragend

Seit vier Spielen ist Aarau ungeschlagen, drei davon wurden gewonnen. Jedes Mal war der Auftritt besser als der zuvor. «Ja, kann man sagen», antwortet Doppeltorschütze Shkelzen Gashi auf die Frage, ob das, was die Mannschaft gegen Xamax gezeigt habe, den eigenen Erwartungen nahe komme.
Das 1:0 fällt in der 10. Minute, die Vorbereitung von Gashi und der Abschluss von Rrudhani sind gleichermassen sehenswert. Das gilt auch für die Entstehung des 2:0: Genialer Pass von Jäckle auf Spadanuda, der erst seinen Gegenspieler übersprintet und von diesem dann im Strafraum gefoult wird. Penalty, Gashi trifft (29.).

Bis zum Pausenpfiff ist es eine Demonstration des Heimteams. Keiner fällt ab, Gashi, Rrudhani und Innenverteidiger Bergsma sind zu erwähnen, weil sie das starke Kollektiv überragen. Einzig in den zehn Minuten nach dem plötzlichen 1:2 durch Gomes (56.) verlieren die Aarauer ihre Stilsicherheit, ehe sie wieder zu Chancen kommen und in der 76. Minute Gashi das beruhigende 3:1 erzielt.

Super-League-Absteiger Xamax muss früh konstatieren, dass an diesem Abend nicht mehr als Schadensbegrenzung angesagt ist. Ihr Trainer Stéphane Henchoz attestiert dem Gegner eine starke Leistung, ehe er sagt: «Erst hiess es, wir spielen nicht, dann vielleicht, dann kam das Okay. Wir waren alle schon zuhause in Quarantäne. Eine professionelle Vorbereitung sieht anders aus.» Hintergrund: Ein Labor in Neuenburg hat am Samstagvormittag fälschlicherweise einen Corona-Fall bei Xamax vermeldet, weshalb die Partie eine Stunde lang abgesagt war.

Zurück zum FCA: Bleibt zu hoffen, dass die bis dato beste Saisonleistung kein Höhepunkt, sondern «nur» ein nächster Schritt im seit der Länderspielpause anhaltenden Steigerungslauf ist. Die nächsten Aufgaben Thun, Kriens und GC werden nicht leichter, scheinen aber im richtigen Moment zu kommen.

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